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TEST: FUSE – Spaßiges KoOp-Spiel, aber reicht das?

Insomniac Games kehrte vor rund zwei Jahren Sony den Rücken und gab die Exklusivität damals nach rund 14 Jahren zugunsten ihres ersten Multiplattformprojekts auf. Dieses Mal ist es „FUSE“ – ein futuristischer KoOp-Shooter mit Story-Elementen. Während viele Entwickler auf zahlreiche Fortsetzungen setzen, entschied sich Insomniac Games für etwas völlig Neues. Die Begründung folgte vom Insomniac`s CEO Ted Price höchstpersönlich, der glaubt, dass die meisten Spieler lieber neue IPs haben möchten. Mit „FUSE“ will man nun ein neues Franchisse schaffen, welches ähnlich wie „Ratchet & Clank“ ein eigenes Universum für kreative Entfaltungsmöglichkeiten für die Schöpfer besitzt. „Das ist eine großartige Chance für uns, um sich gegen den Rest der Spiele zu stellen und etwas für die Spieler zu tun.“, so Price.

Auch wir wollen uns von diesem neuen Franchises überraschen lassen und nicht immer mit den langweiligen und sich immmer wiederholenden Fortsetzungen zufrieden geben. Auf in den Kampf !

Alternative Energie – die ultimative Lösung oder doch eher eine Gefahr ?

In „FUSE“ dreht sich alles um die namensgebende Energiequelle, mit der nicht nur sämtliche ökologischen Probleme gelöst, sondern auch stärkere Waffen gebaut werden können. Jede Art von Energie birgt gewisse Gefahren in sich – ein Atomreaktor löscht ganze Städte aus, Windkraft-Rotoren bringen Vögel um. Alles hat seine Schattenseiten. FUSE hingegen kann nicht kontrolliert werden, dessen sich die Wissenschaftler jedoch noch nicht bewusst sind und was zur Auslöschung einer geheimen Forschungseinrichtung führt und somit die Grundlage für die Handlung des Titels bildet.

Die vier Hauptcharaktere Dalton Brooks, Naya Deveraux, Jacob Kimble und Izzy Sinclair gehören einer privaten Militäreinheit an, die den Auftrag erhalten, diese Forschungseinrichtung zu sichern. Aber wie zu erwarten war, läuft hier alles komplett schief, woraufhin das imaginäre Kräftemessen zwischen der eigenen Militärorganisation und den abtrünnigen Söldnern ausbricht. Immerhin ist FUSE für „sinnvolle“ Zwecke zu gebrauchen, wie zum Beispiel mächtige Waffen zu bauen. Diese machen im Spiel viel aus, wie die vier Kameraden an ihren gefundenen Exemplaren merken werden. Wie auch ihre unterschiedlichen Waffenarten, lassen sich auch die Charaktere in verschiedene Bereiche einstufen. Dalton ist ein eher rationaler Typ, mit einfacher Denkweise und dicken Armen. Naya ist ein der vernünftige Part des Teams, die immer zum Wohle der Gruppe Entscheidungen trifft. Jacob hingegen ist eher zurückhaltend und teilt lieber mit einem modifizierten Sniper aus der Distanz heraus aus.

Viel Tiefgründigkeit oder Gesprächstoff bietet die Story eher und leider nicht. Eine einfach gestrickte Handlung, die sich um Explosionen, Waffen und Roboter dreht. Eine gewisse Rolle nimmt jedoch der Humor zwischen den Charakteren ein, was ein typisches Markenzeichen von Insomniac Games und immer wieder in deren Spielen zu finden ist. Daher ist es auch schwierig zu beurteilen, ob mit „FUSE“ nun eher eine ernsthafte oder doch einfache Story geboten wird. Offensichtlich entschied man sich für den Mittelweg, was jedoch zur Folge hat, dass letztendlich auch nur eine mittelmäßige Story ohne große Rahmenhandlung, überraschenden Wendungen oder interessanten Rückblenden zurückbleibt. Blickt man da auf „Resistance“ zurück, hat man in diesem Punkt einiges mehr von Insomniac erwartet.

There is no life without FUSE

So oder so gesehen ist FUSE ziemlich praktisch. Man kann es überall einsetzen und reinspritzen. Dadurch erhalten Waffen nützliche Fähigkeiten und Menschen übernatürliche Kräfte mit zum Teil großen Nebenwirkungen. Kommen wir zuerst jedoch zu den Waffen. Spätestens nach der ersten Stunde bekommen Dalton, Naya, Jacob und Izzy unheilvolle Geschosse, mit denen sich Gegner pulverisieren oder kristalisieren lassen. Dalton hat zum Beispiel die Möglichkeit eine riesige Schutzmauer aufzurichten, die keine Kugeln oder andere Projektile durchlässt. Natürlich begrenzt, weswegen immer die dafür geeignete Munition gefunden werden muss. Naya kann hingegen salvenartige Kugeln abfeuern, welche die Gegner mit der Zeit explodieren lassen. Jacob besitzt zudem eine Armbrust, mit der er Feinde aus großer Entfernung durchbohren kann. Izzy kann Gegner einfrieren und so zu Skulpturen erstarren lassen.

Aber „FUSE“ soll nicht nur ein einfacher Shooter sein, sondern vor allem mit seiner KoOp-Komponente überzeugen. Der Clou dabei ist vor allem das Zusammenspiel der vielen unterschiedlichen Waffen und der Charaktere, die hier für den Spaßfaktor sorgen und ein Teamgefühl aufkommen lassen. Daher ist auch zu empfehlen, „FUSE“ unbedingt im KoOp-Modus zu spielen. Das Team aus vier Personen kann man aber auch als Einzelspieler ganz gut kontrollieren, da ihr die Möglichkeit habt immer von Person zu Person zu wechseln. Was wir dabei aber stark bemängeln wollen ist die KI der Gegner und der eigenen Kumpanen. Im Laufe des Spiels hat man die Auswahl zwischen Schieß- und Stealth-Einlagen; jedoch Laufen die eigenen Leute immer aus der Deckung heraus, worauf sich ungewollt eine Konfrontation ergibt. Einmal angefangen, ist es besser in Deckung zu bleiben, da man ansonsten unmittelbar danach vom Tod begrüßt wird oder zum Heilen auf dem Boden verbleiben muss. Das nervige ist jedoch der immer gleiche Ablauf. Ihr rennt von einer Gegner-Horde zur anderen und erledigt diese. Ab und zu stellen sich größere Gegner mit MGs oder Flammenwerfern in den Weg, aber auf längere Zeit ist dies doch recht öde. Ab und zu müssen Generatoren von A nach B transportiert und beschützt werden, was jedoch auch immer mehr und mehr zu einer sehr monotonen Angelegenheit wird.

Optisch bietet „FUSE“ ebenfalls nicht viel Neues. Die Grafik ist zwar nicht völlig altbacken, hätte aber dennoch mehr Feinschliff verdient. Der größte Schwachpunkt dabei ist das eintönige Leveldesign. Graue Gänge, mit Feuer umhüllte Labore, dunkle Gassen und wieder graue Gänge. Keine wirkliche Augenweide, trotz der farblichen Strukturen. Aber genug von den negativen Sachen, schließlich wollen wir die Macher für die gelungene Gesichtsanimationen loben. Besonders bei den Zwischensequenzen kommen diese zur Geltung. Der Kern von FUSE sind aber die Waffen, welche vom Äußeren her keine so große Unterschiede zu den normalen Schießeisen haben. Dessen Wirkung ist im Gegensatz zu den normalen MGs und Shotguns verheerend. Das Kristalisieren von Izzy friert die Gegner ein und verwandelt diese in dunkle Eisskulpturen, die jedoch etwas misslungen aussehen. Näher betrachtet werden die Gegner nämlich einfach nur zu schwarzen und hässlichen Texturen, ohne Liebe zum Detail.

Soundtechnisch haben die deutschen Sprecher kleinere Schwächen aufzuweisen. Zwar ist in der Story Humor vorhanden, bei manchen Dialogen kommt die nötige Ernshaftigkeit aber nicht genügend zum Tragen. Zudem wirkt der Sound häufig so überladen, dass man einzelne Gespräche nur noch schwierig verfolgen kann. Die Musikuntermalung hingegen ist durchaus gelungen und fügt sich perfekt zum Spielgeschehen ein.

TEST: FUSE – Spaßiges KoOp-Spiel, aber reicht das?
„FUSE ist ein absolut durchschnittliches Spieleerlebnis – so kann man das aktuelle Werk von Insomniac Games bezeichnen. Ein solider Titel, der vor allem durch die KoOp-Komponente denjenigen zu empfehlen ist, die gerne zusammen zocken. Die Story und das Gameplay bieten leider keine großen Neuerungen oder Innovationen, die den Titel noch hätten herumreißen können, um ein wirklich gutes Spiel daraus zu machen. Die Entwicklungsbäume hat man bereits bei vielen anderen Shootern gesehen, meist jedoch besser umgesetzt. Die großen KI-Aussetzer bei den Mitstreitern hätten zudem auch nicht sein müssen, besonders weil sie den Spielverlauf radikal stören können. Löblich ist jedoch die kreative Waffenauswahl und das KoOp-Zusammenspiel, die in FUSE für den richtigen Spielspaß sorgen. Letztendlich bleibt aber auch mit FUSE nur ein Spiel unter vielen zurück, das vermutlich relativ schnell wieder vergessen wird.“
7.5
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