TEST: God of War Collection – Schlachtplatte für die Hosentasche

Mit der „God of War“ HD-Collection feiert Kratos nun auch auf der PlayStation Vita sein Stelldichein. Erneut schwingen wir die Chaos-Klingen, erneut üben wir Rache an den Göttern und erneut fließt viel Blut. Ob es sich lohnt die mythologische Welt Griechenlands nochmals im Pocket-Format unsicher zu machen, erfahrt ihr in unserem Test.

Zeit für Rache

„God of War“ dürfte jedem Gamer ein Begriff sein. Für Neulinge gibt es an dieser Stelle aber eine kleine, kurze und knappe Einleitung.

Held oder viel mehr Antiheld der „God of War“-Spiele ist der Spartaner Kratos, ein kriegserfahrener Kämpfer der sein Können in vielen Schlachten auf die Probe stellte. Durch seine Erfolge auf dem Schlachtfeld vereinte Kratos in kürzester Zeit eine große Heerschar von Kriegern unter seinem Kommando. Eines Tages scheint Kratos jedoch seinen Meister gefunden zu haben und kämpft einen aussichtslosen Kampf, in dem seine Mannen allesamt aufgerieben werden. Da eine Niederlage für Kratos im Blutrausch aber undenkbar erscheint , ruft er als letztes Mittel den Kriegsgott Ares zur Hilfe, der prompt erscheint und alle Barbaren in einem Sekundenbruchteil niedermetzelt. Doch die Hilfe des griechischen Kriegsgott hat seinen Preis – Kratos steht fortan und auf ewig in seiner Schuld.

Dies ist nur der Beginn der „God of War“-Serie. Mittlerweile sind sechs Spiele erschienen, die Kratos Rachefeldzug gegen die Götter spektakulär in Szene setzen. Die „God of War Collection“ erzählt dabei nur die Anfänge …

„God of War“ im neuen, alten Gewand

„God of War“ 1 und 2 erschienen ursprünglich für die PlayStation 2 und später als HD-Collection für PlayStation 3. Auf der PlayStation 2 setzten die Spiele grafische Maßstäbe, während die HD-Version dem Spiel neuen Glanz verlieh. Die Vita-Version ist praktisch gesehen eine 1:1 Portierung der PS3-Version, bietet neben einer höheren Auflösung natürlich auch Trophäen, hat gleichzeitig aber auch mit Limitierungen zu kämpfen. Änderungen gegenüber der PlayStation 3 Version gibt es nur wenige. Einzig und allein das Kontrollschema musste für die tragbare Version etwas angepasst werden. Einige Aktionen, die ursprünglich mit den Schultertasten ausgelöst wurden, finden sich jetzt schon fast wie gewohnt auf den Touchscreen wieder. Erfreulicherweise ist das Vita-Kontrollschema äußert intuitiv und clever gelöst. Selbst in den actionlastigsten Situationen fällt es nicht schwer, die richtige Eingabe zu tätigen, um so Herr der Lage zu sein auf dem Schlachtfeld zu werden.

Weniger erfreulich ist ein Bug, auf den wir während des Tests stießen. Einmal verweigerte das rückseitige Touchpad uns den Dienst. Ein Bug, der das Spiel quasi unspielbar macht, da man das Touchpad berühren muss, um das Spiel zu speichern und Türen zu öffnen oder Dinge zu greifen. Hoffentlich schafft ein Patch diesen Fehler schnell aus der Welt.

Das so mal so der Technik

Wer ein grafisches Meisterwerk sucht, wird mit der Collection auf PS Vita wahrscheinlich nicht so richtig warm werden. Nach heutigem Maßstab sehen beide Spiele selbst Jahre nach ihrem ursprünglichen Release zwar noch immer gut aus; die Vita kann grafisch jedoch eindeutig mehr und wird mit dieser Umsetzung bei Weitem nicht voll ausgereizt. Abstriche muss man auch bei der Framerate machen. Diese ist auf der Vita deutlich geringer als auf der PlayStation 3 und lässt sich eher mit der original PS2-Version vergleichen, die damals mit 30 FPS lief. Durch die geringere Framerate werden Eingaben weniger direkt umgesetzt, was zu teilweise schwereren QTEs führt oder präziseres Timing beim Kontern erfordert.

Unangenehm ist ebenfalls die Soundqualität der deutschen Synchronisation. Die Sprecher liefern eine durchaus professionelle Leistung ab, die jedoch in den Videosequenzen, durch die Komprimierung zu Nichte gemacht wird. Mit dem gleichen Problem hatte schon die PS3-Umsetzung zu kämpfen, was offenbar kein Anlass für Sony war, hier noch einmal nachzubessern. Schade eigentlich. Der Ton hallt hier dumpf und hohl aus den Lautsprechern, während er im Spiel selbst klar erschallt. Ein Manko, das sich unter Umständen auf die sehr alten Videodateien zurückführen lässt, die für das HD-Release hoch skaliert wurden.

Gleiches lässt sich auch für das Format in den Zwischensequenzen sagen, die hier original im 4:3 Format übernommen wurden und auf den Seiten schwarze Balken aufweisen. Ganz im Copy&Paste Verfahren hat man sich also auch bei der PS Vita Umsetzung nicht sehr viele Gedanken darum gemacht. Aber vielleicht macht auch gerade das den Charme eines HD-Remakes aus; noch einmal daran erinnert werden, wie es damals war. Geschmackssache!

Viel Spiel fürs Geld

Wer sich die „God of War“ Collection zulegt bekommt einiges für sein Geld geboten. Um beide Spiele im ersten Anlauf abzuschließen, dürft ihr ca. sieben bis zehn Stunden pro Spiel veranschlagen. Perfektionisten dürfen sich danach an den freigeschalteten Schwierigkeitsgraden und Herausforderungen versuchen.

Sparfüchse werden sich über Cross-Buy freuen. Wer die Collektion schon als digitale Variante für eines seiner Systeme sein Eigen nennt, findet das Gegenstück für Vita oder PS3 ab sofort in seiner Bibliothek. Trophäenjäger werden sich des Weiteren über die vier separaten Trophäensätze freuen, die mit den beiden Spielen ergattert werden können.

Entwickler: Sony Santa Monica Studio
Publisher: Sony Computer Entertainment
Release: 07.Mai.2014
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TEST: God of War Collection – Schlachtplatte für die Hosentasche
Die God of War HD-Collection für PlayStation Vita ist nicht der beste Port, der uns unter die Augen gekommen ist. Die Cross-Buy Funktion und der niedrige Preis der Collection machen jedoch alle negativen Punkte mehr als wett.
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