TEST: Grand Kindom – Strategie-JRPG mit großem Umfang und viel Tiefe

Mit „Grand Kindgom“ bringt Entwickler Monochrome heute ein umfangreiches Strategie-JRPG auf die PS Vita und PS4, das einen inoffiziellen Nachfolger zum PSP-Titel ‚Grand Knights History‘ von Vanillaware darstellt. Schon damals konnte der Hosentaschen-Titel durch seinen wunderbaren Stil überzeugen, was in „Grand Kindom“ nicht anders sein soll. Worin das Spiel außerdem noch auftrumpfen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

In „Grand Kindom“ findet man sich als Spieler in der Haut eines gesichtslosen und stummen Hauptmanns wieder, der eine Gruppe von Legionären befehligt  und die von einer Söldnergilde angeworben wird, welche ihre Dienste an die vier Nationen Landerth, Valkyr, Fiel und Magion feilbietet. Das “Hauptspiel“ dreht sich dabei um die Nation Uld, die ihr Heimatland verloren hat und nun alles daran setzt wieder an Macht zu kommen. In der japanischen Ursprungsversion war die Geschichte rund um die Uld Nation die einzige, sowie wurden weitere Storymissionen via DLC nachgereicht. Die aktuelle EU-Version enthält allerdings alle veröffentlichten Zusatzinhalte und bietet, nachdem die Geschichte der Gilde abgeschlossen wurde, für jede Nation eine weitere Kampagne.

Einer der interessantesten Aspekte des Spiels ist zweifellos das Kampfsystem. Hier bildet ein taktischer Sidescroller das Grundsystem des Spiels. In Kämpfen stehen euch maximal vier Figuren zur Verfügung, die sich auf drei Bahnen bewegen bis ihre Bewegungspunkte verbraucht wurden. Danach geht es über in die Action-Phase, in der ihr Austeilen könnt, bis die Aktionspunkte der Figur ebenfalls verbraucht wurden. Am Ende einer jeden Auseinandersetzung ist es ratsam zu verteidigen, denn Lebenskraft wird erst verbraucht, wenn diese durchbrochen wurde. Nicht verbrauchte Bewegungs- und Aktionspunkte fließen des Weiteren direkt in eure Verteidigung und verleihen ihr extra Stärke. Um das Kampffeld zu euren Gunsten zu verändern, stehen euch weiterhin zahlreiche Verteidigungsgegenstände und Fallen zur Verfügung. Nach abgeschlossenen Kämpfen erhaltet ihr Erfahrungspunkte. Levelt ihr auf, dürft ihr Punkte in eine Kategorie eurer Wahl stecken. Skills leveln dabei automatisch und werden immer effektiver. Ein Eignungssystem zeigt euch außerdem an, wie viel Punkte ihr in eines der Attribute stecken müsst, bis ihr einen Bonuspunkt erhaltet. Es sind beispielsweise acht Punkte nötig um einen Bonuspunkt in einer F-Kategorie zu erhalten. Wurde Level 20 erreicht, ist es möglich die Eignung der Figuren um eine Stufe zu verbessern, das Level wird dabei jedoch wieder auf eins zurückgesetzt.

Außerhalb von Kämpfen bewegt ihr eine Schachfigur, die eure Truppe repräsentiert, über ein Spielbrett. Hier wird euch eine bestimmte Anzahl von Zügen vorgegeben. Überschreitet ihr die maximale Anzahl von Zügen, scheitert die Mission und ihr müsst neu starten. Wollt ihr eine größere Herausforderung, könnt ihr die Anzahl der Züge limitieren und so bessere Belohnung, mehr Geld und Erfahrung erhalten.

Nach jeder erfolgreichen Quest könnt ihr dann weitere Figuren, aus einem Sortiment von 16 verschieden Klassen, rekrutieren. Wie viele Figuren ihr in eure Reihen aufnehmen könnt, hängt dabei von eurem Rang innerhalb der Gilde ab. Waffen und Rüstungen können in regelmäßigen Abständen im Gilden Shop erworben, beim Hauptstadtschmied verbessert oder mit Blaupausen geschmiedet werden.

Der Vanillaware Look

Grafisch kann man „Grand Kingdom“ seine Vanillaware wurzeln ansehen, besonders die Animationen der Figuren macht dies deutlich. Hier werden handgezeichnete Charaktere auf 2D-Hintergründen mittels einer Flash-Technik zum Leben erweckt. Wer bereits „Dragon’s Crown“ oder „Odins Sphere“ gespielt hat, wird hier leichte Nostalgie verspüren.

Wichtige Hauptfiguren sind des Weiteren durchgehend vertont, während sich generische NPCs mit Textboxen zufriedengeben müssen. Ton und Text sind in „Grand Kingdom“ ausschließlich in Englisch gehalten, wer der Sprache also nicht mächtig ist, sollte daher eher die Finger von „Grand Kingdom“ lassen. „Grand Kingdom´s“ Soundtrack besteht zudem aus klassischer Musik, die zum Großteil im Hintergrund vor sich hin spielt, ohne sonderlich hervorzutreten. An und sich ist der Soundtrack von „Grand Kingdom“ gut gelungen und wird nicht aufdringlich. Hin und wieder vernimmt man jedoch einige Noten, die das Gefühl von Abenteuer aufkommen lassen, kurz darauf schlägt die Musik dann aber wieder in etabliertes Hintergrund Schmuckwerk um und verschenkt somit großes Potenzial, was das Spiel gefühlt ein wenig ausbremst.

„Grand Kingdom“ bietet überraschenderweise auch Multiplayer Aspekte. Hier tritt man allerdings nicht in Echtzeit gegen andere Spieler an sondern macht sich mittels eines Vertrags für eine der vier Nationen im Krieg verdingt. Als Belohnung winken Boni auf Erfahrung, Geld und, je nach Leistungen in den Schlachten, seltene Gegenstände. Kann oder möchte man den Vertrag nicht erfüllen, kann man diesen natürlich vorzeitig kündigen, muss dafür aber auch eine Vertragsstrafe zahlen. Die Belohnungen hierfür sind jedoch auch nur nebensächlich, denn durch erfolgreiche Gefechte weiten Königreiche ihr Einflussgebiet aus und dies spiegelt sich in den verkauften Waren wieder. Wer auf der Suche nach seltenen Gegenständen ist, tut also gut daran sich im Krieg um „Grand Kingdom“ einen Namen zu machen. Spieler, die besondere Leistungen erbringen, werden dann sogar von einem Stadtbarden besungen.

Die eigentlichen Kämpfe im „Multiplayer“ laufen ähnlich der Quests ab, haben allerdings einige Besonderheiten. Bevor eine Schlacht beginnt, können Spieler abstimmen, wo auf dem Spielbrett Verteidigungsanlagen errichtet werden. Sobald der Krieg beginnt, müsst ihr euch daran machen gegnerische Festungen einzunehmen, die über den Zeitraum des Kriegs immer fester ausgebaut werden. Ihr tut also gut daran schwache Festungen schnell einzunehmen und starke über einen längere Zeit zu belagern. Wie viele Katapulte, Arbaleste und Ähnliches errichtet werden können, hängt dabei von dem Entwicklungsstand der Nation ab, der durch globale Spielerspenden vorranggetrieben wird.

Entwickler: Monochrome
Publisher: NIS Europe
Release: erhältlich
Offizielle Homepage: www.nisamerica.com

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TEST: Grand Kindom – Strategie-JRPG mit großem Umfang und viel Tiefe
"Fünf Kampagnen, die sich alle über mehrere Stunden erstrecken, etliche Quests, Waffen, Gegenstände und ein Online-Kriegsmodus, in dem Spieler das Schicksal des Königreichs schmieden. Grand Kingdom ist ein Strategie-JRPG, das nur so vor Umfang strotzt. Wer gefallen an Spielen wie Disgaea hat, sich nicht an Mikromanagement stört und nach einem umfangreichen Titel sucht, der mit gutem Gameplay aufwarten kann, sollte definitiv einen Blick auf Grand Kingdom werfen. Der typische Look der Vanillaware-Spiele und der harmonische, wenn teils auch zu ruhige Soundtrack, laden obendrauf zu teils nostalgisch wirkenden Spielesitzungen ein, die letztendlich viel Geschick erfordern."
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