TEST: KeyWe – Hartes schuften in der Poststelle

Eine Poststelle ist eine der elementarsten Schnittstellen in einem funktionierendem System. Briefe und Sendungen kommen und gehen, Pakete werden tausendfach abgefertigt, und wenn es ganz schnell sein muss, tut es auch mal das gute alte Telegramm. 

Wie wichtig so eine Poststelle ist, kann man im jüngst veröffentlichten KoOp-Game KeyWe von Entwickler Stonewheat & Sons erleben, wo der Alltag nicht nur ziemlich chaotisch und stressig ist, sondern auch Spaß machen kann, wenngleich die Voraussetzungen nicht gerade optimal sind.

keywe ps5

Irgendwo im Nirgendwo in der Wüste muss aber auch diese Arbeit erledigt werden, und da gutes Personal am sprichwörtlichen Arsch der Welt schwer zu finden ist, ergreifen unsere putzigen Stars des Spiels, Jeff und Debra, die Gelegenheit, um sich für diesen Job zu bewerben. Das “Problem”: Jeff und Debra sind Kiwis, flugunfähige Straußenarten, die keine Flügel besitzen und daher alles hüpfend erledigen müssen. Aber wie heißt es so schön: an großen Aufgaben wächst man im Leben, und Jeff und Debra fangen wortwörtlich sehr klein an.

Im Grunde ist KeyWe ein Party Game, das unbedingt zu zweit gespielt werden muss. Zwar lässt sich der Titel auch alleine spielen, in dem man die Controller-Steuerung clever auf Jeff und Debra angepasst hat, das war nach kurzer Zeit aber nicht nur langweilig, sondern auch unnötig kompliziert, zeitraubend und nicht die ursprüngliche Idee hinter KeyWe. Also KoOp-Partner gesucht und los gehüpft.

Was ist also zu tun?

Durch vier Jahreszeiten, die jeweils drei Wochen und vier Tage umfassen, in der Kiwi-Welt also etwas abgekürzt, müssen die üblichen Aufgaben eines Postamtes erledigt werden. Das heißt, wir verpacken Pakete und versenden sie, lassen Briefe den richtigen Empfängern zukommen oder einsammeln oder geben Telegramme auf.

keywe review

Der Clou ist halt der, dass Jeff und Debra keine Flügel haben, was bedeutet, ein Telegramm muss zum Beispiel hüpfend mit jeder einzelnen Taste geschrieben werden. Pakete müssen korrekt frankiert und geroutet werden, und ganz nebenbei müssen auch wichtige Nachrichten an die Einwohner übermittelt werden, etwa wenn mal wieder ein Sandsturm aufzieht oder das Postamt geflutet wird. Dazu bedienen wir Hebel, springen auf Schaltern herum oder schieben Kisten durch die Gegend.

Das klingt zwar alles recht geordnet, ist es aber bei Weitem nicht. Mit jedem Level kommen neue Herausforderungen hinzu, etwa wenn Heuschrecken das Postamt überfallen und alles durcheinanderbringen, wenn Tasten vom Telegraphen abfallen und erst wieder montiert werden müssen, oder ein Sandsturm wichtige Informationen verdeckt oder davon wirbelt, die erstmal wieder gefunden werden müssen. Das Ganze unter enormen Zeitdruck, der selbst für zwei Spieler eine echte Herausforderung darstellt. Die Idee hinter KeyWe ist aber auch die, dass Aufgaben nicht nur einfach erledigt werden müssen, sondern ein fordernder Denkansatz gegeben ist, der an klassische Puzzle- und Rätsel-Mechaniken erinnert. So müssen Pakete erst über Katapulte in der richtigen Reihenfolge verschoben werden, oder der richtige Empfänger unter Lupe korrekt zugeordnet werden, bevor man Briefe verschickt.

Teamwork ist der Key(We)

Das funktioniert zu zweit im KoOp natürlich am Besten, in dem Teamwork so richtig aufgeht und man gemeinsam zur nicht immer offensichtlichen Lösung findet. Und sobald man sich eingespielt hat, werden auch die Bestzeiten pro Level immer besser und jeder weiß quasi aus dem Stand, was zu tun ist.

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Problematisch sind aktuell da eher die Netzwerkprobleme, wo die Synchronisation zwischen den Spielern nicht immer funktioniert. So kam es nicht nur einmal vor, dass Kiwi 1 schon beim nächsten Schritt war, während Kiwi 2 keine Eingaben mehr tätigen konnte. Bei Telegrammen wurden schlichtweg die nächsten Buchstaben für Kiwi 2 nicht mehr angezeigt, was ein Beenden des Levels unmöglich machte. Sicherlich werden solche Dinge irgendwann behoben, angesichts des teils doch recht knackigen Schwierigkeitsgrades kann das aber auch ziemlich ärgerlich sein, wenn es an solchen Dingen scheitert.

Etwas problematisch sind auf Dauer auch die immer wieder gleichen Aufgaben, die es im Postamt zu erledigen gilt. Diese werden zwar von Level zu Level mit unterschiedlichen Herausforderungen gespickt und die Levels auch immer mal wieder umgebaut, im Grunde macht man aber immer das gleiche, was sich schnell abnutzt. Ob man nun die Wochenaufgaben verfolgt oder zusätzliche Überstunden schiebt, ändert daran nichts. Hier bleibt zu hoffen, dass man möglicherweise noch nachlegt.

Und wofür das Geschufte?

Die Arbeit im Postamt soll natürlich nicht völlig umsonst sein. Neben der ehrenvollen und wichtigen Aufgabe, ein winziges Rädchen im System zu sein, das den Laden am Laufen hält, wird man bei Erfolg mit Briefmarken belohnt, die sich wiederum für irre Outfits einlösen lassen. Die Auswahl ist hier recht üppig und sollte noch so jeden grauen Kiwi in einem bunten Paradiesvogel verwandeln, nebst dem ganzen Ruhm, der euch dafür gebührt.

keywe

Technisch ist KeyWe zwar auch für PlayStation 5 erschienen, fordert die Hardware aber nicht sonderlich heraus. Hübsch und niedlich anzusehen, im Detail aber hin und wieder auch vernachlässigt, spricht Clipping-Fehler etc. Auch PS5 spezifische Features lässt man außen vor, weshalb man hier keine großen Unterschiede zwischen der Last- und New-Gen Version auszumachen sind.

Das lässt auch ein wenig Preis zweifeln, der mit 25 EUR für das Gebotene doch recht hoch ausfällt. Das wäre in Ordnung, wenn man eine Art Friends Pass oder ähnliches anbietet, so ist man zwar lange beschäftigt, finden sich aber in immer wiederholenden Aufgaben wieder, die den Preis aus unserer Sicht nicht so ganz rechtfertigen.

TEST: KeyWe – Hartes schuften in der Poststelle
“KeyWe ist putzig gemacht und an sich ein tolles Party Game für zwei Spieler. Die Aufgaben sind herausfordernd, auch wenn sie sich schnell wiederholen. Das könnte vor allem langfristig ein Problem werden, denn das Sammeln von unzähligen Outfits ist zwar nett, irgendwo aber auch zu wenig Belohnung, wenn man es nicht unbedingt auf Platz 1 der Bestenliste abgesehen hat. Die technischen Probleme im Online-KoOp bremsen den Titel derzeit zusätzlich aus und sollten schnellsten behoben werden. Dann kann man aber durchaus viel Spaß mit KeyWe haben, sobald Jeff und Debra erst einmal richtig loslegen. Einen Blick ist KeyWe aber definitiv wert.”
Plus
Putzige Kiwis
Herausfordernde Aufgaben
Denk- und Logik Ansätze
Minus
Derzeit noch Netzwerkprobleme
Aufgaben könnten abwechslungsreicher sein
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