
Bereits seit Jahren steht Lego nicht mehr nur für den großen Spaß am Klötzchenbau und freudige Stunden kindlicher Bastelfreude. Vielmehr hat sich der Name Lego zu einer festen Größe im Bereich der Filme und Videospiele gemausert. Besonders Letztgenannte erfreuen hierbei Klein und Groß gleichermaßen mit ihrem unbeschwerten Gameplay. Zusätzlich bietet der riesigen Fundus an Markenrechten der geneigten Spielerschaft mannigfaltige Abwechslung.
Anders sieht es da bei dem Gameplay aus – zwar, wie gesagt, unbeschwert und gleichermaßen spaßig, bietet es von Serienableger zu Serienableger keine großen Unterscheide. So ähnelt ein karibisches Abenteuer mit den dortigen Lego Piraten sehr den Geschehnissen im Klötzchen-Hogwarts oder Baustein-StarWars-Imperium.

Die Story startet im Weltall. Ihr werdet Zeuge eines epischen Kampfes zwischen den -Lanterns-. Dieser wird jedoch jäh durch das Auftauchen Brainiacs des Eroberers unterbrochen und ohne euch Chance zum Eingreifen zu geben, landet ihr kurz darauf auf dem Boden der Tatsachen. Genaugenommen sogar unter dem Boden – nämlich in der Kanalisation Gothams.
Dort findet ihr euch als Batman in Begleitung seines Kompagnons -Robin- auf der Jagd nach dem flüchtenden Killercroc wieder. Schnell lernt ihr erste Fähigkeiten eurer Charaktere zu nutzen. In Abhängigkeit der auffindbaren Kostüme/ Anzüge, welche, anders als im Vorgänger, direkt über eine Schnellauswahl angezogen werden können, seid ihr in der Lage unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen.
So saugt ihr zum Beispiel zunächst mit Robins Gefahren-Anzug vermeintliche Giftsteinchen auf um sie später in einen Maschine zu füllen. Diese wiederum baut euch Hilfsmittel mit denen ihr im Level voranschreitet. Oder ihr bewegt mittels Magnet-Anzug ansonsten starre Gegenstände, reisst mit einem Seil Steine von der Wand, ladet mit einem Elektroanzug Generatoren auf und so weiter und so fort.
Verschiedene Charaktere verfügen hierbei über unterschiedliche Anzüge und damit Fähigkeiten. Bei über 100 freispielbaren Charakteren aus dem DC-Universum und mehrfach spielbaren Story-Missionen sowie dem „freien Spiel“, welches euch nach den jeweilig absolvierten Kapiteln zur Verfügung steht, bietet das Spiel Unmengen an auffindbaren Secrets und stundenlange Unterhaltung abseits der Hauptstory.
Allgemein kann man sagen, dass Lego Batman 3 der spielbare Fanservice für alle DC-Anhänger ist. Selbst wandelnde Comic-Lexika dürften ob des einen oder anderen Charakters erst einmal überlegen müssen, wann und wo der letzte Auftritt dessen war.
Aber zurück zur Story. Diese ist nämlich wirklich unterhaltsam. So erwehrt ihr euch bald nicht nur mit Batman und den Mitgliedern der Justice League dem Antagonisten Brainiac. Stattdessen gesellen sich prominente Bösewichte, wie Joker und Lex Luthor zu eurer illustren Heldentruppe. Mit dieser kämpft ihr dann in abgegrenzten und nicht mit einander verbundenen Arealen gegen allerlei Widersacher. Die Kämpfe fallen hierbei Lego typisch äusserst einfach aus. Eine Taste für Angriffe und eine für Spezialattacken schränken die Variabiltät der Kämpfe auf das Nötigste ein. Doch als Lego Veteran weiß man, dass das Hauptaugenmerk hier nicht alleine auf Klötzchen-Klopperei liegt, sondern vielmehr seinen Reiz durch den Humor, die kleinen Knobeleien und das allgemeine „Hach, mir ist so wohl zu Mute“ Gefühl erhält.
Und diese drei Punkte sind, wie gewohnt, vorhanden. Ja, in Ordnung – der eine oder andere mag den Humor albern und kindlich finden. Gerade das wiederum darf man aber auch gerne als Pluspunkt werten, denn so ist das Spiel, wie jeder gute Pixar Film, gleichermaßen für Jung und Alt geeignet. Gepaart mit dem üblichen Splitscreen-Story-Koop, welche auch bei Lego Batman 3 nicht fehlt, ergeben sich hier Möglichkeiten für unterhaltsame generationsübergreifende Spiele-Sessions.
Und ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, dass auch Erwachsene eine Menge zu lachen haben. Ein – im späteren Spielverlauf stattfindender – Rollentausch der Charaktere, sorgt sicher auch bei mürrischen Zeitgenossen für den einen oder anderen Lacher. Eine ebenfalls entdeckbare Hommage, in Form eines ganzen spielbaren Levels als 1960er Jahre Batman, inklusive „Baff“ und „Krachbumm“ Sprechblasen, gehört für mich persönlich zu einem der ganz großen Momente innerhalb der Lego Spielereihe. Auftritte des Ur-Batman-Darstellers, Adam West, sowie des bekannten amerikanischen Talkshow-Moderators, Conan O’Brien, seien hier nur noch am Rande erwähnt.
Letztgenannter ist es auch, der euch im späteren Spielverlauf an eurem Kapitel-HUB erwartet. Optisch an die Mass Effect Weltraumkarte angelehnt, könnt ihr von hier aus sämtliche Kapitel frei anwählen.

In puncto Grafik fällt der Schritt auf die Current Gen recht verhalten aus. Sonderliche Verbesserungen zum Vorgängerteil finden sich im Detail. Dennoch darf man Lego Batman 3 als schick bezeichnen. Etwaige technische Probleme sind mir während des gesamten Tests nicht aufgefallen.
Ebenfalls als gelungen zu bezeichnen ist die deutsche Synchronisation. Die meisten Sprecher sind gut bis sehr gut gewählt. Besonders hervorheben möchte ich aber die musikalische Inszenierung des Spiels. Es ist vielleicht nicht die beste Art seine Zeit zu verbringen, aber ich bin sicher mehr als nur ein paar mal sinnlos minutenlang mit Wonder Woman durch die Gegend geflogen, weil ich ihr -dabei abgespieltes- TV-Theme hören wollte. Aber auch die restliche musikalische Untermalung ist stets gut gewählt und feinster Fan-Service.
Entwickler: Traveller’s Tales
Publishers: Warner Bros. Interactive Entertainment
Release: erhältlich
Offizielle Homepage: www.videogames.lego.com
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