TEST: Life is Strange – Wer hat an der Uhr gedreht?

Spätestens seit der Veröffentlichung von „Remember Me“ auf der PlayStation 3 dürfte jedem der französische Entwickler DontNod Entertainment ein Begriff sein, der heute zusammen mit Square Enix das Episoden-Adventure „Life is Strange“ veröffentlicht hat.

Bereits „Remember Me“ überzeugte damals mit einer interessanten Story und einem außergewöhnlichen Art-Style, was einen umso gespannter auf die Veröffentlichung von „Life is Strange“ blicken ließ.

Wer hat an der Uhr gedreht … ?

Wie erwähnt handelt es sich hier um ein Episoden-Adventure, dessen erste Folge mit dem Namen „Chrysalis“ hauptsächlich dazu dient, die Charaktere der Geschichte und die Spielmechanik einzuführen. Im Mittelpunkt steht dabei die Fotografie-Studentin Max Caulfield, die wie aus heiterem Himmel die Zeit zurückdrehen kann und dabei in einer brenzligen Situation ihrer ehemals besten Freundin Chloe das Leben rettet. Wieso und weshalb sie diese Fähigkeit besitzt, bleibt weitestgehend ungeklärt, sodass man hier abwarten muss, ob man sich dies für später aufhebt oder einfach so stehen lässt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wirkt es wie ein hineingeworfenes Element, um die Geschichte spannender zu gestalten. Aber warten wir es ab …

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Das Leben von Max spielt sich zum aktuellen Zeitpunkt auf dem Campus der Blackwell Academy in Arcadia Bay ab, wo Teenager ihrem typischen Alltag nachgehen und ihre so ganz eigenen Probleme und Konflikte untereinander haben. Max Leidenschaft ist natürlich die Fotografie, durch die sie hin und wieder in die ein oder andere interessante Situation gerät. Durch die frei begehbaren Areale und der Möglichkeit, vieles erkunden zu können und so noch mehr über bestimmte Dinge oder Orte zu erfahren, wird ein wohliges und äußerst glaubhaftes Setting erschaffen, das man durchstreift. So kommt man nicht drum herum, dass in Arcadia Bay ein Mädchen namens Rachel auf mysteriöse Weise verschwunden ist, die zeitgleich eine gute Freundin von Chloe war. Doch das etwas an diesem Verschwinden nicht ganz rechtens ist, legt den eigentlichen Grundstein für die Story von „Life is Strange“.

Interaktive Story oder Videospiel … ?

Die Erzählung selbst lässt wieder die Frage aufkommen, ob es sich hier wie bei „Heavy Rain“ oder „Beyond: Two Souls“ um eine interaktive Story oder um ein echtes Videospiel handelt. Es ist unverkennbar, dass DontNod diese beiden Spiele in „Life is Strange“ miteinander zu verbinden versucht und das Entscheidungssystem aus „Beyond“ aufgreift, um sie mit den Konsequenzen aus „Heavy Rain“ – seien sie kurz- oder langfristig – zu verbinden. Dadurch entsteht ein verzweigter Handlungsstrang, in dem eure Entscheidungen den Verlauf direkt beeinflussen. Ob dies auch übergreifend für die kommenden Episoden gilt, ist noch unklar. Wer allerdings die Spiele von Quantic Dream mag, der ist bei „Life is Strange“ definitiv richtig!

Ein weiterer und wichtiger Part im Spiel sind die Rätsel, in denen es für Max hin und hier wieder knifflige Aufgaben zu lösen gilt. In einer Szenen versperrt ihr zum Beispiel einer Mädchengang den Zugang zu den Quartieren, sodass ihr zunächst einen Weg finden müsst, diese von der Stelle zu bewegen und anschließend mit einem Farbeimer zu überschütten. Im Anschluss hat man zudem die Möglichkeit, das Gespräch zwischen euch so zu lenken, dass man sich wieder freundschaftlich annähert.

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Zum Showdown in „Chrysalis“ kommt es durch die Flashbacks von Max, durch die sie auf katastrophale Ereignisse vorausschauen und durch ihre Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen, verhindern kann. Wenn euch das bekannt vor kommt, dann habt ihr sicherlich den Film „Buttefly Effect“ gesehen, der das Ganze wohl am Besten beschreibt. Wie üblich bei einem solchen Einschreiten, verändert dies den Lauf der Geschichte und führt in diesem Falle zu dem angekündigten Cliffhanger, der uns nun neugierig auf die zweite Episode „Out of Time“ machen soll, die in rund sechs Wochen erscheint.

Interessante Optik …

lis (1)Bereits „Remember Me“ faszinierte auf der PlayStation 3 mit seinem Art-Style, sodass man auch von „Life is Strange“ erwarten konnte, dass uns DontNod aus Sicht der Grafik nicht enttäuschen wird. Diesmal setzt man auf einen visuellen Mix, der an den Hand-Drawn- und Papercraft-Style erinnert. Insbesondere aber, dass die Story zur idyllischen Herbstzeit spielt, erschafft eine tolle und atmosphärische Umgebung zum Wohlfühlen. Einzig die hier und da nachladenden Objekte und die teils steife Mimik der Charaktere stören ein wenig dieses Gesamtbild.
Dieses Manko holt man allerdings wieder mit dem wunderschönen Soundtrack heraus, einer Mischung aus eigens komponierter Gitarrenmusik oder lizenzierten Musikstücken, die das stimmige Setting untermalen, abgerundet von tollen Synchronsprechern.

Ein wenig kritisieren muss man dabei aber, dass das Spiel nicht lokalisiert wurde, sondern komplett in Englisch und mit englischen Untertiteln daherkommt. Zumindest letzteres hätte man als Service erwarten dürfen, vor allem, da „Life is Strange“ von seiner Story lebt.

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TEST: Life is Strange – Wer hat an der Uhr gedreht?
„Bis jetzt verfolgt Life is Strange in der Story interessante Ansätze, obwohl man noch nicht sehr viel über dessen weiteren Verlauf erahnen kann. Dass man auf das Konzept der Quantic Dream Spiele setzt oder das Entscheidungssystem von Telltale´s The Walking Dead, wenn man so will, ist weniger abgekupfert, da man mit dem Element des Zeit zurückdrehens dem Spiel seine eigene Note verleiht. Wir sind äußert gespannt, wie es in Life is Strange weitergeht und empfehlen das Spiel all denjenigen, die auf eine glaubhafte Geschichtenerzählung mit dem gewissen mystischen Faktor stehen.“
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