TEST: Mittelerde: Schatten des Krieges

Es rumort in Mordor, dem dunklen Teil Mittelerdes. Eine neue Macht ist auf dem Weg zu epischer Stärke und es wird Zeit, die alte Ordnung aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es wird Zeit für einen neuen Herrscher: Euch! Scharrt eure Armeen um euch und nehmt es mit einem alten Feind auf…

Nach einer intensiven Testphase, in der wir das Spiel bis in den kleinsten Winkel erforscht haben, verraten wir euch jetzt, worauf ihr in „Mittelerde: Schatten des Krieges“ achten müsst und ob es sich lohnt kostbare Lebenszeit in das Spiel zu investieren. Los geht´s!

Die Gefährten

Wie bereits in „Mittelerde: Mordors Schatten“ spielt man auch im Nachfolger den „Grabwandler“ Talion, der wieder von seinem Elbenschmied-Kumpanen Celebrimbor begleitet wird. Gemeinsam verfolgen sie mehr oder weniger die gleichen Ziele.

Dieses Mal hat Celebrimbor einen weiteren Ring geschmiedet, um die Macht in Mittelerde zu ergreifen. Wen man für dieses Unterfangen besiegen muss, sollte jedem, dem das Wort Mittelerde ein Begriff ist, ebenfalls klar sein, denn es ist kein geringerer als Sauron, der Herrscher von Mordor. Aber fangen wir von vorne an.

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Das Spiel konzentriert sich hauptsächlich auf den Story-Modus, wobei auch ein wenig Online-Action geboten wird. Zunächst erlernen wir bereits im Prolog die wichtigen Grundlagen, wie z.B. das Blocken von Angriffen, mögliche Kombos oder das schnelle Erklimmen von Klippen oder Türmen. Das Schöne daran ist, dass man sich nicht in öden Trainingsarenen vorbereiten muss, sondern direkt ins Abenteuer abtauchen kann. Auch kommen im Kampf immer mal wieder, dezent eingeblendet, nützliche Tipps bzgl. Angriffs-Kombos, welche grade zu Beginn in den schnellen Kämpfen durchaus nützlich sind. Zudem lassen sich so eingestaubte Erinnerungen hervorragend wieder neu beleben.

Sowohl Fluch als auch Segen ist der große Umfang, den „Mittelerde: Schatten des Krieges“ uns bietet. Direkt zu Beginn werden wir mit unzähligen möglichen Aufträgen konfrontiert, für die wir allerdings teilweise noch viel zu schwach sind. Diese Erkenntnis erlangt man jedoch erst, wenn man bereits von Orks umzingelt einem übermächtigen Hauptmann (hierzu später mehr) gegenübersteht und falscher Ehrgeiz zum Tode führt. Nachdem dann auch diese Lektion gelernt ist, steht man wieder auf konzentriert sich auf die Hauptmissionen. Diese sind durchaus anspruchsvoll, aber machbar. Im späteren Spielverlauf wird die Karte dann immer übersichtlicher und die verschiedenen Aufträge sorgen für eine sehr angenehme Abwechslung im Spiel. Auch in den Kämpfen wird man selbst von Zeit zu Zeit immer schwieriger zu schlagen.

Die Taktik macht‘s!

Grundsätzlich bewegt man sich in den verschiedenen Gebieten völlig frei und kann es auch in der Regel entspannt mit den normalen Ork-Schlägern aufnehmen. Gefährlich wird es dann, wenn zu der feindlichen Horde noch ein oder mehrere Hauptmänner hinzukommen. Und das geht es schneller als gedacht, denn diese laufen schon mal ganz gerne durch die Weltgeschichte herum und überraschen euch plötzlich in Situationen, in denen ihr nicht mit ihnen gerechnet habt. Seid also immer auf der Hut!

Die Kraft der Hauptmänner kann an ihrem Level erahnt werden. Sie haben Stärken und Schwächen. Die Stärken sind erkennbar, sobald ihr einem über den Weg lauft, die Informationen über die Schwächen jedoch müssen aus einem Verhör mit einem Ork herausgefunden werden. Diese speziell zu verhörenden Orks sind auf der Karte extra markiert und relativ häufig anzutreffen. Ihr solltet also kein Problem haben, genügend Informationen über den Feind zu sammeln. Außerdem ist es sehr empfehlenswert dies auch wirklich zu tun! Denn einige Hauptmänner verursachen ordentlich Schaden, da kann man es sich nicht unbedingt erlauben erst noch die Schwächen im Kampf herauszufinden. Ab und zu empfiehlt es sich auch die Hauptmänner von dem Rest der Horde zu trennen, um diesen dann leichter besiegen zu können.

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Wichtig ist auch: Sollte euch ein Hauptmann im Kampf töten, steigt er im Level auf und wird noch mächtiger, was unbedingt vermieden werden sollte. Solltet ihr im Kampf von einem gewöhnlichen Krieger getötet werden, so steigt dieser ebenfalls zu einem Hauptmann auf und ihr erhaltet einen weiteren starken Feind dazu. Hier greift das hervorragend ausgearbeitete Nemesis-System, bei dem sich die Feinde merken, wie ihr sie zurichtet, indem ihr ihnen etwa einen Arm abgetrennt habt oder sie erst von den Toten wieder auferstehen mussten. Besonders schön: eben diese Feinde lassen sich aus „Mordors Schatten“ übertragen, um so auf alte Bekannte zu treffen.

Ein Ring sie alle zu knechten

Die Macht des Rings ist sehr entscheidend für den Aufbau der Armee zur Bekämpfung des Feindes. So ist es mit Hilfe des Rings möglich, feindliche Krieger und sogar Hauptmänner zu „bekehren“, was grade bei den Hauptmännern die deutlich bessere Alternative zur Hinrichtung ist. So kämpfen diese nämlich im weiteren Verlauf auf eurer Seite. Andernfalls wird nach einer gewissen Zeit ein toter feindlicher Hauptmann durch einen neuen ersetzt und der Kampf geht erneut los. Der Fortschritt wird dadurch natürlich etwas ausgebremst.

Um Mordor beherrschen zu können, müssen in verschiedenen Gebieten auch die Festungen eingenommen werden. Den Startschuss zum Angriff legt der Spieler selbst fest. Hierbei empfiehlt es sich jedoch erst die Reihen des Gegners auszudünnen, indem die feindlichen Hauptmänner eliminiert oder bekehrt werden. Dies könnt ihr im jeweiligen Gebiet selbst erledigen oder eure eigenen Hauptmänner losschicken, um feindlichen Befehlshaber auszuschalten. Bei den Aufträgen könnt ihr auch unterstützend eingreifen, um den Erfolg der Mission zu sichern. Die zuvor besiegten Feinde stehen dann somit logischerweise beim Angriff auf die Festung nicht mehr in dieser und bereiten euch damit auch keine weiteren Schwierigkeiten mehr. Das heißt also, je mehr Hauptmänner vorher ausgeschaltet werden, desto einfacher wird es die Festung einzunehmen. Ebenfalls effektiv ist es, einen Spion in den Reihen des Feindes zu platzieren. Dieser fällt dann dem zu beschützenden Häuptling in den Rücken und schwächt ihn deutlich.

In den letzten Schritten vor dem Sturm müssen auch noch die kommandierenden Hauptmänner festgelegt werden. Diesen können dann noch, zu den regulären Truppen, Spezialeinheiten, wie zusätzliche Schildträger oder Armbrustschützen zugeordnet werden. Hinzu kommen auch noch mächtige Kreaturen wie Wargs oder Caragors, die uns nicht einfach nur zur Seite stehen, sondern auch teilweise mit Katapulten ausgestattet sind, mit denen wir nicht nur dem Feind, sondern auch den Mauern, die uns den Weg versperren, ordentlich zusetzen können. Zusätzlich lassen sich Spezialgeschosse wie Brandbomben oder Giftschleudern ausrüsten, um die Schwächen der Feinde auszunutzen. Mit aufsteigendem Level können dann immer mehr Hauptmänner mit bei den Angriffen eingesetzt werden. Um den Erfolg des Angriffs auf die jeweilige Festung sicherzustellen, empfiehlt sich also eine sorgfältige, durchdachte und aufwendige Planung.

Innerhalb der Festung selbst arbeiten wir uns von Ring zu Ring und nehmen dabei Checkpoints ein, bis wir schließlich die ganze Festung unter unsere Kontrolle gebracht haben. Hier startet dann der Online-Modus, in welchem wir versuchen, die Forts von anderen Spielern zu übernehmen, während diese sich an unseren versuchen.

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Immer mehr Macht

Auch Talion wird im Verlauf des Spiels immer stärker und das nicht nur durch die stetig anwachsende Kampferfahrung. Auch der Skill-Baum füllt sich zunehmend und erlaubt so in den Kämpfen immer mehr nützliche Fähigkeiten, um den Gegner auszuschalten. Dieses Mal gibt es zu den Fähigkeiten noch jeweils drei kleine Erweiterungen der Fähigkeit, aus denen man eine wählen darf, um diese zu verfeinern. So lassen sich Feinde etwa bei einer Betäubung noch zusätzlich einfrieren oder der Schaden durch Gift verringern. Durch diese gelungenen abwechselnden Angriffsmöglichkeiten wird der Spielspaß nochmals deutlich erhöht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausrüstung Talions. Im Laufe des Spiels finden sich beispielsweise immer bessere Schwerter oder Bögen. Gute Ausrüstung findet man auch, indem man feindliche, hochrangige Hauptmänner tötet. Diese Ausrüstung kann dann noch in verschiedenen Varianten aufgewertet werden. Dies wird durch den Spieler individuell angepasst. Die neuen Gegenstände haben dabei nicht nur einen optischen Reiz, sondern sorgen für neue Stärken und Vorteile gegenüber dem Feind. Rollenspiel at it’s best.

Sauron’s Auge…

sollte nicht unbedingt so ganz genau hinschauen, denn auch wenn das Spiel im Ganzen dem aktuellen Stand heute Triple-A Produktionen entspricht, schafft man es nicht ganz, sich wirklich hervorzutun. Auffällig ist natürlich, dass „Mittelerde: Schatten des Krieges“ deutlich öfter zur Farbpalette greift als noch im Vorgänger, auch die Darstellung der Orcs samt Animationen sind wirklich gelungen, was insbesondere auf der PS4 Pro hervorsticht, sofern man das entsprechende 4K Pack heruntergeladen hat. Obendrauf werden z.B. erfolgreiche Schleichangriffe sehr schön dargestellt und laufen absolut flüssig ab. Auch die Synchronisierung ist sehr gelungen und so lassen sich auch die Zwischensequenzen schön ansehen.

TEST: Mittelerde: Schatten des Krieges
"Im Großen und Ganzen lässt sich zu „Mittelerde: Schatten des Krieges“ nichts wirklich Schlechtes sagen. Das Spiel ist wirklich gelungen und bietet dem Spieler zahlreiche unterhaltsame Spielstunden, bei denen man auch ab und zu mal die Zeit vergisst. Hier glänzt neben der guten Story vor allem der große Umfang an abwechslungsreichen Möglichkeiten, die zum Ausprobieren und Herumstöbern einladen. Auch das ausgeklügelte Nemesis-System und das bewehrte Kampfsystem wissen sich durchaus zu behaupten und können dabei sowohl Fans als auch Neueinsteiger gerade durch den sanften Einstieg gut mitreizen. Die grafische Darstellung ist absolut zeitgemäß, allerdings fehlt das wirklich Besondere daran, was insgesamt aber durch die durchweg gute Atmosphäre wieder ausgeglichen wird. Einen bitteren Beigeschmack haben die jedoch kostenpflichtigen Loot Boxen, die uns mit besonders starken Orks und Gegenständen versorgen, um so leichter durch das Spiel zu kommen. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob das nun gut oder schlecht ist.“
9.2
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