TEST: Mortal Kombat – Eine Legende kehrt zurück!

Lange mussten Fans von Mortal Kombat warten, um das zu bekommen, was man sich sehnlichst gewünscht hat. Dem kommen Netherrealm und Warner Interactive nun nach und veröffentlichen den bereits neunten Ableger der Serie. Nach dem absoluten Tiefpunkt der Mortal Kombat Serie mit „Mortal Kombat vs. DC Universe“ steht nun wieder ein Spiel ins Haus, das seinem Namen alle Ehre macht. Wir haben uns das Spiel für euch angeschaut.

FIGHT!

Mortal Kombat bietet vor allem Abwechslung und hält das, was Netherrealm zuvor versprochen hat – ein „Best-Of“ aller Mortal Kombat Spiele. Direkt im Hauptmenü steht ihr vor der Auswahl für Kampf, Story-Modus, Turm der Herausforderung, Training, Online, Extras und Optionen.

Wir haben uns zunächst in den Story-Modus gestürzt, der eine fließende Geschichte über das zehnte Mortal Kombat Turnier erzählt. Raiden als Anführer der Menschen sieht düstere Visionen über das Ende des Earthrealm und sieht sich wieder einmal berufen, das Schicksal der Erde in einem Turnier zu entscheiden. Euch Gegenüber stehen die Legionen des Outworld mit Shang Tsung als Anführer, gefolgt von bekannten Charakteren der Mortal Kombat-Geschichte wie Quan-Chi, Scorpion, Sindel oder Kano.

Nach dem Intro des Story-Modus seht ihr euch auch bereits der ersten Konfrontation ausgesetzt, die ihr mit Johnny Cage austragen müsst. Die fortlaufende Story bringt immer mehr Charaktere ins Spiel, die wie im Schlagabtausch gegeneinander antreten. Jeder der Charakter bringt seine eigene Geschichte ins Spiel, die mal aus Hinterhalten, Racheplänen oder diversen Auftragsmorden besteht. Auch einige Überraschungen warten auch euch, wie Cyrex und Sektor einmal in menschlicher Gestalt zu sehen. Habt ihr euch so durch das Turnier gekämpft, wartet am Ende Shang Tsung .

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Leider kommt der Story–Modus etwas aufgesetzt und nicht gerade sehr authentisch herüber, sondern wirkt selbst für eine Fantasiestory wie Mortal Kombat eher an den Haaren herbeigezogen. Dazu kommt, dass die Synchronstimmen nicht wirklich gut getroffen sind und häufig die Lippensynchronisation nicht hinhaut. Die vielen Zwischensequenzen hätten zudem deutlich besser aussehen, die offenbar nicht in HD vorliegen und nur skaliert werden. Weiterhin sind im Story-Modus auch keine Fatalities nach den Runden möglich. Im Gesamten hätte man sich den Story-Modus aus unserer Sicht komplett sparen und die Ressourcen woanders hinein stecken können.

Habt ihr euch den Story-Modus gekämpft, wartet auf euch das klassische Mortal Kombat, wo ihr euch auf einer Leiter von zehn Kämpfern durchschlagen müsst. Hintereinander weg erwarten euch hier sieben Rivalen sowie Shang Tsung, Goro Kintaro und Shao Khan als Endgegner. Habt ihr euch bis nach oben durchgekämpft und Shao Khan besiegt, erfahrt ihr in einer Erzählung die Geschichte eures erwählten Kämpfers. Ein bisschen wenig für unseren Geschmack! Hier hätte man zum Beispiel die Ressourcen aus dem Story-Modus hineinstecken und jedem Kämpfer eine eigene interessante Story geben können, die auch zwischen den Kämpfen erzählt wird.

Der Kampf-Modus bietet alternativ ein Teamturnier, wo ihr jeweils mit zwei Kämpfern gegen zwei andere antreten müsst. Das Teamturnier folgt dem gleichen Prinzip wie der einfache Kampf-Modus.

Neben den „Story-Lines“ der Kämpfer, bietet der Kampf-Modus die Minispiele „Teste dein Glück“, „Teste deine Kraft“, „Teste dein Auge“ und „Teste dein Schlag“. Diese dürften vielen aus früheren Mortal Kombat Spielen bekannt vorkommen. Sie lockern die Kämpfe zwischendurch immer wieder auf. Diesmal sind diese aber als getrennter Spielmodus vorhanden und an den Fortschritt beim „Turm der Herausforderungen“ gebunden. Auch hier hat Netherrealm wieder ein eigenes Süppchen gekocht und irgendwie ist es unverständlich, warum man die Minispiele nicht mit zwischen die Fights im Kampfmodus packt.

Im „Turm der Herausforderungen“ erwarten euch dann unzählige Aufgaben, von einem kleinen Training, über das Besiegen von Gegner unter bestimmten Bedingungen, bis hin zu Handicap-Fights. Der Modus gibt dann weitere Aufträge für die Minispiele sowie Boni oder Belohnungen frei.

Ungeübte Mortal Kombat Kämpfer können sich zunächst auch mit dem Training beschäftigen. Vom Tutorial, über das Üben von Fatalities und dem Teamk-Kampf, kann hier alles in Ruhe ausprobiert werden.

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Mortal Kombat Online & Multiplayer

Neben dem Singleplayer-Modus, der bereits viel Abwechslung bietet, gibt es natürlich auch einen Online- und Multiplayer-Modus für zwei bis vier Spieler.

Im Online-Modus habt ihr die Wahl zwischen Ranglisten-Spielen, privaten Matches oder könnt auch spezielle Lobbys anlegen. Im Online-Modus steht natürlich auch der Tag-Team Kampf und alle anderen Varianten aus dem Singleplayer zur Verfügung. Auch Ranglisten, Nachricht des Tages und Statistiken sind vorhanden.

Ein Highlight im Online-Modus ist der „King of the Hill“-Spielmodus, auch Partymodus genannt. Hier könnt ihr euch zunächst ein Avatar in verniedlichten Form aussuchen und damit direkt in die Party stürzen. Der Bildschirm wird hier im Theatermodus dargestellt, während eure Avatare im Vordergrund für Unterhaltung sorgen. Mit anderen Spielern in der Lobby werden hier nacheinander die Fights ausgetragen, während alle anderen Wartenden mit Interaktionen auf den Kampf einwirken können. Da fliegen schon mal Tomaten oder Kuchenstücken gegen den Bildschirm. Ist euer Fight vorbei, könnt ihr euren Gegner am Ende sogar eine Bewertung geben.

Wer zu Hause mit Freunden spielen möchte, stürzt sich in die Versus-Fights, die 1 gegen 1 oder im Tag-Team mit bis zu 4 Spielern gespielt werden können. Hier könnt ihr auch die speziellen Mortal Kombat Codes einsetzen, welche den Kampf modifizieren und aus euch Zombies machen, Waffen deaktivieren oder andere Handicaps in den Kampf einbauen.

Extras

Während des Mortal Kombat Turniers und in sämtlichen Kämpfen oder Aufgaben sammelt ihr Münzen. Diese können in der Krypta eingelöst werden und schalten dort zahlreiche Extras wie Konzeptzeichnungen, alternative Kostüme, neue Moves, Arenen oder neue Fatalities frei. Die Krypta ist ebenfalls ein Relikt eines früheren Mortal Kombat-Spiels und dürfte Fans bekannt sein. 299 Extras wollen hier freigeschaltet werden, die diesmal auch mit deutlich mehr Animationen aufwarten. Wenn ihr auf Folter oder Köpfen steht, seid ihr in der Krypta genau richtig.

In der Nekropolis könnt ihr euch dann alles was ihr freigespielt habt in Ruhe und für jeden einzelnen Kämpfer anschauen. Hier könnt ihr die Outfits wechseln, Charakter-Bios durchlesen, Statistiken auswerten oder die Endsequenzen anschauen. Die Galerie bietet dann einen Überblick über Artworks, Zeichnungen oder den Soundtrack.

Gameplay

Das Gameplay bei Fight-Spielen ist immer die Sache, die wirklich ganz genau hinhauen muss, da hier Fehler beim Spielen sofort bestraft werden. Man erinnere sich an Mortal Kombat I zurück, als man mit massiven Verzögerungen von der Eingabe bis zum Ausführen der Aktion zu kämpfen hatte. Solche Fauxpas gehören Gott sei Dank der Vergangenheit an und Mortal Kombat bietet nun eine erstklassige Steuerung und Umsetzung der Fight-Mechaniken. Alte Mortal Kombat-Veteranen werden sofort zurechtkommen, während Neulinge recht schnell den Einstieg finden werden. Nicht zuletzt durch das komfortable Training, das euch zur Verfügung steht.

Jeder einzelne Kämpfer bietet dutzende Moves, Special Moves und Fatalities, die sich nach kurzem einstudieren schnell und locker von der Hand im Spiel einsetzen lassen. Profis werden sich an längeren Combos versuchen oder den Tag-Team Partner mit einzubeziehen. Netherrealm hat auch genau darauf geachtet, dass jeder Kämpfer seinen individuellen Stil hat und sich am Ende für jeden Spieler ein oder mehrere Lieblingskämpfer herauskristallisieren.

Die PS3-Version enthält zusätzlich den exklusiven Charakter Kratos aus God of War. Dieser taucht zwar nicht im Story-Modus auf, aber kann dafür in jedem anderen Spielmodi gewählt werden. Kratos verfügt über eigene Fatalities und Moves, die auf ihn und seine Waffen zugeschnitten sind. Er nutzt original Waffen aus God of War, wie die Chaos-Klingen, das Schwert oder den Feuerbogen. Kombos werden hier sogar über die Quick-Time Events umgesetzt. Als Gastcharakter hätte man wohl auch keinen besseren als Kratos finden können, der von sich aus schon einen mythischen Hintergrund mit sich bringt und perfekt in die Liga der Mortal Kombat Charaktere passt. Weitere Kämpfer sind bereist als DLC in Planung sowie warten einige als geheime Charaktere im Spiel auf euch.

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Auch das Markenzeichen der Mortal Kombat-Serie ist wieder dabei – die Fatalities. Brutal und einfallsreicher als jemals zuvor könnt ihr eure Gegner hier „abschlachten“. Jeder Kämpfer verfügt über zwei Fatalities, ein Stage Fatality sowie wie ein Babality. Einige traditionelle Fatalities hat man beibehalten und zeitgemäß etwas aufgepeppt, andere schockieren teilweise komplett neu. Auch die Endgegner Shao Khan und Goro haben nun eigene Fatalities, die von euch nichts übrig lassen.

Hinzu kommen noch die neuen X-Ray Moves, die einen der stärksten Angriffe im Spiel darstellen und prächtig in Szene gesetzt werden. Ein nettes neues Feature, das euch die Schmerzen dabei fast selber spüren lässt und den berühmten Fatalities in Nichts nachstehen.

Was das Gameplay angeht können wir bei Mortal Kombat 9 absolut nichts aussetzen. Auch beim Schwierigkeitsgrad ist die ganze Liga von Anfänger bis Experte vertreten. Die Balance zwischen den Gegner ist ebenfalls ausgewogen. Man kann sagen, dass Netherrealm hier einen perfekten Job abgeliefert hat.

Grafik

Grafisch setzt Mortal Kombat auf das wohl am Besten geeignetste 2D Design mit 3D Elementen. Während die Kämpfer größtenteils in 2D dargestellt werden, sind die Umgebungen und interaktive Objekte in mehreren Ebenen und 3D gerendert. Hinzukommen kommen Kameraschwenks, in denen der dreidimensionale Raum auch richtig zur Geltung kommt.

Mortal Kombat ist allgemein recht bunt und farbenfroh gehalten. Es gibt 30 verschiedene und interaktive Umgebungen, die ihr euch zu Nutze machen könnt und bis ins Details gestaltet wurden. Vom U-Bahn Tunnel, eine Wüste, Goros Unterschlupf, Khans Kolosseum oder das Säurebad ist alles dabei.

Fast alle Kämpfer im Spiel haben sich auch diesmal wieder optisch verändert. Das sind Mortal Kombat-Fans aber inzwischen gewohnt, was wiederum auch nichts Negatives zu bedeuten hat. Die Charaktermodelle werden detaillierter dargestellt und bieten alternative Outfits, und auch die Animationen sind passend und schön anzusehen. Die Mortal Kombat-Charaktere sind und bleiben einzigartig und im neuesten Ableger findest man quasi die Top Liga aus allen bisherigen Mortal Kombat-Spielen.

Auch Mortal Kombat unterstützt stereoskopisches 3D, das Netherrealm zuvor als besonderes Highlight angepriesen hat. Durch die 2D-Grafiken ließ sich das natürlich einfacher umsetzen. Waren wir in der Demo noch völlig überzeugt vom 3D-Effekt, scheint die Vollversion mit einigen Problemen zu kämpfen. Insbesondere bei Zwischensequenzen im Story-Modus fallen hier grobe Darstellungsfehler auf, wie vergrößerte Pixel auf dem Bildschirm oder schwammige Konturen, die doch arg stören. Wir hoffen, dass sich dies durch ein Update verbessern lässt. In den Versus-Fights macht 3D aber einen hervorragenden Eindruck was die Tiefen- und Darstellung der Ebenen angeht. Ein Spielgefühl, das man bei Gelegenheit auf jeden Fall ausprobieren sollte.

Sound

Sieht man einmal über die Synchronisation im Story-Modus hinweg, erwartet euch bei Mortal Kombat ein erstklassiges Klangbild. Die Charaktere haben oft nicht mehr als kurze Provokationssprüche vor, während und nach dem Kampf. So konnte man hier natürlich auch nicht viel falsch machen. Der Soundtrack zum Spiel, die Umgebungssounds und die Geräusche bei Treffern oder Knochenbrüchen sind stimmig und lassen diese auch akustisch spüren. Ansonsten erwartet euch eine gute Mischung aus rockigen Metal- über Elektrosounds bis hin zu asiatischen Klängen. Typisch Mortal Kombat eben!

Homepage: www.themortalkombat.com

TEST: Mortal Kombat – Eine Legende kehrt zurück!
"Mortal Kombat bietet tatsächlich das, was Netherrealm versprochen hat. Man hat auf die Fans gehört und das geliefert, was man sich seit Jahren wünscht. Leider fehlt dem Spiel ein vernünftig strukturierter Aufbau, was  den Eindruck vermittelt, jeder seinen Teil dazu getan und extra auf die Disc gepresst. Verschiedene Spielmodi hätte man durchaus zusammenlegen können und so für mehr Abwechslung sorgen. Dieses ständige Hin und Her im Menü stellt neben dem verfehlten Story-Modus für uns den größten Kritikpunkt dar. Insbesondere die Storys der einzelnen Charaktere wären ausbaufähig gewesen. Letztendlich ist es aber das beste Mortal Kombat aller Zeiten. Genau die richtige Anzahl und Mischung Features, Charakteren und Abwechslung. Wahre Mortal Kombat-Fans kommen definitiv auf ihre Kosten und können sorglos zugreifen."
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