TEST: PAYDAY – The Heist

Mit einer kleiner Verzögerung erschien diese Woche nun auch PAYDAY: The Heist im europäischen PlayStation Store, das von Overkill Software und Sony Online Entertainment entwickelt wurde.

In der Rolle eines Gangsters mit dem Schwerpunkt für Überfälle bietet euch PAYDAY: The Heist sechs unterschiedliche Szenarien, die vom traditionellen Banküberfall, über das Befreien eines Gefangenen bis hin zu dem Raub von Diamanten reichen.

Vor jedem Coup stellt ihr euch ein Team aus vier Gangstern zusammen, wobei man sich hier auf unterschiedliche Rollen festlegen kann. Je nach Ausrüstung kann man sich besser in die Offensive begeben, als Scharfschütze fungieren oder als Unterstützer tätig werden. Je höher euer ‚Ruf‘ (Level) im Spiel steigt, desto mehr Equipment steht euch nachher zur Verfügung.

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PAYDAY: The Heist ist vorranging als Co-Op Spiel konzipiert und macht hier auch am meisten Spaß. Bis zu vier Spieler können gleichzeitig einen Überfall planen, wobei fehlende Co-Op Partner auch durch die KI ersetzt werden können. Wer ganz auf den Co-Op Modus verzichtet, kann auch nur mit der KI spielen.

Euer erster Überfall führt euch in die Weltzentralbank, wo es den Tresor im gut bewachten und hinteren Teil des Gebäudes zu knacken und auszuräumen gilt. Natürlich spaziert man nicht einfach so in die Bank hinein und die freundliche Dame am Bankschalter überreicht euch mit einem Lächeln im Gesicht die Millionen. Zunächst muss sich jeder seine Ausrüstung zusammenstellen, wobei man hier nun seine spezielle Rolle definieren kann. Euer Coup wurde bereits von einem Insider vorbereitet, der passendes Werkzeug in der Bank deponiert hat, mit dem ihr in den Tresorraum gelangt. Habt ihr euch ein wenig in der Bank umgeschaut, könnt ihr den Überfall jederzeit selbst starten.

Hier kommen dann auch die berühmten Masken zum Einsatz, die in gewisser Weise schon ein Markenzeichen des Spiels sein dürften. Habt ihr den Überfall gestartet, befindet ihr euch auch schon inmitten einer wilden Schießerei mit dem Sicherheitspersonal. Zwischen dem ganzen Geballer müsst ihr den Bankmanager finden, euch die platzierte Ausrüstung besorgen, die Gittertür zum Tresorraum aufbohren und ganz nebenbei noch die lästigen Polizei, SWAT- und FBI-Einheiten vom Leib halten, die in zahlreichen Gegnerwellen in die Bank stürmen. Als wäre das nicht schon schwer genug, müsst ihr auch noch die Geiseln in Schach halten, den Bohrer an der Tür immer wieder neu starten, die Kameraaufzeichnungen löschen oder euren verletzten Partner am Boden aufhelfen. Teamarbeit wird hier am Ende belohnt.

Die Polizei, SWAT- und FBI-Einheiten fahren dabei alle Geschütze auf, greifen euch mit Scharfschützen auf gegenüberliegenden Gebäuden, stark gepanzerte Einheiten, Rauchgranaten oder fiesen Taser-Waffen an, um mit allen Mitteln den Überfall zu verhindern. Hier kann es auch zu Festnahmen einzelner Teammitglieder kommen, die euch durch Verhandlungen mit der Polizei und dem Austausch von Geiseln zurück ins Spiel bringen. Etwas nervig dabei ist die Wartezeit von dreieinhalb Minuten, bis ihr wieder in das Spiel einsteigen könnt.

Ihr selbst steht natürlich auch nicht mit leeren Händen dar und erhaltet im Laufe des Spiels immer stärkere und effektivere Waffen, darunter ein Brenner, Laser-Minen, eine Crosskill 0.45, M308 oder Compact-5. Diese können zusätzlich mit Rückstoßdämpfern oder größeren Magazinen ausgestattet werden. Die Auswahl umfasst hier 50 Upgrades für jede der drei Klassen.

Habt ihr euer Ziel erreicht, den Tresor aufgebrochen und das Geld eingesackt, steht nun die Flucht auf dem Plan. Irgendwo im Umkreis steht ein weiterer Komplize und wartet darauf euch abzuholen, wobei der Coup an diesem Punkt abgeschlossen ist. Sich bis dahin durchzuschlagen ist allerdings eine Herausforderung für sich, selbst auf den leichten Schwierigkeitsgraden. Jedes der sechs Szenarien ist komplett unterschiedlich aufgebaut und bietet einzigartige Settings, individuelle Handlungsstrategien und Aufgaben die erfüllt werden müssen. Die unterschiedlichen Settings sind dabei gut gewählt und führen euch von einer gesprengten Brücke bei Nacht in ein Schlachthaus oder eben eine Bank.

PAYDAY: The Heist ist als First-Person-Shooter aufgebaut und erfüllt damit so ziemlich alle Grundregeln. Gehen – Rennen –Springen –Deckung – Schießen! Mehr braucht es eigentlich auch nicht und Shooter-Fans finden sich schnell zurecht. Auf große Innovationen verzichtet man, macht dafür aber alles soweit richtig. Wichtig ist die Kommunikation zwischen den Leuten, damit der Coup auch funktioniert. Aber selbst die KI stellt sich nicht dumm an und unterstützt euch gut im Alleingang, falls mal keine Co-Op Partner zur Verfügung stehen. Das Match-Making zieht sich teilweise etwas hin, bis sich vier Spieler in der Lobby eingefunden und für den Überfall startklar gemacht haben.

Grafisch kann sich das Spiel für einen PSN-Titel sehen lassen. Die Settings sind wunderbar gewählt und bieten Abwechslung, darunter auch einen Nachteinsatz mit Regen. Die Texturen sind sauber und scharf und das Gesamtbild passt. Bei der Kantenglättung hätte man vielleicht etwas mehr rausholen können und Dinge, wie zum Beispiel die Raucheffekte, sehen nicht unbedingt super-realistisch aus. Unter dem Aspekt, dass es ein günstiger Download-Titel ist, kann man hier allerdings nichts groß beanstanden.

Der Sound ist ebenfalls gut umgesetzt. Geballer an jeder Ecke, schreiende Menschen, die umher rennen, die kratzende Stimme via Funk verleiht dem Spiel die persönliche Note eines Überfalls und die ganze Zeit treibende Musik im Hintergrund , die den Adrenalinspiegel ansteigen lässt.

TEST: PAYDAY – The Heist
„PAYDAY: The Heist ist ein gutes Spiel für Zwischendurch und beschäftigt euch pro Überfall für 20 bis 30 Minuten, je nachdem, wie clever man sich anstellt. Die Atmosphäre ist gut umgesetzt und lässt euch die Hektik und Panik regelrecht spüren, wenn euch euer Kontaktmann draußen via Funk immer wieder vor kommenden Gegnerwellen warnt. Kaum habt ihr den Überfall gestartet, rennt alles schreiend um euch herum und die Kugeln fliegen euch nur so um die Ohren. Irgendwie wurde es auch mal Zeit, dass jemand genau dieses Thema aufgreift. Bei der Umsetzung beschränkt man sich auf die grundlegenden Dinge, bietet aber dennoch genug Abwechslung und Optionen. Da man keine großen Experimente beim Gameplay wagt, profitiert das Spiel letztendlich von einer guten Umsetzung, die einfach Spaß macht zu spielen und einem dabei immer wieder das Adrenalin durch den Körper jagt. An der einen oder anderen Ecke hätte es jedoch mehr Feinschliff benötigt. Co-Op Fans sind mit PAYDAY: The Heist bestens bedient und dürfen unbesorgt zugreifen. Das Spiel gehört definitiv zu den Besten im PlayStation Store. Eine entsprechende Anspielfassung findet sich unter anderem im US PlayStation Store wieder. Weitere DLCs sind bereits in Planung und bringen dann neue Szenarien.“
8.5