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TEST: The Blackout Club – Spannendes KoOp-Adventure im Stranger Things-Stil

Unerklärliche Dinge, das Verschwinden von Jugendlichen, und Erwachsene, die offensichtliche Vorfälle einfach weg leugnen. Solche Mystery Phänomene feiern spätestens seit “Stranger Things” wieder Hochkonjunktur, wenn sie denn jemals nicht gefragt waren. Auf diesem aktuell neu auflebendem Hype schwimmt auch Entwickler Question mit ihrem neuen Projekt “The Blackout Club” mit, die damit ein spannendes PvP KoOp-Adventure abliefern.

Jede Nacht ist anders

Die Geschichte von “The Blackout Club” lässt sich kurz dahingehend zusammenfassen, dass in der sonst so beschaulichen Kleinstadt Redacre die Jugendlichen von seltsamen Blackouts heimgesucht werden, nach denen sie sich oftmals an weit entfernten Orten wiederfinden. Wie und was diese Blackouts auslöst, ist das eigentliche Geheimnis des Spiels. Wirklich dramatisch wird es aber, als eine der Jugendlichen – Bell – nicht mehr zurückkehrt und sich der Club auf die Suche hinter dem Verschwinden macht. Die Eltern oder die Polizei sind dabei keine große Hilfe, da sie diese seltsamen Phänomene einfach ignorieren, vielleicht weil sie selbst Teil dieser vermeintlichen Verschwörung sind? Aus dieser Situation heraus bildet sich der sogenannte Blackout Club, die ein schon fast gemütliches Hauptquartier in einem alten Zugwaggon im Wald errichten und von dort aus ihre Operationen planen, um den Phänomenen in Redacre nachzugehen.

Gleich vorweg: “The Blackout Club” ist ein reines Online-Adventure, das im Idealfall im CoOp-Modus gespielt wird. Während sich die Einführung noch offline spielen lässt, ist für die Missionen zwingend ein PlayStation Plus Abo notwendig, egal, ob man diese alleine spielen möchte oder nicht. Denn “The Blackout Club” verfügt über einen Drop-in/Drop-out CoOp-Modus, der in diesem Fall sogar am meisten Sinn macht. Alles andere hat sich doch recht schnell als ziemlich langweilig herausgestellt.

Nachdem man nun seinen etwas nerdigen Charakter ein ansprechendes Aussehen verpasst und sich ein wenig mit den Grundlagen vertraut gemacht hat, statten wir uns mit einer ersten “starken” Fähigkeit aus und stürzen uns in die Missionen. Hier kann man anfänglich auch wirklich nur von Mini-Missionen sprechen, da wir immer wieder in die selbe Straße von Redacre zurückkehren, dort ein paar Aufgaben erledigen, zum Beispiel ein verlorenes Smartphone zurückholen, Beweise sammeln oder einen Tatort reinigen, und wieder zum Ausgang finden müssen. Später erweitert sich das Gebiet um einige Straßen, es gibt mehr Einstiegspunkte, plus ein riesiges und unterirdisches Tunnel- und Höhlengebilde, wo sich Seltsames abspielt, ja fast schon skurrile Dinge passieren. Dieses Spiel wiederholt sich von Mission zu Mission, mit dem Unterschied, dass die Missionen zunehmend umfangreicher werden, Inhalte prozedural woanders platziert sind und man Schritt für Schritt immer mehr Teile der Stadt freischaltet. In dieser Hinsicht wird doch einiges geboten, auch wenn sich einige Missionen immer wieder sehr ähnlich sind.

Die eigentliche und an sich spannende Story geht dabei leider etwas unter und wird nur hinten dran gestellt. Ehrlich gesagt weiß ich aktuell nicht, wie lange es dauern wird, bis man dem Geheimnis um die Blackouts überhaupt auf die Spur kommt, da der Fortschritt des Spiels doch eher langfristig ausgelegt ist und sich auf das gemeinsame Onlinespielen konzentriert. Hat man dieses Ziel einmal erreicht, lässt sich sein Charakter letztendlich auch wieder opfern und in der Rangliste verewigen und man fängt wieder bei Level-0 an.

Hide & Seek plus PvP

Die eigentliche Schwierigkeit in “The Blackout Club” sind dabei die Erwachsenen und seltsamen Kreaturen, die je nach Eigenschaft blind oder besonders wachsam durch die Straßen schleichen, und euch gnadenlos jagen werden, sobald sie euch entdecken oder hören. Das heißt, wir können uns nur vorsichtig und im Verborgenen bewegen, müssen Tricks anwenden oder für Ablenkung sorgen. Das können einfache Silvesterkracher sein, aber auch fiese Elektrostolperfallen, mit denen Gegner für einen Moment außer Gefecht gesetzt werden. In diesem Fall kommt natürlich die CoOp-Komponente gelegen, da hier bis zu vier Spieler gleichzeitig aktiv werden, während sich ein Solo-Spiel als doch ziemlich knifflig und auch schnell langweilig erweisen kann. Auch im Fall, dass man von einer der Kreaturen gerade im Würgegriff ist, ist ein CoOp-Partner in der Nähe gern gesehen.

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Eine Besonderheit ist außerdem der PvP-Mode, der ab Level 5 freigeschaltet wird und bei dem sich ein Kind als der ‘Stalker’ in die Missionen schleicht, um als Gegenspieler aufzutreten. Als Stalker dokumentiert man ‘die Sünden’ der Blackout Club Member und verrät sie an die KI, was  dazu führt, dass euch eine gruselige Form namens ‘The Shape’ verfolgen wird, die man nur mit geschlossenen Augen sehen kann. Einmal in dessen Fänge, lasst ihr all eure Missionsgegenstände fallen und wandelt wie ein Zombie durch das Level. Nur ein anderer Spieler kann euch aus diesem Alptraum wieder retten.

Spannend wird der PvP-Mode dadurch, da man nie weiß, wer der Stalker ist, außer man erwischt ihn dabei, wie er gerade die Sünden mit seinem Smartphone aufzeichnet und verrät. Generell gilt der Stalker als schwächerer Charakter, der dafür aber auf mehr Tricks wie rote Türen zurückgreifen kann, um sich so unbemerkt durch das Level zu bewegen oder die anderen Kids zu verwirren. Um in der Rolle des Stalker zu gewinnen, muss man seine Taktik daher genau planen, gut beobachten können und manchmal auch ziemlich hinterhältig agieren.

Wie schon anfänglich erwähnt, macht “The Blackout Club” als Solo-Spieler weder wirklich Spaß, noch macht es richtig Sinn. Die Spannung entsteht in erster Linie durch das Hide & Seek Konzept und die permanente Angst erwischt zu werden und dann zu scheitern. Mit dem Stalker verstärkt man diesen Aspekt noch einmal ungemein und verfolgt damit die gleiche Idee wie zum Beispiel in “Friday the 13th” oder “Evolve”, nur dass der Gegenspieler hier zunächst völlig unbekannt ist.

Drohnen & weitere Skills

Natürlich sind die Kids hier nicht ganz wehrlos und können auf ein ansprechendes Arsenal von Skills zurückgreifen, welche sich in ‘schwachen’ und ‘starken’ Skills unterscheiden. Das können Dinge wie ein Dietrich sein, den man direkt zu Missionsbeginn bei sich hat, bis hin zu Fähigkeiten im Kampf, wie eine besondere Vorwarnung oder die herum schleichenden Kreaturen bereits von der Seite zu Fall zu bringen. Spannend wird es auf den höheren Skill-Leveln, denn hier steht einem unter anderem sogar eine Drohne zur Verfügung. Es gibt Unmengen dieser Skills und Hilfsmittel, die sich zusätzlich auch auf der Karte finden lassen und so einen tollen strategische Anreiz bieten, wie man seine Mission angehen will oder vielleicht spontan umplanen möchte, je nachdem, welche Aufgaben man gerade verfolgt.

Hilft alles nichts, bleibt natürlich noch die direkte Auseinandersetzung, in dem man Gegner von hinten zu Fall bringen kann oder so von sich versucht wegzuschubsen. Verliert man einen solchen Kampf und wird weggeschleift, hat man immer noch die Möglichkeit, Gegenstände vom Boden aufzuheben und damit auf den Gegner einzuschlagen und anschließend versuchen zu entkommen. Etwas problematisch in diesem Fall ist dabei die Tastenbelegung, die in unterschiedlichen Situationen immer anders ausgelegt wird. Das führt nicht selten zu unfreiwilligen Aktionen, bei denen man wertvolle Munition auch mal versehentlich verschießt oder schlichtweg scheitert.

Insgesamt macht das Gameplay ziemlich viel Laune, ist stets mit einer gewissen Spannung durchzogen und läuft zudem mit einer ordentlichen Performance. Vor allem aber im CoOp-Modus liegt hier unglaublich viel Potenzial und zahlreiche Möglichkeiten, wie man seine Missionen angeht. Lediglich die etwas wirre Tastenbelegung und viel zu kleinen Anzeigen sind da ein wenig hinderlich, besonders dann, wenn es etwas hektischer wird oder man versucht vor der Form zu flüchten. Ansonsten weiß auch die grafische Umsetzung mit dem etwas soften Comic- und dem leichten Retro-Look zu gefallen, zumal es dabei auch immer wieder etwas Neues in Redacre hinter der oder der Ecke zu entdecken gibt.

Entwickler Question beschreibt außerdem ein besonderes Feature, das eine “erweiterte Horrorerfahrung” ermöglichen soll. Hier kommt das Headset zum Einsatz, wodurch die “übernatürlicheren Elemente des Spiels” für Interaktionen mit anderen Spielen verstärkt werden, etwa beim Ritualsystem nach bestanden Missionen. In den bisherigen Spiele-Sessions konnten wir das leider noch nicht so ganz ausprobieren und können demnach auch nicht so viel dazu sagen. Spannend klingt es aber allemale.

Summary
“Eigentlich hatte ich mit The Blackout Club ein ganz anderes Spiel erwartet, da man hier zunächst mit einer Mystery-Story im Stil von Stranger Things warb und weniger für ein Missions-basierendes KoOp-PvP-Adventure. Hat man sich damit allerdings nach einigen Spielsessions angefreundet, kann The Blackout Club durchaus mit anderen Größen des Genres mithalten. Insbesondere das Element mit dem Stalker gefällt hier, der im Gegensatz zu Genrevertetern völlig verdeckt agiert und erst enttarnt werden muss. Auch die typische Atmosphäre eines Mystery-Thrillers und der angehauchte Retro-Look lassen einen immer wieder gerne nach Redacre zurückkehren. Das Gameplay kann zuweilen zwar verwirren und auch das Missions-Design könnt etwas mehr Abwechslung gebrauchen, auf lange Sicht dürfte sich The Blackout Club allerdings zu einem echten Geheimtipp entwickeln. Mystery-Fans dürfen aber ebenfalls zuschlagen, auch wenn die Story an sich etwas in den Hintergrund rückt.”
Good
  • Spannende Story & Setting
  • Tolles CoOp-Spiel & Teamwork
  • Langfristiger Spielspaß
  • Spaßige Skills & Fähigkeiten
Bad
  • Story gerät etwas in den Hintergrund
  • Steuerung teils verwirrend
  • Missionen können mehr Abwechslung vertragen
8.4
Great