Vorschau: Final Fantasy Crystal Chronicles – Ein Klassiker im neuen Glanz

Final Fantasy Crystal Chronicles ist ein Actionrollenspiel des japanischen Spielestudios Square Enix, das 2003 exklusiv für den Gamecube veröffentlicht wurde. Am 27. August soll das beliebte Fantasyspiel in aufgehübschter Grafik nun auch für die PlayStation 4, Nintendo Switch und diverse Mobilgeräte erscheinen. Wir haben vorab schon einmal einen ersten Einblick in das Spielgeschehen erschaschen dürfen und berichten euch über unsere Eindrücke.

Final Fantasy Crystal Chronicles

Multiplayer – Aus Alt mach Neu

Der damalige Multiplayer-Modus war schon damals ein kleiner Meilenstein der Final-Fantasy-Reihe. Doch auf Grund dessen, dass man damals noch Link-Kabel nutzen musste, um mit seinen Freunden verbunden zu sein und online spielen zu können, war das Ganze damals eher Frust. Heutzutage ist es natürlich Dank der Always-Online Welt möglich auch so mit seinen Freunden zu spielen. Durch den überarbeiteten Modus und die hübsche Grafik macht das Ganze auch gleich viel mehr Spaß. Dabei ist es letztlich egal, an welcher Konsole man zockt – ein Crossover für die Endgeräte ist angedacht, sodass man sich jederzeit miteinander verbinden und die Welt gemeinsam erkunden kann.

Mal kurz die Welt retten – eine feuchte Angelenheit

Da die alten Probleme nun der Vergangenheit angehören, können wir uns vollends auf die Atmosphäre des Spiels und das Gameplay konzentrieren. Die Geschichte beginnt in der Stadt Tipa, einer typischen mittelalterlichen Fantasywelt, die von einer Wolke aus giftigem Miasma bedroht wird. Diese Gefahr kann nur durch bestimmte Kristalle in Schach gehalten werden, die allerdings nur mit der Hilfe von Myrrethau arbeiten können. Dank dieser Tropfen können die Kristalle wieder neu entfacht und die Stadt vor größerem Unheil bewahrt werden. Unsere Aufgabe ist es hierbei natürlich die Welt nach diesen Tropfen abzusuchen, um so unsere Heimat vor dem herannahenden Schaden zu beschützen. Dabei begeben wir uns in einer Gruppe aus Gefährten auf die Reise und treffen dabei viele neue Freunde und Mitstreiter. Doch man sollte auf der Hut sein – Gefahren lauern auch in den idyllischsten Ecken dieser Spielewelt.

Final Fantasy Crystal Chronicles

Das Abenteuer erleben wir dabei in einer niedlichen, comichaften 3D-Grafik, die man schon aus der Vorgängerversion kennt. Das Ganze sieht natürlich durch die aktuellen Leistungsschübe der Endgeräte um einiges schöner und atmosphärischer aus.

Die Neuauflage von Final Fantasy Crystal Chronicles enthält auch neue Lieder des Komponisten der Original-Version, Kumi Tanioka. Zudem wurden zahlreiche Musikstücke neu arrangiert und in besserer Qualität neu aufgenommen. Auch die überarbeitete Sprachausgabe des Spiels macht Lust auf mehr – musste damals noch alles gelesen werden, kommt die Remastered Version dieses Mal auch mit einer deutschen Synchronisation der Charaktere einher.

Spielprinzip – Altes bewährt sich

Worum es bei Final Fantasy Crystal Chronicles geht, sollte jedem Fan der Reihe bekannt sein. Das Spielprinzip unterscheidet sich nicht sonderlich von den restlichen Teilen der Spielereihe. Alleine oder mit Freunden erkunden wir Maps und Dungeons voller verschiedenartiger Gegner, alles in isometrischer Perspektive. Am Ende einer solchen Map müssen wir stets einen Endboss besiegen, um die bereits erwähnten Myrrhetropfen ergattern zu können. Um diese transportieren zu können, tragen wir stets einen Kristallkelch mit uns herum, der beim Kämpfen allerdings abgesetzt werden muss – wir wollen ja schließlich die flüssige Kostbarkeit nicht verschütten. Auch sollte man sich nicht zu weit vom Gefäß entfernen, da dieses als Schutz vor dem Welt bedeckenden Miasma dient. Im Singleplayer dient uns dazu auch der arme Mogu, ein süßer Mogry, als Packesel.

Final Fantasy Crystal Chronicles

Immer, wenn wir unseren Kristallkelch gefüllt haben, ist ein Jahr vergangen und wir feiern in einer Cutscene ein rituelles Fest zu Ehren des Kristalls. Danach folgt ein weiterer Jahreszyklus, in dem wir erneut genug Tau zusammentragen müssen. In unserem Tagebuch wird unsere Reise zusammengefasst. Darin finden wir auch eine Neuerung der Remastered-Version: Sämtliche Filmsequenzen können wir uns dort noch einmal ansehen. Frische Plotelemente gibt es in der Neuauflage nicht – fast nicht. Für die eingefleischten Fans wurde nach Entwicklerangaben eine einzelne, neue Cutscene versteckt – mehr ein nettes Easter Egg, als eine sonderlich gravierende Neuerung. Wo und wie diese Sequenz freigeschaltet werden kann, wollen die Macher noch nicht verraten.

Im Spiel erhalten wir außerdem Briefe von Angehörigen, die uns von süßen Mogrys gebracht werden. Wir können selbst entscheiden, ob wir sie lesen, wie wir sie beantworten und ob wir der buckligen Verwandtschaft Items zuschicken wollen.

Die Geburt eines Helden

Bevor wir uns allerdings auf die Reise in das nächste Abenteuer stürzen, müssen wir unseren Helden erstellen. Hierbei stehen uns die Charaktere aus vier verschiedenen Stämmen zur Verfügung:

  1. Clavats: Ausgewogen, mit hoher Verteidigungskraft und soliden magischen Fähigkeiten

Ein ruhiger und gelassener Stamm, dessen Leute eins mit der Natur sind. Die Luft, die Erde, die anderen Stämme – ein Clavat sieht sie alle als Freunde: Getreu ihres gutherzigen Naturells sind Mitglieder dieses Stammes auf die Verteidigung der Karawane spezialisiert.

2. Liltys: Kriegertypen mit außergewöhnlicher Angriffs- und Verteidiungsstärke

Ein stolzer Stamm, der vor langer Zeit über den Kontinent herrschte. Die Angehörigen werden wegen ihrer zwar
aufbrausenden, aber nüchternen Persönlichkeit als äußerst vertrauenswürdig erachtet. Mit ihren kleinen Körpern wirbeln sie gewaltige Lanzen herum und nutzen ihre Stärke, um Monster niederzuringen.

3. Yukes: Zauberkundige, die vielfältigen Gebrauch von Magie machen.

Ein Stamm, der die Macht der Magie nutzte, um die Liltys zu bekämpfen, die einst den Kontinent beherrschten. Die Yukes waren immer schon ein Volk der Forscher und mit ihrem Wissen haben sie im Stillen die Welt gestützt. Ihre Magie wird der Karawane sicher nützen.

4. Selkies: Sich schnell bewegende Wildlinge, die mit ihren Gegnern spielen.

Dieses Volk lebt frei wie der Wind und seine Leute kümmern sich zuvorderst um sich selbst. Von keinen Regeln eingeschränkt sind viele von ihnen zu Dieben geworden, die die Welt bereisen. Sie spielen mit anderen unter Einsatz ihrer rasanten Beweglichkeit, die Erinnerungen an wilde Tiere weckt.

Die Benutzeroberfläche der Charaktererstellung wirkt hierbei deutlich übersichtlicher, als es noch im Vorgänger der Fall war. Uns bieten sich nun die Möglichkeiten den Charakter auf bis zu zehn unterschiedliche Arten anzupassen – acht davon wurden extra für die Neuauflage entwickelt. Neben dem Geschlecht können wir außerdem bestimmen, welchen Beruf unser Charakter nachgeht. Dies hat später Einfluss auf die Items, die uns zur Verfügung stehen, sowie das Geschäft unserer Familie. Auch die Stimme unseres Charakters lässt sich neuerdings aus vier verschiedenen Varianten wählen.

Final Fantasy Crystal Chronicles

Monster zähmen leicht gemacht

Um an die Myrrhetropfen zu gelangen, müssen wir in erster Linie eines tun: Monster bekämpfen, Monster bekämpfen und Monster bekämpfen. Hierbei stehen uns neben normalen Attacken und Fokusangriffen, auch zahlreiche Zaubersprüche zur Verfügung, um die Gegnerhorden zu lichten. Für die Zauber benötigen wir Steine, die wir auf unserer Reise einsammeln. Hierzu gehören zum Beispiel mächtige Feuerattacken. Es lassen sich außerdem die unterschiedlichen Zauber miteinander kombinieren. Im Singleplayer steht uns hierfür wieder unser Begleiter Mogu zur Seite, im Multiplayermodus können sich die Zaubersprüche der einzelnen Spieler je nach Timing und Reihenfolge zu mächtigen Effekten kombinieren.

Final Fantasy Crystal Chronicles

Insgesamt sollen beim Kampfsystem sowohl Veteranen als auch Neulinge auf ihre Kosten kommen. Der Einstieg ist bewusst unkompliziert gestaltet, später wird Crystal Chronicles Remastered jedoch auch größere Herausforderungen zu bieten haben. So gibt es in der Neuauflage 13 zusätzliche Dungeons mit völlig neuen Bosskämpfen und einem erhöhten Schwierigkeitsgrad, durch die man sich nach der Haupthandlung kämpfen kann. Dafür wurden extra neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände ins Spiel eingebaut, um bessere Chancen in den schweren Labyrinthen zu haben. Gegenstände können wir käuflich erwerben oder beim Schmied zusammenbauen, unsere Charaktere lassen sich zudem auch mit Artefakten verbessern. Diese sammeln wir in Dungeons und können nach einem Endgegner auswählen, welches wir behalten wollen. Je erfolgreicher wir uns durch eine Map kämpfen und je mehr wertvolle Boni wir erspielen, desto mächtiger sind die Artefakte, die wir finden.

Neben der Vollversion des Spiels erscheint am 27. August auch Final Fantasy Crystal Chronicles Lite, eine Gratis-Demo mit den ersten drei Dungeons. Besitzt ein Freund die kostenpflichtige Version, kann man im Multiplayer zudem noch mehr vom RPG genießen, selbst dann, wenn man nur die Gratisfassung besitzt. Besser geht es kaum!

„Insgesamt macht Final Fantasy Crystal Chronicles einen sehr guten Eindruck und präsentiert sich mit sinnvollen Neuerungen oder Ergänzungen. Aber auch ohne diese hat sich hier vieles getan, um einem Remaster gerecht zu werden. Wer das Spiel damals auf dem GameCube verpasst hat, sollte das Remaster als unbedingt mit auf seine Liste schreiben.“

Einschätzung: Sehr gut!