Ex-Arkane: AAA-Entwicklungen sind nur noch Produkte, keine Spiele mehr

Der ehemalige Arkane-Gründer Raphael Colantonio lässt derzeit kein gutes Haar an der Triple-A Industrie, die nur noch darauf ausgelegt sei, möglichst große Gewinne einzufahren. AAA-Produktionen sind für ihn daher auch keine Spiele mehr, sondern Produkte, die einen Zweck erfüllen.

Gegenüber PCGamer sagte Colontonio, der die Arkane Studios kurz nach Prey verließ, dass die Ambitionen stets groß seien und man unbedingt erfolgreich mit dem sein möchte, was den Leuten auch Spaß macht. Als Indie-Studio könne man daher auch mehr Risiken eingehen und muss nicht den Zielen einer Triple-A Produktion hinterher rennen. Und diese Ziele sind immer so hoch gesteckt, dass man am Ende kein Spiel mehr entwickelt, sondern ein Produkt. Daher möchte Colontonia auch nicht mehr zur Triple-A Entwicklung zurückkehren.

„Ich möchte auf keinen Fall zur AAA-Entwicklung zurückkehren und eine andere Sache machen, bei der man 90 Prozent seiner Bemühungen darauf konzentriert, dass man nicht damit ausrutscht. Dafür mache ich keine Spiele.“

Spiele-Entwicklungen haben sich zu einem Business entwickelt und sind kein Hobby. Dieses Business gibt einem jedoch wenig Raum zum Atmen und man muss immer voranschreiten. Colontonio vergleicht es mit einer Autofrabik, in der man nach Modell 3 über Modell 4 nachdenken muss und wodurch die Kreativität einer kreativen Person abgetötet wird. Vielmehr wünscht sich Colantonio es so wie in der Filmindustrie, in der sich Regisseure auch mal für mehrere Jahre zurückziehen, bis sie wieder eine tolle Idee haben, an der sie arbeiten möchten.

Dies ist nicht die erste Kritik am Triple-A Business, das so ähnlich schon des Öfteren zu hören war. Immer wieder kehren Top-Talente diesem Business den Rücken, weil sie irgendwann das Gefühl haben, man sei völlig aufgebraucht.