Far Cry 6 – Gehen Hahnenkämpfe & Tierquälerei zu weit?

Erneut gerät Ubisoft mit Far Cry 6 in die Kritik, die in ihrem Open-World-Shooter ein wenig das Feingefühl in Bezug auf Tierquälerei und Gewalt gegen Tiere missen lassen.

Am offensichtlichsten wird dies unter anderem in einem Mini-Game, in dem Hahnenkämpfe im Stil von eines typischen Beat’em Up zwischen zwei Hähnen bestritten werden müssen. Aber auch in anderen Teilen des Spiels ist immer wieder unnötige Gewalt gegen Tiere zu beobachten, die entweder einfach überfahren oder auf die brutal geschossen wird.

Bereits in unserem Review zu Far Cry 6, aber auch in anderen Magazinen wird dieser Umstand kritisch beäugt, der oftmals den Kontext vermissen und das Ganze sinnlos erscheinen lässt. Insbesondere aber auch, weil es kein Gegengewicht dazu gibt.

Als Beispiel heißt es in unserem Review:

„Offenbar gibt es keine Unterschiede zwischen menschlichen und tierischen Gefährten. Da wird man reitend einfach mal vom Jeep gerammt, und während das Pferd schon tot am Boden liegt, wird auch noch drüber gefahren, als wäre es das Normalste der Welt. Gleiches gilt auch für eure Amigos – spätestens wenn ein Soldado sein ganzes Magazin in Chorizo (dem kleinen Dackel-Mix) entleert, sollte man als Entwickler mal nachdenken, was hier eigentlich falsch läuft.“

Ein weiteres Video auf Twitter zeigt, wie jemand mehrere Sprengsätze auf Guapo, dem Krokodil, platziert, dieses losrennen lässt und dann in einer riesigen Explosion in die Luft jagt.

Auf der anderen Seite fehlt aber auch die durchaus mögliche Darstellung von Empathie gegenüber Tieren. So gibt es in Far Cry 6 Situationen, in denen zum Beispiel Raubkatzen in engen Käfigen gefangen gehalten werden – eine durchaus gute Gelegenheit, sich auch mal von der anderen Seite zu zeigen und diese zu befreien. Das ist oftmals aber entweder nicht möglich, oder sie werden weiterhin als wilde Bestien dargestellt, die euch umgehend angreifen, anstatt sich dankbar zu zeigen. Einzig eure Amigos werden immer in Schutz genommen.

RELATED //  TEST: Far Cry 6 - Blutige Revolution im tropischen Paradies

PETA fordert Entfernung des brutalen Mini-Spiels

Dieses Ungleichgewicht und die unnötige Darstellung von Tierquälerei hat erneut die Tierrechtsorganisation PETA auf den Plan gerufen, die die Entfernung der Hahnenkämpfe aus Far Cry 6 fordern.

Nach deren Ansicht fördert diese Darstellung den Hahnenkampf als Sport, der nachweislich brutal und blutig ist und bei denen die Tiere stets als Verlierer vom Platz gehen.

„Echte Hähne in Hahnenkämpfen sind mit scharfen Sporen ausgestattet, die durch FLEISCH & KNOCHEN reißen und qualvolle und tödliche Verletzungen verursachen,“ so PETA.

Peta
https://twitter.com/i/status/1447522308684455939

Ein Videospiel macht es weniger schlimm?

Es gibt auch Gegenstimmen von Spielern, die Ubisoft dahingehend verteidigen, dass Far Cry 6 nur ein Videospiel ab 18 sei und alles nicht echt ist. Das mag sein, aber welches Bild wird damit vermittelt? Das Tierquälerei normal sei?

Jeder weiß, dass das Spiel auch in die Hände von jüngeren gelangt oder die zumindest dabei zuschauen, wo sich solche Bilder in den Köpfen manifestieren und zum Nachmachen animieren. Insofern ist das ein ziemlich schwaches Argument, das die Empathie einiger vermissen lässt, egal ob virtuell oder im realen Leben. Insbesondere bei denen, die das Ganze auch noch feiern.

Ubisoft hat bislang nicht auf die Vorwürfe reagiert, ebenso ist unklar, ob sich das Mini-Spiel einfach so aus Far Cry 6 entfernen ließe. Zumindest sollte es ein Denkanstoß für zukünftige Spiele sein, in denen hoffentlich mehr Feingefühl an den Tag gelegt wird.

3
0
Dein Kommentar dazu interessiert uns!x
()
x