Simulationen auf der Konsole, oder: Warum wir manchmal lieber zur Maus als zum Controller greifen

Es ist einer der ältesten Konflikte der Gamesbranche und eine Frage, die so alt ist, wie die nach Fisch oder Fleisch: Konsole oder PC? Es ist ein Streitpunkt, der sich für viele meistens zu Beginn der Karriere des jeweiligen Spielers stellt und im Anschluss den weiteren Weg entscheidend prägen wird. Man stellt sich aus dieser Entscheidung nicht nur sein Equipment wie passende Bildschirme, Kopfhörer und der passenden Game-Bibliothek zusammen. Weicht man von diesem Weg nicht ab, kann man nach einiger Zeit auf eine beachtliche Sammlung zurückblicken, in der nicht nur viel Geld, sondern auch viel Zeit, viele Erinnerungen und auch viele Erfolge vertreten sind. So weit, so gut.

Eine Wahl oft fürs Leben

Für uns selbst gilt das auch! So haben wir uns damals dafür entschieden, dass Sonys PlayStation für uns die richtige Wahl ist. Für uns waren es damals verschiedene Faktoren, wie etwa unser Freundeskreis, die Auswahl der exklusiven Titel oder einfach eine emotionale Entscheidung, die uns auf diesen Weg geführt hat. Uns war darüber hinaus allerdings auch klar, dass uns damit vielleicht eine Welt verschlossen bleiben könnte, die etwa nur auf der Xbox oder auf dem PC möglich ist.

Und selbst wenn man es nie wirklich bereut hat, kommen hin und wieder auch bei uns Zweifel auf, weswegen es durchaus vorkommen kann, dass wir unserer wahren Liebe fremdgehen. Erst vor wenigen Tagen hatten wir im Rahmen der gamescom einige Gespräche mit anderen Redakteuren, welche Vorteile die einzelnen Systeme mit sich bringen. Ein echtes Stammtischgespräch, das nie an Reiz verliert. Auslöser dafür war unter anderem der Vergleich zwischen Sonys PlayStation und Nintendos Switch. So waren wir uns einig, dass sich die PlayStation, ebenso wie die Xbox, mehr dazu eignet, Titel wie “FIFA”, “Far Cry” oder “Uncharted” zu spielen – entspannt auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen, einem Freund den Controller rüber werfen und ab geht’s. Die Switch hingegen ist für viele eher eine Party-Konsole, auf der man mit Freunden oder unterwegs Titel wie “Mario Kart” oder “Mario Party” spielt. In der Vergangenheit zeigte sich hier zudem, dass durch die Switch für viele der Trend zur Zweitkonsole überging. So besitzen etwa 70% der Käufer einer Switch in den USA auch eine andere Konsole.

Der PC als eigene Liga

Wie steht es nun aber um den PC? Auch hier müssen wir sagen, dass wir in der jüngsten Vergangenheit immer wieder statt zum Controller zur Maus und Tastatur greifen. Meistens passiert dies, wenn uns der Sinn nach einem Simulations-Titel steht. Die Konsolen besitzen hier einfach einen großen Nachteil, da es uns meistens an Präzision fehlt und der Controller durch seine geringere Zahl an Tasten viel weniger Möglichkeiten bietet, weshalb meistens quälende Umwege durch zahlreiche Untermenüs auf uns warten. Zwar versuchen es Titel wie “Tropico” oder “Die Sims” immer wieder, auch auf der Konsole Fuß zu fassen, allerdings hatte letzterer gerade einige Probleme in Bezug auf eine umständliche Handhabung. Der Spaß-Killer schlechthin.

So gibt es darüber hinaus einige Titel, die aus diesem Grund gar nicht erst den Weg auf die Konsole finden, wie etwa der von vielen Fußball-Fans geliebte „Football Manager 2019“ aus dem Studio „Sports Interactive“. Der Titel spiegelt eine Simulation in Reinform wider, in welcher wir als Trainer eine Mannschaft unter unsere Fittiche nehmen. Wir analysieren das Spielverhalten unserer Gegner, passen entsprechend unsere Trainings an, arbeiten uns durch die Mails von Spielern, Pressevertretern und dem Vereinsmanagement und versuchen dabei sowohl auf, als auch neben dem Platz eine gute Figur zu machen. Also ziemlich viel Arbeit in den verschiedenen Menüs, mit vielen Statistiken und noch mehr hin und her. Auf der Konsole wäre das kaum zu machen, man würde sich wie verrückt durch die Menüs klicken und hätte dabei nicht wirklich Freude. Darüber hinaus ist der „Football Manager 2019“ auch nicht unbedingt ein Titel, bei dem man sich einfach entspannt zurücklehnt, sondern bei dem man wirklich taktieren, planen und nachdenken muss. Dafür eignet sich ein passender Schreibtischstuhl wohl immer besser als ein Sofa.

Ja, heutzutage gibt es nur noch wenige Titel, welche nicht das gesamte Spektrum an Plattformen abdeckt. Das ist jedoch, um ehrlich zu sein, nicht immer unbedingt logisch und von Erfolg gekrönt. Es gibt nun einmal Titel, welche eher für eine Konsole geeignet sind, und andere, welche besser für PC und Maus ausgelegt wurden. Allerdings, und das ist das Gute daran, ist jeder Titel auf seiner Plattform im Heimvorteil und kann so absolut überzeugen, wodurch die Spieler auch ihren Spaß daran haben. Und genau dieser Spaß ist es doch, weshalb wir alle Gamer sind.