TEST: Star Trek Bridge Crew – Beam Me Up, Scotty!

Der Weltraum- unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Die U.S.S Aegis ist mit ihrer 4 Mann starken Besatzung unterwegs im Weltraum, um für Sicherheit in der Galaxie zu sorgen, und dank VR nur realitätsnaher denn je.

Der VR-Titel „Star Trek: Bridge Crew“ setzt dabei ein interessantes Konzept, das eine Stärke der PSVR hervorhebt, wie es andere Titel eher weniger nutzen, denn anstatt auf Aktion setzt der Titel auf das Miteinander und das gemeinsame Taktieren mit anderen Spielern. In der Theorie ein tolles Konzept, das hoffentlich auch in der Praxis überzeugen kann. Beam me Up, Scotty!

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Gemeinsam seid ihr stark, Kobayashi Maru, kommt da noch was?

Wir sind, je nach Auswahl, an Bord der U.S.S Aegis oder der legendären U.S.S Enterprise, die Ubisoft auf Drängen der Fans mit integriert hat. Dort besetzen wir eine der vier wesentlichen Positionen, an der jeder sein eigenes Computerpult besitzt: Als Captain entscheiden wir über alles, was auf dem Kommandodeck passiert. Wir nehmen Gespräche an, koordinieren die Vorgänge an Board und treffen die abschließenden Entscheidungen. Daneben sorgen die drei Spezialisten dafür, dass die Wünsche des Captains ausgeführt werden. Der Navigator steuert das gesamte Schiff, richtet auf Warp- und Impulsrouten aus und lenkt um Gefahren herum. Der Waffenoffizier bedient Phaser und Torpedos, sowie den Transportbeamer. Der Ingenieur hingegen versorgt das gesamte Schiff mit Energie, je nach Bedarf, und sendet die Reparaturtrupps aus, um defekte Bereiche wieder zum Laufen zu bringen. Der Clou am ganzen: Nur wenn alle ihre Position einnehmen und diese gut erfüllen, kann das Schiff reibungslos funktionieren. Dabei können die Positionen entweder im Singleplayer von der KI übernommen, oder per Multiplayer von anderen Spielern ausgefüllt werden. Und hier liegt auch der größte Fokus des Spieles: Wenn etwa der Captain einen Warp ansagt, muss der Navigator ausrichten, während der Ingenieur alle Energie auf den Antrieb legt. Teamwork und Kommunikation sind hier alles, und das macht auch wirklich viel Spaß! Denn durch das Zusammenspiel aus VR, Motion Controllern und Headset fühlt es sich wirklich so an, als würden die anderen Personen direkt gegenübersitzen. Hier zeigt VR eine ihrer besonderen Stärken.

Genau so lassen sich auch die verschiedenen Missionen gut abschließen. Wir attackieren feindliche Schiffe, scannen Sonden und Planeten, retten gestrandete Crews und reisen von A nach B. Drumherum bildet sich eine kleine Story, die versucht einen Rahmen um das ganze Geschehen zu entwickeln. Leider fehlt es genau hier an wirklicher Abwechslung. Die Missionen ähneln sich sehr, es gibt keinen großen Gegenspieler und auch die Kampagne umfasst lediglich nur sechs kleinere Abschnitte. Es fehlt dadurch an spielerischer Tiefe, an einem echten Wiederspielwert, der immer wieder an das Spiel bindet. Das ist schade, gerade für einen Vollpreistitel mit einem so großen Namen. Nur hier und da kommt dadurch wirkliche Spannung auf, wenn man zwischen den Missionszielen und der Herangehensweise wählen kann. Sollte man lieber voll auf Konfrontation gehen oder sich durch eine geringe Signatur anpirschen, bis zum bitteren Ende kämpfen oder die Flucht ergreifen? Dadurch kommt zumindest ein wenig Abwechslung und moralische Entscheidung auf. Leider gibt es keine Möglichkeiten, auf Gespräche entsprechend zu reagieren und das Spiel aktiv zu beeinflussen.

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Großartiges Gameplaykonzept, schlechter Umfang. Ubisoft hatte hier die Chance, etwas wirklich Großes zu entwickeln, hat es aber leider nicht geschafft, für eine wirkliche Abwechslung im Spielgeschehen zu sorgen. Nichtsdestotrotz macht das Spiel absolut Spaß und ist ein Erlebnis, dem man sich hingeben kann, denn das Zusammenspiel der vier Besatzungsmitglieder ist hervorragend umgesetzt worden. Das andere schieben wir einfach mal den frühen Anfängen von VR zu, denn da gehört „Star Trek: Bridge Crew“ definitiv noch mit hinein und bedarf etwas Nachsicht.

Willkommen an Board, Gaming becomes social

Wo Star Trek drauf steht, da steckt auch Star Trek drin. Egal, ob wir nach unten blicken und das altbekannte Emblem auf unserer Brust sehen, oder ob wir uns an Board umschauen. Man fühlt sich sofort wie im echten Schiff, und auch die einzelnen Bedienkonsolen vermitteln genau diesen Eindruck. Besonders schön: spielt man auf der legendären Enterprise, dann werden die Hologramme und Touch-Bildschirme zu Retrowippen, einem klassischen Radar und altmodischen Bildschirmen. Hier kommt wahre Nostalgie auf. Und auch so gibt es viele kleine Details, die für eine lebendige Darstellung des Schiffes und der Crew sorgen, egal ob kleine Grafiken, die Animationen der Pulte oder das Geräusch des Beamtransporters, alles ist hervorragend abgestimmt. Leider sind die Weltraumabschnitte nur halb so ansprechend geworden. Sie erscheinen eher flach und kalt, und nur die anderen Schiffe oder Raumstationen bringen einen ansprechenden Fleck ins ganze Geschehen. Insgesamt ergibt sich so eine angenehme Atmosphäre, die nur selten durch einen entsprechenden Soundtrack untermalt werden. Allerdings sind die Sounds originalgetreu inszeniert worden und vermitteln das Gefühl der unendlichen Weiten des Weltraums. Leider sorgt die teils steife KI für einige unausgereifte Situationen und machen das gute Gefühl etwas zunichte.

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Die meiste Atmosphäre entsteht allerdings durch die soziale Interaktion mit den anderen Spielern. Sie schauen einen beim Reden an, heben die Arme beim Jubeln und reagieren auf jede einzelne Handlung. Durch diese hohe Interaktion wird das Spiel sehr lebendig und sorgt dafür, dass die Grenzen zur virtuellen Realität immer weiter verschwimmen. Ein besonderes Feature: Besitzer von PS VR, HTC Vive und Oculus Rift können gemeinsam plattformübergreifend zusammenspielen, und das ohne Probleme.

Die Atmosphäre ist das Element, von dem „Star Trek: Bridge Crew“ lebt! Das soziale Zusammenspiel und die damit einhergehenden Interaktionen suchen definitiv ihresgleichen und erschaffen mit den vielen Details und unverwechselbaren Stilmitteln eine Stimmung, in der sich sowohl echte Hardcorefans als auch Neulinge mehr als wohl fühlen können. Leider machen die KI und die fehlende Abwechslung die gute Stimmung etwas zunichte, wodurch der Titel wirklich einiges von seinem Potential liegen lässt.

TEST: Star Trek Bridge Crew – Beam Me Up, Scotty!
"Mit „Star Trek: Bridge Crew“ schafft es Ubisoft, einen ganz anderen Stil zu zeigen, der sich mit der PS VR umsetzen lässt, denn anders als bisher setzt der Titel eher auf ruhige Action, in der nicht wilde Handlungen und unberechenbare Abläufe im Vordergrund stehen, sondern das taktische Vorgehen und die soziale Interaktion. Auch wenn es einen Einzelspieler gibt, macht der Multiplayer wesentlich mehr Freude. Und obwohl die vielen Merkmale aus den Filmen und der Serie für eine gute Atmosphäre sorgen, macht die kurze Story und die fehlende Abwechslung innerhalb der Missionen das ganze wieder zunichte. Klar, man befreit Personen aus Rettungskapseln, zerstört Klingonen-Schiffe oder untersucht Anomalien. Und das immer und immer wieder. Abwechslung und ansprechende Missionen fehlen hier aber leider fast komplett. Dennoch ergibt das Konzept ein ganz gutes Spiel, welches gerade durch die VR und Motion Controller lebt."
7.1
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