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TEST: CounterSpy – Spion sein mit Humor

„CounterSpy“, von Entwickler Dynamighty, wirft einen einzigartigen und humoristischen Blick auf ein reales Ereignis: Den Kalten Krieg und macht dabei schnell klar, dass ES nicht wirklich ernst genommen werden will. Sozialisten und Imperialisten befinden sich im Kalten Krieg und beide Mächte planen den Mond mit Atomraketen zu sprengen. Die dritte Partie im Bunde ist Counter, eine Organisation von Spionen. Counter tun das Einzige, was in einer aberwitzigen Situation wie dieser sinnvoll erscheint. Sie sabotieren beide Supermächte, indem Sie Geheimbasen infiltrieren, geheime Dokumente stehlen und sich die Abschlusspläne unter den Nagel reißen. Das endgültige Ziel von Counter ist dabei die Kontrolle über die Raketen zu erlangen, bevor eine der Mächte den Mond wirklich sprengt.

„CounterSpy´s“ Look passt in diese Ära wie die Faust aufs Auge. Beide Fraktionen spiegeln die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften auch im Design wieder. Während die Imperialisten einen amerikanischen Look haben und alles sauber und ordentlich ist, findet sich auf der Seite der Sozialisten z. B. Propaganda an den Wänden. Die visuelle Präsentation des Spiels erinnert, dank Cell Shading, an eine Zeichentrick Show, wie es sie in den Sechzigern und Siebzigern hätte geben können. Farben, die stark im Kontrast zueinanderstehen, helfen dabei Ziele und Gegenstände, mit denen interagiert werden kann, zu differenzieren. Abgerundet wird der Look durch einen Filmgrain Effekt, der den Anschein erweckt man hätte es mit altem Filmmaterial zu tun. Aus grafischer Sicht ist “CounterSpy“ kein opulentes Meisterwerk, der Stil des Spiels hinterlässt jedoch einen starken und frischen Eindruck, was beweist, wie Effektiv eine klare Stilisierung sein kann.

Einen etwas gewöhnlichen Eindruck macht das Gameplay, doch auch hier gibt es einen netten Twist. Angelehnt an Metroidvanias müssen in jedem Level mehrere Räume, an dessen Ende ein Supercomputer wartet, durchquert werden. Das Ziel ist es dabei so viele geheime- und Abschussunterlagen wie nur möglich einzusammeln. Es ist ratsam Vorsicht walten zu lassen, denn wird man entdeckt, steigt das Defcon Level, was die Welt langsam aber sicher an den Rand eines nuklearen Kriegs und den Spieler zum Game Over treibt. Zu Erkundungstouren wird dabei zusätzlich eingeladen, denn abgesehen von den Abschussplänen warten Waffenblaupausen und Formeln, Perks die gegen Aufpreis vor einer Mission aktiviert werden können, darauf entdeckt zu werden. Erfreulicherweise wird vor einer Mission darüber informiert, was einkassiert werden kann, was zu einen vor- und zurückführt. Während eine Mission der Imperialisten z. B. vier Waffen Blaupausen und extra Geld beschert, dafür aber keinen Formeln und Abschusspläne bietet, kann das Gegenstück der Sozialisten von allem etwas beinhalten.

Der Gameplay Twist ist eine sich ständig ändernde Perspektive. „CounterSpy“ ist, bis Deckung aufgesucht wird ein 2D/3D Sidescroller. Schlüpft man hinter ein Schützendes Objekt, wechselt das Spiel in eine 3D-Perspektive, durch die man präzise Schüsse anbringen und sich einen Überblick verschaffen kann.

Doch auch „CounterSpy“ hat beim Gameplay schwächen, allen voran das Zielsystem und die mitunter struntzdoofe KI. Im Großem und Ganzem ist das Zielsystem von „CounterSpy“ gelungen, dennoch hat man immer das Gefühl, das sich das Fadenkreuz eine Spur schneller bewegen sollte und etwas präziser sein müsste. Feuergefechte machen daher nicht so viel Spaß, wie sie es könnten, was dazu führt, dass man es in den meisten Fällen vorzieht an den Wachen vorbei zu schleichen und man sich der direkten Konfrontation nur im absoluten Notfall stellt.

Ein weiterer Makel ist die künstliche Intelligenz des Spiels. In sehr seltenen Fällen trifft man auf Wachen, die auf ihren festgelegten Routen ineinander laufen und daraufhin festhängen. Das Studieren ihrer Bewegungsabläufe und die damit verbundene Möglichkeit an ihnen vorbei zu schleichen ist daher ein Ding der Unmöglichkeit. Ein weiteres Beispiel findet sich im Suizidverhalten der Wachen. Wird man von einem der Wächter erspäht, werden die anderen wachen ebenfalls informiert. Spätestens jetzt sollte man eine sichere Deckung aufsuchen, aber was man aus dieser sehen kann, ist teilweise aberwitzig. Wachen die mit ihren Granatwerfern direkt auf die Position des Spielers schießen und dabei eine Mauer treffen, die direkt vor ihnen, ist nur ein Beispiel.

Ein weiteres Rätsel ist das Sichtfeld der Wachen. Oft sehen diese einen nicht, wenn man aus zehn Meter Entfernung aus der Deckung hervorschaut, um zum Schuss ansetzt, in anderen Fällen sehen diese einen schon, wenn man nur den Raum betritt, obwohl die Wache sich am anderen Ende befindet.

Nicht so gut gestellt ist es um die Spielzeit von „CounterSpy“. Wer sich mühe gibt und fleißig Abschusspläne, die er finden kann, einverleibt, bekommt drei bis vier stunden Spielzeit serviert. Nachdem das Spiel zum ersten Mal abgeschlossen wurde, werden allerdings neue Schwierigkeitsgrade freigeschaltet und diese sind deutlich fordernder. Ein weiter Faktor ist das Punktesystem von „CounterSpy“, das für Stealth-Kills und andere Aktionen Punkte vergibt. Wer Spaß am Erklimmen von Leaderboards hat, kann so noch mehr Zeit aus dem Titel holen.

Bei “CounterSpy“ handelt es sich übrigens um einen Crossbuy-Titel. Wer PS4, PS3 und oder Vita hat, muss nur einmal bezahlen und erhält den Titel für alle Plattformen. Die PS3 Version des Spiels ist bis auf die geringe Auflösung praktisch identisch mit der PS4 Version. Die Vita Variante ist ebenfalls gut spielbar, hat jedoch teilweise mit deutlichen Framerate-Einbrüchen zu kämpfen.

Entwickler: Dynamighty
Publisher: Sony Computer Entertainment
Release: 20.08.2014
Offizielle Homepage: Dynamighty.com

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TEST: CounterSpy – Spion sein mit Humor
CounterSpy schafft es einen sozialkritischen Kommentar in ein gutes Spiel zu verpacken. Grafisch ist das Spiel kein Meilenstein, durch Stilsicherheit gepaart mit subtilen Humor wird jedoch eine tolle Atmosphäre erreicht. Durch kleine Mankos im Gameplay, die kurze Spielzeit und mitunter fehlerhafter KI gibt es jedoch Abzüge in der B-Note. Wer über die kleinen Fehler hinwegsehen kann, den erwartet ein durchaus gutes Spiel.
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