TEST: Death’s Door – Das Action-Adventure mit der Krähe endlich auf Playstation

Death’s Door wurde schon ein ums andere Mal mit Hades verglichen. Tatsächlich liegt der Vergleich sogar nah. Beides sind Indie-Produktionen, die auf einen eigenwilligen Art-Style, Iso-Perspektive und flotte Kämpfe setzen. Für mich haben beide Spiele aber noch mehr miteinander zu tun. Es sind beides von der Kritik gefeierte Spiele, die zum Release nicht auf der Playstation verfügbar waren! Voller Neid musste ich anderen dabei zusehen, wie sie voller Liebe über die Spiele sprachen, während ich selbst versuchte, mich nicht spoilern zu lassen.

Nachdem im Sommer Hades (unser Review) endlich den wohlverdienten PS5-Port bekam, ist jetzt die Zeit von Death’s Door gekommen. Ob das Spiel mit der kleinen Krähe in der Hauptrolle den hohen Erwartungen gerecht wird und was das eigentlich für ein Spiel ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Der schwarzgefiederte Tod

Wie schon erwähnt, schlüpfen wir in Death’s Door in die Rolle einer Krähe. Unsere Aufgabe ist das Einsammeln von Seelen. Wir sind also gewissermaßen der Tod. Bei einem Auftrag kommt es zu einem Zwischenfall, mit dem die Geschichte an Fahrt aufnimmt. Letztlich geht es darum, die namensgebende Tür des Todes zu öffnen. Diese bekommen wir allerdings nur auf, wenn wir drei Riesenseelen einsammeln. Damit ist der Grundstein gelegt und unser Abenteuer beginnt.

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Diese Tür gilt es zu öffnen.

Die Riesenseelen schlummern natürlich in besonderen Gegnern, die wir in eigenen Umgebungen finden können. In welcher Reihenfolge wir die Seelen sammeln, bleibt ganz uns überlassen. Was direkt auffällt: Death’s Door hat einen wirklich eigenwilligen, aber wirklich schönen Stil. Die Welt, die wir aus der Draufsicht erleben, lädt zum Erkunden ein. Auch Gegner und nicht zuletzt unser Flattermann sind herrlich gestaltet. Die Bosse, denen wir im Laufe der Geschichte begegnen, setzen dem dann die Krone auf.

Auch der Kontrast zwischen den bunten Welten voller Monster und den dunklen Bürohallen, in der wir arbeiten und die uns als HUB dient, weiß zu gefallen. Während wir Levels erkunden, gibt es auch eine angenehm große Menge an Vertikalität. Oft kreuzen sich unsere Wege mit anderen, die wir erst viel später bereisen. Der tolle Soundtrack gibt uns dann den Rest und zieht uns endgültig in diese merkwürdige, aber irgendwie zauberhafte Welt.

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Die Welt steckt voller interessanter Orte.

Irgendwo zwischen Dark Souls und Metroidvania

Spielerisch setzt Death’s Door auf einen interessanten Mix aus Erkundung und knackigen Kämpfen. Der Titel des „Bird-Souls“ kommt dabei nicht von ungefähr. Anfangs haben wir genau vier Lebenspunkte, später sind es maximal sechs. Jeder Treffer kostet einen dieser Punkte und Heiltränke gibt es schlicht nicht. Aufladen können wir uns nur an bestimmten Stellen in der Spielwelt und so gut wie nie während den Kämpfen. Statt blind draufzuschlagen, müssen wir also vorsichtig und taktisch klug vorgehen, um nicht schneller ins Gras zu beißen als wir Souls-like sagen können.

Sterben wir doch mal, was natürlich häufiger passiert, als es uns lieb ist, betreten wir die Welt wieder durch die letzte Tür, die wir freigespielt haben. Diese sind den Lagerfeuern aus den Souls Spielen nicht unähnlich. Sie stehen an festen Punkten in der Spielwelt und verbinden uns mit unserem HUB. Immer wieder können wir auch Abkürzungen freilegen, damit wir beim nächsten Tod wenigstens nicht das ganze Level nochmal spielen müssen.

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Unser Hauptquartier ist schön düster – immerhin bringen wir den Tod!

Für erledigte Gegner bekommen wir Seelen. Diese verlieren wir bei einem Tod allerdings glücklicherweise nicht. Die Seelen können wir im Hauptquartier in insgesamt vier Skills investieren. Besonders kreativ ist die Auswahl hier allerdings nicht. Wir können uns Stärker und schneller machen, das war es im Grunde. Hier hätten wir uns schon etwas mehr gewünscht, genauso übrigens bei der Waffenwahl. Wir finden eine Handvoll Nahkampfwaffen, die sich allerdings spielerisch nur minimal unterscheiden.

So oder so haben wir immer eine Nah- und eine Fernkampfwaffe dabei. Anfangs sind das ein Schwert und ein Bogen, später finden wir Hämmer, Bomben, Feuerbälle und mehr. Wenn wir unsere Fernkampfwaffen nutzen, laufen wir natürlich weniger Gefahr, getroffen zu werden. Damit wir uns dennoch immer wieder ins Getümmel werfen, gibt es einen cleveren Clou: Die Munition unserer Fernkampfwaffen ist begrenzt, zu Beginn des Spiels haben wir etwa nur vier Schüsse mit dem Bogen. Um Nachzuladen, müssen wir zwingend in den Nahkampf gehen. Jeder Treffer gibt uns einen „Schuss“.

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Oft werden wir von unterschiedlichen Gegnertypen gleichzeitig angegriffen.

Die Fernkampfwaffen, die wir nach und nach freispielen, sind darüber hinaus auch für die Erkundung wichtig. An vielen Stellen kommen wir ohne die richtige Ausrüstung nicht weiter, so dass wir auch später zuvor besuchte Gebiete erneut aufsuchen müssen, wenn wir alles freischalten und erleben möchten. Die immer wieder auftauchenden Rätsel sind allerdings nicht viel mehr als Zeitfresser, wirklich grübeln mussten wir eigentlich nie, um weiter zu kommen.

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Tolle Bosse und ein bisschen Frust

Neben der tollen Optik, der guten Geschichte und dem orchestralen Soundtrack sind die Bosse eines der großen Highlights von Death’s Door. Sie haben allesamt in irgendeiner Art und Weise mit dem Überthema des Spiels – dem Tod – zu tun, ohne dabei aber zu ernst oder traurig zu wirken. Ihre Welten sind interessant und von ihnen geprägt und die Bosskämpfe sind die jeweilige Krönung des Wegs. Jeder Boss hat dabei Genretypisch mehrere Phasen. Diese müssen wir lernen, um rechtzeitig auszuweichen und unsere Angriffe ordentlich zu timen.

Dadurch, dass wir uns nicht heilen können, wirken die Bosskämpfe teilweise mehr wie Rätsel. Mehr als einmal bin ich im selben Kampf mehrmals gestorben, nur um ihn dann im letzten Versuch gänzlich unversehrt zu meistern. Ganz so schwer wie in den Souls Spielen wird es dabei übrigens nie, es bleibt weitgehend fair und machbar, vor allem bei den Bossen. Sie sind durchaus knackig, lassen sich aber eben auch gut lernen.

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Dieses Haus ist einer der frühen Bosse im Spiel.

Eine gewisse Frusttoleranz sollten interessierte Spieler aber trotzdem mitbringen. Immer wieder versperren kleinere Arenen den Weg. Betreten wir diese, rollen einige Gegnerwellen an. Hier kann es durchaus mal hektisch und je nach Gegnertypen auch echt ermüdend werden. Kaum etwas finde ich so nervig, als mehrmals in der letzten Welle eines Kampfes zu sterben, nur um dann den ganzen Weg erneut laufen zu müssen, die ersten Wellen zu überstehen, um mich dann erneut an der letzten Welle zu versuchen. Viele dieser Kämpfe kann man zwar auf später verschieben, umgehen kann man sie aber nicht.

In diesen Momenten fand ich Death’s Door dann auch am schwächsten. Die Bosse sind so clever designt. Sie verlangen von uns, verschiedene, gegen kleinere Gegner erlernte Techniken zu nutzen, halten uns auf Trab und bieten einen angenehmen Schwierigkeitsgrad. An anderen Stellen wirkt es dann aber leider so, als hätte die Zeit oder die Ressourcen nicht gereicht, um einen Miniboss zu kreieren, weshalb einfach eine absurde Menge normaler Gegner auf den Spieler losgelassen wird.

TEST: Death’s Door – Das Action-Adventure mit der Krähe endlich auf Playstation
Fazit
"Death's Door ist eine kleine Perle. Nachdem ich es endlich selbst spielen konnte, verstehe ich, weshalb das Spiel soviel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Die Spielwelt ist toll ausgedacht und gekonnt umgesetzt. Der Grafikstil, die Stimmung, der Aufbau der Level und die Musik greifen ineinander und ergeben ein fantastisches Gesamtkunstwerk. Auch das Gameplay weiß durch Abwechslung und ein paar clevere Tricks zu überzeugen. Eines der Highlights sind die Bosse, die man wirklich erlebt haben sollte. Der für manche vielleicht etwas zu hohe Schwierigkeitsgrad einiger Passagen trübt den sehr guten Gesamteindruck nur ein bisschen."
Pro
Wunderschöne Welt
Flotte und knackige Kämpfe
Toll designte Bosse
Contra
Manche Stellen bieten viel Frustpotenzial
Waffen- und Skillauswahl ist sehr rudimentär
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