TEST: Dragon Quest Heroes – Der Weltenbaum und der Tyrann aus der Tiefe

Neben großen Namen wie „Final Fantasy“, „Star Ocean“ oder „Persona“ gibt es ein J-RPG, das ebenfalls für viele Klassiker in der Vergangenheit positiv aufgefallen ist. Die Rede ist hier von „Dragon Quest“, mit dem nicht nur meine Wenigkeit, sondern auch tausende andere Spieler ihre Zeit aufgewendet haben. Mit Mobile-Ablegern nimmt die Serie immer mehr an Bekanntheit und Beliebtheit zu, weshalb wohl auch der Sprung auf die großen Konsolen wie der PS4 eine Selbstverständlichkeit sein sollte und es nun auch ist. Liebevoll gezeichnete Charaktere, eine charmante Welt und eine interessante Story zeichnen „Dragon Quest“ als Serie aus. Auch der Manga-Artist „Akira Toriyama“ sollte jedem ein Begriff sein, der sich unter anderem als Schöpfer von „Dragon Ball“, „Chrono Trigger“ und anderen bekannten und durch den ähnlichen Zeichenstil berühmten Titeln auszeichnet. Doch wie schneidet „Dragon Quest Heroes“, der jüngst veröffentlichte Ableger mit seinen Next-Gen-Konsolen-Debüt ab? Das erfahrt ihr in unserem Test.

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Monster und Menschen – Freunde, die nie Feinde waren ?

Das Königreich Arboria scheint ein Paradies zu sein – Monster und Menschen haben es nach vielen Jahren endlich geschafft, miteinander auszukommen und ein gemeinsames, fröhliches Leben in Saus und Braus zu verbringen. Doch der Schein trügt, die Dunkelheit findet auch hier ihren Weg und schafft es, die anfangs netten und harmlosen Kreaturen unter die Kontrolle zu bringen. Doch wie kann man gegen Tausende, nein, Millionen Monster bestehen? Ganz einfach: Mit einer Gruppe von Helden, die nicht nur ein großes Arsenal an Waffen, sondern auch Mut, einzigartige Fähigkeiten und Zaubersprüche mitbringen. Klingt doch irgendwie kitschig und schon mehrmals gesehen, oder? Im Prinzip ist die Story auch ziemlich fade, wären da nur nicht die charmanten Charaktere und ebenso charmanten Monster. Die Hauptcharaktere Lucian und Rita sind absolut verschieden und bringen durch ihre nicht gewohnten Charakterzüge einen frischen Wind in die Dialoge. Lucian ist dabei eher ein strategischer Typ, der seine Schritte genau vorausplant, wohingegen Rita eine kleine Draufgängerin ist, die meistens ihre Taten für sich sprechen lässt.

Der Kampf zwischen Böse und Gut und in der Handlung ist so banal und einfach gehalten, dass auch die jüngeren Spieler unter uns dieser mit Leichtigkeit folgen können. Immerhin ist „Dragon Quest“ ja gewissermaßen für sie gemacht. Die älteren Gamer, die von ehemaligen Ablegern ihre Erfahrung sammeln durften, müssen sich wohl erst wieder an die Einfachheit in der Erzählung gewöhnen. Auch die Erzählweise selbst entpuppt sich als sehr vorhersehbar und wird nur in gewissen Abschnitten richtig interessant. Insgesamt lässt sich daher sagen, dass „Dragon Quest Heroes“ nicht durch die Story, sondern eher durch seine Atmosphäre punktet, auf die ich später zu sprechen komme.

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Echtzeit und nicht rundenbasiert – ist es noch Dragon Quest?

Der größte Kritikpunkt meinerseits ist das neue bzw. das veränderte Kampfsystem, welches mehr in die Echtzeit-Richtung geht, während die rundenbasierte Kämpfe außen vorgelassen wurden. Stattdessen lässt man sich von „Dynasty Warriors“ inspirieren oder soll ich gleich das Wort „kopieren“ in den Mund nehmen? In „Dragon Quest Hereos“ stehen euch so viele Monster und Kreaturen gegenüber, dass der gesamte Bildschirm sprichwörtlich von den Dingern vollgestopft ist. Während es auf Level 1 höchstens zwei Schläge benötigt, um den meisten Gegnern den Gar aus zu machen, liegen die noch größeren Probleme in der Masse. Stellt euch vor, es wimmeln über 300 Monster auf dem Schlachtfeld umher und die größte Schwierigkeit dabei ist es, den letzten zu finden, der irgendwo auf der Karte herum läuft, um in das nächste Gebiet zu gelangen bzw. ein Quest zu erfüllen. Spaß macht es zwar anfangs noch, doch auf Dauer kommen auch langsam Ermüdungserscheinungen und der Wunsch in einem auf, endlich das ‚verdammte‘ letzte kleine Monster zu finden, zu speichern und das Spiel ausschalten zu können.

Die RPG-Elemente in „Dragon Quest Heroes“ kommen größtenteils bei der Charakter-Entwicklung und der Ausrüstung zum Tragen. Wir töten Monster, finden irgendwelches, total unnötiges Zeug (Pferdekott, Getreide oder Dünger), um im Endeffekt ein Item zu erschaffen, das hier und da die Attribute unserer Charaktere stärkt. Werdet ihr stärker und levelt weiter auf, bekommt ihr Talentpunkte, mit denen neue Fähigkeiten und Zauber erlernt werden können. Die Frage ist nur, ob man diesen wortwörtlichen „Mist“ überhaupt braucht, da die Gegner letztendlich auch durch simples Button-Mashing erledigt werden können.

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Grafik zum Verlieben …

Wenn wir in einem Grafikvergleich mal einen High-End-Titel wie zum Beispiel „Metal Gear Solid V“ als Beispiel nehmen, wäre es in meinen Augen ein Gourmet-Gericht, schön anzusehen, perfekt angerichtet und ausgewogen. „Dragon Quest Heroes“ wäre daher ein Leibgericht, welches ziemlich einfach gestrickt ist, aber dennoch mit Liebe von eurer Oma oder Mutti zubereitet wurde. Der Zeichner Akira Toriyama versteht sein Handwerk immer noch sehr gut und schafft die Atmosphäre äußerst charmant und liebevoll zu gestalten. Die Charaktere erinnern sehr an Dragon Ball, doch für Dragon Quest-Fans ist dieser Umstand eigentlich ganz normal. Ich meine, wenn Lucian in seinem Super-Modus agiert, stellen sich seine gefärbten Haare ebenso wie bei einem Super-Saiyajin auf – was soll man noch anderes sagen? Mit den vielen Monstern wird die Umgebung obendrauf sehr schön zum Leben erweckt, alles bewegt sich und wirkt sehr dynamisch. Vielleicht ist es auch einer dieser Gründe, warum das Spiel so viele Monster zum Tötet bietet – man weiß es nicht.

Koichi Sugiyama sei Dank …

Soundtechnisch hat der Komponist Koichi Sugiyama mal wieder ganze Arbeit geleistet – „Dragon Quest Heroes“ hüllt sich während eurer Quests als auch beim Erkunden in einen leichten Retro-Touch, während stets die passende Hintergrundmusik als auch die hoch gepitchten Soundeffekte im Menü und den Kämpfen eingespielt werden. Auch die Synchronsprecher sind im englischen mehr als passend, wobei die japanische Synchro ebenfalls zur Auswahl steht und von der Mehrheit der J-RPG-Fans bevorzugt werden dürfte.

Entwickler: Omega Force
Publisher: Square Enix
Release: 16. Oktober 2015
Offizielle Homepage: www.dragonquest-game.com

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TEST: Dragon Quest Heroes – Der Weltenbaum und der Tyrann aus der Tiefe
"Dragon Quest Heroes" ist genau das geworden, was es vor vielen Jahren auch war - ein Spiel, welches mit charmanten Charakteren und einem interessantem, aber auch einfach gehaltenem Gameplay zu überzeugen weiß. Die Handlung hat zwar keine großartigen Neuerungen in der Erzählweise, dennoch schafft es der Titel durch die liebevoll gestalteten Charaktere und witzigen Dialoge den Spieler mitten hinein zu ziehen. Optisch und akustisch bleibt "Dragon Quest Heroes" seinen Wurzeln ebenfalls treu. Wer auf simple Kämpfe bzw. auf die Dynasty Warriors-Serie vertraut, wird sich auch hier vollends wohl fühlen und sich schnell hinein finden. Für Leute, die eher die Herausforderung suchen, denen sei eher die älteren Teile zu empfehlen.“
8.1
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