TEST: Final Fantasy X | X-2 HD Remaster – Zurück nach Spira

Johannes 19/03/2014 4 comments

Für mich hat der Name „Final Fantasy“ eine ganz zentrale Bedeutung im Verlauf meines Gamer-Daseins eingenommen, wenn ich das mal so fast schon patriotisch behaupten darf. Deshalb entschuldige ich mich bereits von vorn herein, wenn ich diesen meinerseits lang erwarteten Bericht aus einer etwas subjektiven „Ich-Perspektive“ erzähle.

Meine ersten Schritte habe ich mit dem nun veröffentlichten Final Fantasy X, oder besser gesagt– dem Nachfolger „Final Fantasy X-2“ in der Playstation 2-Fassung vor einigen Jahren gemacht, dessen korrekte Chronologie für mich als „Nicht-Internet-Nutzer“ verborgen bleiben sollte. Doch auch nach meinem ersten Durchlauf mit Yuna & Co. mit etwa 93 Prozent ist mir das eigentliche Potenzial der RPGs erst klar geworden. Das wesentliche Ziel ist nicht das Beenden der Story, sondern das Erkunden der gesamten Weltkarte, sprich – ganz Spira. Mit dieser Erkenntnis weckte der zweite Teil von Final Fantasy X eine echte Neugier in mir, weshalb das Lüften neuer Geheimnisse die oberste Priorität für mich einnahm. Meine Meinung zum HD-Remake könnt ihr nun in meinem Review nachlesen.

Endlich zurück in Spira

Zanarkand, Kilika, Lulu und weitere wunderschöne, einzigartige, fast schon magische Orte sind den meisten von uns bereits in Gedanken geblieben, während wir mit den beiden Kultcharakter Tidus oder Yuna durch die Dungeons und weiten Gefilde streiften. Um euch die einzigartige Story näher zu bringen, muss ich die beiden Teile voneinander trennen. Um die oben angesprochene Chronologie zu bewahren, fange ich deshalb mit dem Teil 1 bzw. der Selbstfindungs-Story von Tidus, einem berühmten Blitzballspieler an.

Was mich als Spieler sehr überrascht hat, ist die tiefsinnige Erzählung, die sich nicht nur auf das Bekämpfen von Monstern oder die Rettung der Welt beschränkt, sondern die Abwechslung in der Erzählstruktur. Vor allem die Dialoge sind stets sinnvoll eingesetzt und enthalten keine eintönigen Gespräche – viel mehr ist hier von Romantik, Komödie, Drama und letztendlich Informationsaustausch die Rede.

Magierstab ? Nimm lieber eine Pistole !

Eigentlich ist die Erzählweise und das gesamte Setting in X-2 etwas „mädchenhafter“ im Gegensatz zum Spiel mit „Tidus“ geworden. Dies mag vielleicht daran liegen, dass unsere Protagonistin in der Tat weiblich ist. Da braucht man sich nun mal nicht wundern, wenn wir beim Spielen von den Eltern oder Geschwistern schief angeschaut werden – vor allem die männlichen Spieler sind da ja hauptsächlich angesprochen. Das Ende hat mich jedoch etwas enttäuscht, wage ich mal spoilerfrei behaupten zu dürfen. Mir bleiben bis heute leider einige Fragen offen z.B. – wie geht es mit Yuna & Co. weiter? Trifft sie „ihn“ irgendwann mal erneut?

Zusatzstorys ?

Was das HD Remake einzigartig gegenüber den anderen gleichgesinnten Ablegern macht ist die Tatsache, dass wir außer dem gewohnten Content nun auch einst Japan-exklusive Inhalte erhalten, die komplett in Deutsch lokalisiert wurden. Als erstes dürfen wir mit „Final Fantasy X: Eternal Calm“ die Ereignisse nach dem Kampf mit Sin erkunden, die jedoch ohne eigenes Gameplay auskommen müssen. Das Einzige, was ich als Spieler (oder Zuschauer) machen darf, ist das Verfolgen von Cutscenes bis zum bitteren Ende, bis letztendlich die überlange Zwischensequenz vorbei ist. Hier würde ich mir wünschen, etwas mehr Freiheiten zu haben, um endlich mal eine Cutscene zu überspringen. Die Problematik ist übrigens bei allen oben angesprochenen Ablegern zu finden. Eine Funktion zum Überspringen wäre – wenn möglich – von meiner Seite mehr als willkommen.

Monsterlexika

Und damit komme ich zum Wesentlichen – nämlich den bereits erwähnten Zusatzinhalten, welche leider nur im zweiten Teil inbegriffen sind. In Final Fantasy X sind jedoch keine Änderungen oder Neuerungen im Gameplay zu finden, jedenfalls in unseren Augen nicht. Dennoch war ich überrascht, als ich in X-2 ein Kostüm mit dem Namen „Festbesucher“ erhalten habe – das kam mir so nicht bekannt vor. Tatsächlich sind diverse Kostüme zu der Palette von Yuna & Co. hinzugefügt worden, so dass mich als Spieler bereits von Anfang an die Motivation und Neugier angetrieben hat. Darüber hinaus ist das Monsterlexikon dahingehend erwähnenswert, dass einem zahlreiche Möglichkeiten im Gameplay eröffnet wurden, die ich in der Standard-Version auf der Playstation 2 nicht zu Gesicht bekommen habe.

Mit dem Monsterlexikon kann ich jedes Monster fangen und gleichzeitig züchten, so dass ich mir dessen Fähigkeiten und Skills zunutze machen kann. Außerdem sind diese Kreaturen von der Größe und Stärke her sehr gut ausgewogen. Die Art aller Monster unterscheidet sich in drei Stufen, die jeweils unterschiedliche Anzahl an Slots in der Kampfgruppe erfordern. Da kann es schon mal passieren, dass ein Benemoth aufgrund seiner Größe allein in der Kampfsequenz stehen muss, da er ganze drei Slots – also die maximale Anzahl an Kampfplätze für sich eingenommen hat. Die Monster erhalten – genauso wie die Hauptcharaktere – ihre eigenen Kostüme und Fähigkeiten, wie zum Beispiel Magier, Berserker oder Schütze. Selbstverständlich bringt jede Kreatur eine andere Spezifikation mit, die ihn besonders stark in einem Kampfbereich macht.

Schön und liebevoll

In meinen Augen ist Final Fantasy X bzw. X-2 der Inbegriff von Final Fantasy als Marke. Dies kommt vor allem von der liebevoll gestalteten Welt „Spira“. Ich weiß, ich weiß – einige von euch werden jetzt denken, der 10te Teil sei eins der schlechtesten Final Fantasy-Spiele (aus welchem Grund auch immer). Aber zurück zum Thema, die beiden Teile sind von der Optik her ähnlich und unterscheidet sich eigentlich nur durch die Hauptcharaktere, weshalb ich die Kritikpunkte von der aufpolierten Grafik auf die beiden Ableger gleichzeitig beziehen werde. Die Texturen sind erwähnenswert scharf und farbenfroh, die HD-Auflage merkt man dem Titel deutlich an.

Durch die 16:9-Optik auf dem riesigen Bildschirm fühlt sich Spira noch gewaltiger an, als es ohnehin schon war. Es macht mir jedes Mal Freude in das Charakter-Menü zu gehen und die sehr effektvoll gestalteten Kostümpaletten oder Sphäroiden-Bretter anzuschauen. Allerdings muss auch ich auf einige Mängel hinweisen – wie zum Beispiel das ständige Kantenflimmern, wenn es um dünne, aneinander gereihte Objekte geht (Haare, Gras usw.). Auch die Ladezeiten machen sich noch immer teils stark bemerkbar. Es wäre an manchen Stellen sicherlich von Vorteil die Hardware-Struktur der PS3 besser zu nutzen, statt sich nur auf das Drumherum zu konzentrieren.

Sag mal was …

Nicht nur Kämpfe, sondern auch die Musik wird bei Final Fantasy X | X-2 ganz GROß geschrieben, da zahlreiche Komponisten ihr Werk zu diesem Kultspiel beigetragen haben. Solche Musikstücke wie „Otherworld“ oder „1000 Words“ sind uns bis heute im Gedächtnis geblieben – fast genauso, wie die ruhige Hintergrundmusik der Inseln Besaid & Co. Einen kleinen Unterschied gibt es zum ehemaligen PS2-Ableger aber trotzdem – alle Songs wurden nämlich neu aufgelegt und werden in einer höheren Qualität abgeliefert. Auch auf die akustische Lokalisierung von deutschen Sprechern hat man (zum Glück)verzichtet. Leider haben auch die einheimischen Untertitel in meinen Augen versagt, da teilweise nur Unfug in den übersetzten Texten niedergeschrieben wurde. Die englische Synchronisation ist wie üblich jedoch klasse und bleibt auch für die Englisch-Einsteiger verständlich. Aber auch charakteristische Züge in der Akustik bleiben parallel dazu erhalten und werden von der Stimmlage der Synchronsprecher nicht unnötig monoton verzerrt.

Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix
Release: 21. März 2014.
Offizielle Homepage: www.finalfantasyxhd.com

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TEST: Final Fantasy X | X-2 HD Remaster – Zurück nach Spira
Final Fantasy Fans der mittleren Generation dürfen sich auf eine gelungene HD-Umsetzung freuen, die jeden Cent wert ist. Noch schön, noch mehr Umfang und schon bald Nostalgie-Gefühle.
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