TEST: One Piece Pirate Warrios 2 – Diesmal ordentlich versegelt?

Nach dem überraschenden Erfolg von „One Piece Pirate Warrior“ erscheint nun der sehnlich erwartete Nachfolger. Anders als sein Vorgänger orientiert sich „One Piece Pirate Warriors 2“ jedoch nicht an der Original-Storyline der Serie, sondern fährt mit einer alternativen Geschichte auf. Auch das Kampfsystem und verschiedene andere Systeme wurden im Vergleich zum Vorgänger überarbeitet. Doch kommen diese Veränderungen gut bei den Fans an, oder hat Tecmo sich damit ordentlich versegelt?

Alles beginnt damit, dass sich Ruffy und die Strohhutbande in der sogenannten „Neuen Welt“, dem Bereich jenseits der „Red Line“, gejagt vom Vizeadmiral Smoker und seinen Marinesoldaten in einer alten Fabrik verstecken. Dort aktivieren sie versehentlich einige Dials, seltsame Muscheln mit verschiedenen Eigenschaften, die ein eigenartiges Gas ausströmen. Dieses Gas bewirkt, dass alle, die mit ihm in Berührung kommen, geistig völlig vernebeln und willenlos werden. Die Folge: Die Strohhutbande stellt sich gegen Ruffy und greift ihn an. Ruffy, der vorerst einmal geflüchtet ist, begibt sich nun wieder auf die Suche nach der Bande, um seine Freunde zu retten.

Gameplay

Alles in allem spielt sich Teil zwei genau wie das Original. In den verschiedenen Levels kämpft man sich durch unzählige Gegnermassen und versucht, verschiedene Aufgaben zu erledigen und Territorien einzunehmen, bis der Endboss erscheint. Anders als im Vorgänger sucht man wirkliche Abwechslung innerhalb der Missionen jedoch eher vergeblich. Selten weicht das Spiel von seinem Muster ab, wodurch es Punktabzüge im Bereich Spaß gibt. Auch die Kämpfe gegen die Endgegner sind nicht mehr das spannende und ausgefallene Taktieren und gekonntes Ausweichen, sondern artet fast durchgängig in wildes Butten-Smashing aus. Schmerzlich vermisst man die Passagen, in denen das Spiel durch kleine Quick-Time-Events aufgelockert wurde, denn diese fehlen diesmal nun leider völlig.

Doch nicht alles ist schlecht. Auch wirklich wesentliche Verbesserungen wurden vorgenommen. So ist es nun möglich, sich Level für Level frei für einen Charakter zu entscheiden, mit dem man die Story durchspielen möchte, und ist nicht mehr nur auf Ruffy festgenagelt. Auch das Münzensystem wurde erheblich überarbeitet. So wird mit Hilfe dieser Münzen automatisch eine Art Bingo-Karte ausgefüllt, wobei jede volle Reihe eine neue Fähigkeit freischaltet. Das lästige Suchen nach möglichen Spezialkombinationen aus Teil eins gehört somit der Geschichte an.
Neben den Münzen können nun auch Berrys (die Währung in „One Piece“) gesammelt werden. Mit diesen können verschiedene Extras, wie Grafiken oder Animationen für eine Galerie gekauft werden, was dazu einlädt, das Spiel öfters zu spielen, um an genug Geld für alle Extras zu kommen.

Neu hinzugekommen ist auch der sogenannte Haki-Modus. In diesem erlangt unsere Figur mehr Kraft und verschafft sich so einen deutlichen Vorteil gegenüber Feinden. Außerdem besteht die Möglichkeit, aus diesem Modus heraus kurzzeitig einen vorher ausgewählten Partner einzusetzen. Diese beiden Auswahlmöglichkeiten und die daraus resultierenden, zahlreichen Kombinationen sorgen für eine gewisse Dynamik im Spielverlauf. Verbessert wurde auch das Lebenssystem der KI-Kameraden, die wild über das Feld laufen. Sollte deren Lebensanzeige im kritischen Bereich liegen, kann man sie aus ihrer brenzligen Situation retten und muss so nicht direkt den Kopf hängen lassen, wenn ein Partner kaum noch Energie besitzt.

Besonders erwähnenswert ist, dass sämtliche Missionen sowohl Online, als auch im Splitscreen als Koop-Mission gespielt werden können. So kann man entweder mit seinen Freunden oder mit völlig fremden Kameraden in See stechen und sich gegenseitig bei seinem Beutezug unterstützen.

Grafik

Über die grafische Darstellung kann man nicht wirklich klagen. Wie es sich für ein Spiel zu einer Anime-Serie gehört, hält sich das Game an die Grafik der japanischen Comics und kommt dabei ohne großes Ruckeln oder grafische Fehler aus. Auch die Umsetzung der Charaktere ist gut und ansprechend gelungen. Leider mangelt es erheblich an Details in der Umgebung, die zudem über weite Strecken langweilig und häufig sehr unübersichtlich angelegt ist. Es kann öfters vorkommen, dass man nicht genau weiß, wo man jetzt eigentlich hin laufen muss. Gut, dass es eine Minikarte gibt, die einem ein wenig hilft. Selten gibt es innerhalb eines Levels eine große Abwechslung in der Darstellung, wodurch man sich schnell verloren fühlt. Leider hat man auch am Design der zahlreichen Gegner keine Kreativität walten lassen, weshalb alle Einheiten eines Typus immer 100% gleich aussehen, was schon ein wenig befremdlich wirkt, der Spielfreude aber nicht schadet.

Atmosphäre

Warum hat man nicht einfach die Story dort fortgesetzt, wo „One Piece Pirate Warrior 1“ aufgehört hat? Oder die Geschichte zumindest an der Original-Serie angelegt? Stattdessen erzählt man eine vollkommen neue Geschichte, die noch nie jemand zuvor gesehen hat. Zwar zieht einen auch diese Storyline in seinen Bann, doch Spieler von Teil eins, die sich auf eine ebenso erfolgreiche Fortsetzung gefreut haben, werden herbe enttäuscht und können absolut nicht nachvollziehen, was da zu Beginn der Story passiert, denn es gibt keine wirkliche Erklärung zur alternativen Geschichte. Wenn uns dann auf einmal Charaktere, die im ersten Teil verstorben sind, nun einen Besuch abstatten, ist man doch schnell ein wenig verwirrt. Auch für Neulinge kommt es nicht selten zu Irritationen, denn man wird völlig ins kalte Wasser geworfen und erfährt nichts darüber, wie die Strohhutbande in die Ausganssituation geraten ist. Das beschädigt die Atmosphäre leider deutlich. Auch die lieblose Umgebung und das monotone Gameplay kratzen am Spaßfaktor.

Die original japanische Synchronisation, die beinahe typisch ist für eine Animeumsetzung, sorgt für ein wenig ansprechende Atmosphäre, ebenso wie das Sammelsystem der Münzen und die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten aus Hauptfigur und Hilfscharakter. Auch die verbesserten Zwischensequenzen, die sich nun mehr auf die aktuelle Story beziehen und nicht mehr nur einfach sinnlose Einführungen von Gegnern sind, sorgen für einen gewissen Grad an Spannung und Interesse.

Entwickler: Omega Force
Publisher: Namco Bandai
Release: erhältlich
Offizielle Homepage: www.onepiece-game.com

TEST: One Piece Pirate Warrios 2 – Diesmal ordentlich versegelt?
"Veränderungen sind immer ein zweischneidiges Schwert. Möglicherweise war Tecmo wirklich davon überzeugt, dass die Neuerungen, die in „One Piece Pirate Warrior 2“ vorgenommen wurden, alle zu einem noch größeren Erfolg führen würden. Teilweise stimmt dies ja auch, denn das Kameradensystem, das Münzsystem und die freie Figurenauswahl sind wirklich gut umgesetzte Ideen, die viele sich wohl auch gewünscht haben, doch der Ablauf der Missionen, sowie der Kampfverlauf- besonders gegen bekannte Endgegner- lassen sehr zu wünschen übrig und wären besser so erhalten geblieben, wie sie waren. Trotzdem macht das Spiel auch Spaß, bietet eine noch größere Anzahl an spielbaren Charakteren und auch die frei erfundene Story ist einigermaßen ansprechend und kann hier und da ein wenig fesseln. Alles in allem ist es ein solides, relativ empfehlenswertes Spiel mit Abstrichen aber auch einigen Pluspunkten."
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