TEST: SpongeBob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom Rehydrated

Ende 2003 erschien mit SpongeBob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom das wohl bis heute beliebtesteste Spiel um den kleinen, gelben Quadratschädel und seinen Freunden Patrick, Sandy und Co. Nun, fast 17 Jahre später, erscheint von THQ Nordic das Remake des Titels unter dem Zusatz „Rehydrated“. Also, alles klar Kinder?!

Ich bin bereit!

In SpongeBob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom: Rehydrated hat Plankton wieder einmal einen bösen Plan geschmiedet, um endlich an die Krabbenburger-Geheimformel zu kommen und die Macht zu erlangen. Er hat mithilfe des „Duplicatotron 3000“ eine riesige Robotor-Armee erschaffen, dabei aber leider die Kontrolle über diese verloren, weil der Schalter bei der Produktion auf „Nicht gehorchen“ eingestellt war. Zum gleichen Zeitpunkt spielen SpongeBob und Patrick mit Spielzeugrobotern und -pferden, was ihnen aber schnell langweilig wird. Sie wünschen sich von einer magischen Muschel, dass sie mit echten Robotern spielen können. Als am nächsten Morgen die ganze Stadt von wild gewordenen Robotern heimgesucht wird, fühlen die beiden sich dafür verantwortlich und setzen alles daran, der Quelle der Gefahr auf die Spuren zu kommen und ihre Stadt zu retten.

Auf seiner Reise begibt sich SpongeBob in die verschiedenen Regionen von Bikini Bottom, wie etwa der Innenstadt, der Goo Lagune oder dem Seetangwald. Neben SpongeBob können wir auch noch auf Patrick und Sandy zurückgreifen, denn alle drei haben ihre eigenen Fähigkeiten. So kann SpongeBob mit seinen Seifenblasen Bowlingkugeln oder Raketen entstehen lassen, während Patrick Objekte hochheben kann, und Sandy in texanischer Art Feinde mit ihrem Lasso erledigt, umher schwingt oder wie ein Helikopter durch die Level fliegt. Wir erledigen kleinere Aufgaben für unsere Mitbewohner, wie etwa Mr. Krabs oder Mrs. Puff, sammeln Blüten, die als Währung im Spiel fungiert, Patricks Socken, die überall versteckt sind, sowie goldene Pfannenwender, durch die wir uns Zugang zu neuen Levels und Abschnitten freischalten können.

In Sachen Gameplay handelt es sich bei SpongeBob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom um einen klassischen 3D-Plattformer, wie er im Buche steht. Wir durchstreifen die einzelnen Level,springen umher und schlagen um uns, sammeln Objekte und schalten neue Gebiete frei. Wir erlangen neue Fertigkeiten und treten gegen den ein oder anderen Bossgegner an, wie etwa die Robovarianten von Sandy, Patrick oder in der Rehydrated-Version erstmals vertreten Robo-Thaddeus. Die Steuerung ist dabei einfach zu handhaben und schnell zu beherrschen. Der Titel besitzt darüber hinaus einen ansprechenden Schwierigkeitsgrad, der sowohl von Jung, als auch von Alt bezwungen werden kann. Darüber hinaus hat das Entwicklerteam hier und da ein wenig an den Komponenten des Gameplay geschraubt und auf ein aktuelles Niveau angepasst, ohne dabei zu große oder wesentliche Änderungen vorzunehmen.

Darüber hinaus hat man einige Elemente mit ins Spiel eingebracht, die beim Original nicht voll ausgereift waren und daher damals ihren Weg nicht in den Titel gefunden hatten. So gibt es neben dem bereits erwähnten Robo-Thaddeus auch SpongeBobs Traum zu besichtigen, sowie einen Multiplayer, der sowohl online, als auch offline gespielt werden kann. In diesem treten wir gegen verschiedene Gegnerwellen an und versuchen dabei, so lange wie möglich zu überleben, bis wir am Ende Robo-Thaddeus besiegt haben.

Insgesamt ist das Gameplay sehr an das vom Original von 2003 gehalten. Wir durchlaufen die nahezu identischen Level, sammeln die gleichen Objekte und besiegen die gleichen Gegner, ohne uns dabei über- oder unterfordert zu fühlen. Egal, ob wir Rätsel lösen oder Roboter verdreschen, wir bekommen ein gewisses Maß an Abwechslung geboten, wobei man hier nicht zu viel erwarten darf, denn hin und wieder merkt man dem Titel doch sein Alter ein wenig an. Durch sein Tempo und seine leichte Beherrschbarkeit eignet sich das Spiel vor allem für Einsteiger, sowie jüngere Spieler. Auch THQ sieht hier ein gewisses Potential, wie sie uns auf der letztjährigen gamescom berichtet haben (unsere Preview), denn viele, die den Titel damals selbst als Kinder oder Jugendliche gespielt haben, sind heute selbst Eltern, die den Titel nun ggf. mit ihren eigenen Kindern spielen werden. Die kleinen, kaum spürbaren Anpassungen fügen sich sehr gut ein und fallen meistens erst dann auf, wenn wir uns alte Gameplays anschauen. Leider gibt es auch Kritik, so sind etwa die Ladezeiten nach einem KO nicht mehr sonderlichen ansprechend, ebenso wie der sofortige Tod unserer Figuren, sollten wir einmal das Wasser berühren. Nichtsdestotrotz macht der Titel in Sachen Gameplay und Story auch heute noch viel Freude und weiß zu überzeugen.

Hochglanz-Schwamm & Kindheits-Erinnerungen

Nicht nur das Gameplay, auch die Grafik des Titels wurde einer Frischzellenkur unterzogen. So erwartet uns eine ansprechende, nach modernen Maßstäben angefertigte Animation des gesamten Titels, sowohl bei den Charaktermodellen, als auch bei den einzelnen Leveln. Kaum etwas erinnert noch an die Grafik der PS2-Ära, sondern kann mit heutigen Darstellungen gut mithalten, ähnlich wie bei anderen, bereits sehr erfolgreichen Remastered-Titeln. Wir bekommen satte Farben, den ein oder anderen schönen Effekt, sowie Schatten, Wasser und Feuer spendiert, was insgesamt sehr ansprechend ist – man merkt jedoch auch, dass es sich um eine Neuauflage, und kein von Grund auf neues Spiel handelt.

Glücklicherweise blieb der Original-Soundtrack von 2003 erhalten, sowie die (aktuellen) Originalsprecher der deutschen TV-Serie. In englischer Sprache hat man die alten Aufnahmen wiederverwendet und digital aufgearbeitet. Durch den Soundtrack, die Synchronisation, sowie dem klassischen SpongeBob-Wahnsinn und dessen Witzen bekommen wir eine sehr ansprechende Atmosphäre geboten, die uns direkt wieder in unsere Kinderzimmer an die PlayStation 2 zurückversetzt. Die vielen versteckten Sammelobjekte, kleinen Easter Eggs und ansprechenden Rätsel laden uns immer wieder zum umhersuchen ein, wodurch wir jeden Zentimeter der Spielwelt genau in Augenschein nehmen. Die Spielzeit wurde damals mit rund 10-13 Stunden angegeben, von denen man auch heute wieder einigermaßen ausgehen kann.

SpongeBob: Schlacht um Bikini Bottom lässt sich durch seine einfache und schnell zu beherrschende Art dabei sowohl in längeren Sessions, als auch in kurzweiligeren Abschnitten spielen, ohne, dass man groß den Faden verliert oder ganze Welten neu bestreiten muss. Hin und wieder hätten wir uns vielleicht ein paar abwechslungsreichere Kommentare und Sprüche gewünscht, da sich diese leider doch ein wenig oft wiederholen, aber das lässt sich verschmerzen.

TEST: SpongeBob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom Rehydrated
„SpongeBob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom war für uns, wie wahrscheinlich auch für viele andere, einer der großen Titel unserer Kindheit und Jugend. Als erstes, großes Spiel für die heimische Konsole des gelben Kultschwammes gilt der Titel auch heute noch als die erfolgreichst Spieladaption des Franchise. Mit der „Rehydrated“-Version wagt THQ den Sprung des Schwamms auf die (noch) aktuelle Konsolengeneration, vielleicht auch als Test für andere, ähnlich gelagerte Spiele. Und dabei zeigen sie auch, was sie aus einem bereits 17 Jahre alten Titel hervorlocken können. Wir bekommen eine ansprechende, gelungene Grafik geboten, sowie ein nach wie vor ansprechendes, gemütliches, wenn auch vielleicht hier und da etwas eintöniges Gameplay geboten, welches uns auch über viele Stunden Freude bereiten und an den Controller fesseln kann. Gerade für Eltern und jüngere Spieler bietet sich der kindgerechte Titel durchaus an, da es für die Eltern ggf. selbst ein Stück ihrer Kindheit ist, und man ähnliche 3D-Plattformer kaum noch heutzutage in solch einer Qualität findet. Wir jedenfalls freuen uns sehr darüber, dass SpongeBob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom: Rehydrated in einer ansprechenden Form erscheint, auf ein heutiges Level sowohl in Sachen Grafik und Atmosphäre, als auch Gameplay gehoben wurde, und dabei nichts von seinem alten Scharm verloren hat, auch wenn man hier und da dem Titel seine fast schon erreichte Volljährigkeit ein wenig anmerkt. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau."
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