TEST: Subnautica Below Zero – Eisige Tiefseeschönheit

Durch die Play at Home-Aktion dürfte „Subnautica“ vielen Playstation-Besitzern ein Begriff geworden sein. Sony bot das Spiel über einen langen Zeitraum kostenlos an. Ich nutzte die Gelegenheit, um einen Blick zu riskieren, obwohl Videos zu dem Titel bis dahin nicht wirklich mein Interesse wecken konnten.

Herrje lag ich falsch! schaffte es, mich sofort in seinen Bann zu ziehen und in die Tiefen des Ozeans abzutauchen, ganz ohne meine mittlerweile verstaubte Pressluftflasche aus dem Keller schleppen zu müssen. Und das, obwohl die nun veröffentlichte PS5-Version noch auf sich warten ließ und sich reihenweise PS5-Titel auf meinem „Pile of Shame“ stapeln. Zeitgleich mit der neuen Version des Unterwasserabenteuers erschien heute mit „Below Zero“ der Nachfolger, den ich nun bereits seit einer Woche ausgiebig auf der PS5 testen durfte. Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen und übertrieb es direkt mal bis zur vermutlich ersten Platin-Trophäe des Spiels weltweit. Inwiefern sich der Titel sowohl für hartgesottene Fans als auch für Neueinsteiger lohnt, möchte ich euch in diesem Review anhand von drei Aspekten erläutern.

Never change a running system: die Story

Ihr schlüpft in die Rolle von Robin, die den mysteriösen Tod ihrer Schwester auf dem Planeten 4546B untersuchen will. Der Landeanflug geht schief, wodurch ihr erstmal auf dem Planeten festhängt und euch in die zuvor ins Meer abgeworfene Raumkapsel mit den nötigsten Dingen flüchtet. Das könnte so einigen bekannt vorkommen, denn es ähnelt stark dem Einstieg des Vorgängers. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, dass ihr in „Below Zero“ deutlich mehr an die Hand genommen werdet. Schnell wird deutlich, wohin ihr euch zuerst bewegen solltet und wie ihr mit eurer zunehmend wachsenden Zahl an Ausrüstungsgegenständen umzugehen habt. Ihr trefft sogar erstmals auch persönlich auf andere… sagen wir einfach spoilerfrei „sprechende Lebewesen“.

Subnautica Below Zero review

Die Story verliert im Vergleich zum Vorgänger durch den deutlich sichtbareren roten Faden vielleicht etwas von ihrem geheimnisvollen Charakter, gleichzeitig fühlt man sich aber auch ohne das Lesen der zahlreichen optionalen Logs besser in das Geschehen integriert und darf ein gelungenes Ende erleben, das Lust auf eine Fortsetzung macht. Dabei ist durch die schneller eintreffenden Zielmarkierungen gewährleistet, dass man dieses auch ohne die Lektüre diverser Komplettlösungen zu Gesicht bekommt. Das führt direkt zum zweiten Aspekt, denn…

… des einen Freud, ist des anderen Leid: der Schwierigkeitsgrad

Die zahlreichen Hilfestellungen ermöglichen es auch Einsteigern, sich schnell zurechtzufinden. Hartgesottene Fans von Subnautica könnten jedoch enttäuscht darüber sein, dass vieles einfacher geworden ist. Grundsätzlich bleibt nämlich alles beim Alten: noch immer stellt ihr mit gesammelten Ressourcen Stück für Stück bessere Ausrüstungsgegenstände und sogar ausgeklügelte Fahrzeuge her und bahnt euch so den Weg in immer tiefere Regionen des Ozeans. Jedoch dürft ihr dieses Mal sogar an Land in ein Fahrzeug steigen, denn weitläufige Landgebiete in Form einer riesigen Eiswüste wollen erforscht werden. Dabei spielt neben den bekannten überlebenswichtigen Werten Essen, Trinken, Luft und Leben, die sich wahlweise auch beim Starten eines neuen Durchgangs deaktivieren lassen, ein neuer Aspekt eine Rolle: Temperatur. Bewegt ihr euch zu lange ungeschützt an Land, erfriert ihr. Das macht die Erkundung an Land spannender, denn teilweise wirken die Abschnitte auch so schon sehr langatmig.

Subnautica Below Zero ps5

Trotz der neuen Landgebiete geht der Spielfortschritt insgesamt aber viel schneller. Das liegt nicht nur an der spürbar kleineren Unterwasserwelt, sondern auch daran, dass wertvolle Ressourcen nun wie Sand am Meer zu finden sind und man sich nicht mehr ewig nach dem nächsten Silber die Lunge wundatmen muss. Wem das nicht genug ist, der kann sich sogar noch einen Detektor bauen, mit dem alle Ressourcen per Radar schnell auffindbar sind. Für die meisten Spieler ist das super, aber es verringert zum einen die Spielzeit und zum anderen den Belohnungsfaktor, wenn man endlich den heißersehnten Gegenstand bauen kann. Dies ist nur einer von vielen Gründen, weshalb sich Subnautica Below Zero ein bisschen wie eine Erweiterung im Sinne eines sehr großen DLCs anfühlt.

Es bietet viel mehr als DLCs, spielt sich aber so, als solle man die durchaus auch gelungene Langatmigkeit des Vorgängers bereits erfahren haben. Mir gefällt das, denn ich konnte durchaus darauf verzichten, wieder wie blöde unendlich viele Steine zu zerhämmern, um endlich die benötigte Ressource zu bekommen. Andererseits möchte ich diese Ursprungserfahrung an sich auch nicht missen, weshalb ich Neueinsteigern zuerst den Vorgänger ans Herz legen möchte. Grundsätzlich wurden in Below Zero aber einfach zahlreiche kleinere Probleme beseitigt, die eigentlich nie hätten da sein dürfen und deren Abwesenheit höchstens wenige Fans aufgrund von Nostalgie statt Objektivität schmerzen dürfte.

Wahrlich auf dem Stand der Technik: Steuerung und Grafik

Während das Spielprinzip von Subnautica einfach wie genial ist, trifft auf die Steuerung des Originalspiels keines dieser Zuschreibungen zu. Für Subnautica Below Zero scheinen die Entwickler ernsthaft alle kleinsten Details nochmals intensiv durchgegangen zu sein, um genau diese Probleme zu beheben. Kein einziger Moment, in dem ich mich in irgendeiner Form über die Steuerung oder Menüführung aufgeregt habe, ist mir nach dem „Platinieren“, also dem Erreichen aller Errungenschaften, im Gedächtnis geblieben. An zahlreichen Stellen wurde fein und doch bedeutsam nachjustiert und auch Bugs sind mir – vielleicht hatte ich Glück – nicht untergekommen.

Subnautica Below Zerohttps://playfront.de/tag/subnautica-below-zero/

Beispielsweise seht ihr nun direkt in eurer Werkzeugleiste den Ladestand der jeweiligen Batterie und könnt Gegenstände zwischen Lagerflächen und eurem Inventar auch mit dem X-Knopf verschieben. So wenig revolutionär das klingen mag, so angenehm sind die Verbesserungen jedoch. Auch die Features der Playstation 5 wurden für einen Titel, der auf allen Plattformen erscheint, exzellent umgesetzt. Die Beleuchtung des Controllers passt sich z. B. eurem Radar an und Audiologs erklingen aus dem Controller. Auch die Grafik braucht den Vergleich mit anderen aktuellen Titeln vor allem in Anbetracht des geringen Preises und des kleinen Entwicklerstudios nicht zu scheuen. Nie sah die Unterwasserwelt mit ihren abwechslungsreichen Biomen schöner aus.

TEST: Subnautica Below Zero – Eisige Tiefseeschönheit
"Subnautica Below Zero entführt euch abermals in eine mysteriöse und vielfältige Unter- und nun auch Überwasserwelt, in die ihr im wahrsten Sinne des Wortes abtauchen könnt. Bedeutsame Verbesserungen bei der Zugänglichkeit hieven das einzigartige Spielerlebnis auf ein neues Qualitätslevel und laden auch Fans des ersten Teils zum erneuten und nun frustfreien Erforschen ein. Wer den Vorgänger noch nicht gespielt hat, das aber noch tun möchte, sollte diesen aufgrund des nun schnelleren Spieltempos jedoch erstmal vorziehen. So können sowohl der originale Charme von Subnautica als auch in einem zweiten Schritt die Leichtgängigkeit von Below Zero wahrlich genossen werden."
Plus
wunderschön inszenierte, abwechslungsreiche Unterwasserwelt
motivierender und vielseitiger Basen-Bau
passende Mischung aus Freiheit und rotem Faden
gelungene Steuerung mit DualSense-Features
Minus
kleinere Unterwasserwelt als beim Vorgänger
Landgänge trotz Wetterphänomene eher eintönig
9