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Vorschau: Overpass – Eine echte Off-Road-Alternative

Es heißt ja, dass es das Racing-Genre abseits der großen Marken wie “Gran Turismo” und “Need for Speed” immer etwas schwer hat, um sich dauerhaft zu halten, vor allem dann, wenn es schon leicht exotisch wird. Dabei ist es doch genau das, was dem Genre fehlt, um eine noch größere Spieler-Community zu erreichen.

Genau hier setzt die neue Off-Road Simulation “Overpass” von BigBen Interactive und Zordix AB an, die wir uns auf der gamescom in der vergangenen Woche einmal genauer angeschaut haben. Es ging über schnelle Pisten, felsiges Geröll und anspruchsvolle Hindernisse – Abwechslung pur und immer nur Millimeter von der nächsten Kante entfernt, die das Scheitern bedeuten kann.

Zwischen Spaß und Herausforderung

“Overpass” verspricht insgesamt 40 unterschiedliche Strecken auf verschiedensten Terrains, die von Schlamm, Sand, Felsen, natürliche und auch künstlich angelegte Kurse reichen. Die Länge einer solchen Strecke ist jedoch erst einmal zweitrangig, vielmehr steht die Herausforderung, diese zu meistern, im Mittelpunkt. Das erklärt sich bereits anhand der gezeigten Demo, die laut Zordix AB zu den kürzeren Strecken gehörte, für Profis aber nicht unter 10 Minuten zu schaffen ist. Der durchschnittliche Spieler braucht hingegen sogar eine gute halbe Stunde für diesen Kurs. Das lässt schon einmal erahnen, dass man die Strecken bis ins kleinste Detail erkunden wird.

Also aufgesattelt und los! Es stehen uns dafür 25 Buggys, Trucks, Quads und mehr zur Verfügung, alles von namhaften Herstellern wie Arctic Cat, Yamaha, Polaris und Suzuki, eben alles, was auf hartem Gelände auch tauglich ist. Mit reichlich Elan auf Gas getreten und schon wieder abgebremst, denn das erste Hindernis liegt vor uns – ein Stapel Betonrohre, über die wir unser 1.600 Kilo Gefährt erst einmal rüber bekommen müssen. Hier zählt das richtige Gefühl für Gas und Bremsen, nie zu hektisch, aber auch nie zu nachgiebig und immer im richtigen Winkel, dann klappt es schon – oder auch nicht.

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Es brauchte tatsächlich viele Anläufe, um erst einmal ein Gefühl für den Truck und die dahinter arbeitende Physik zu bekommen. Nicht selten rollten wir uns dabei komplett auf die Seite und mussten einen Reset durchführen. Wer möchte, kann auch noch ein bisschen mit dem Differenzial arbeiten und zwischen Vorder- und Hinterradantrieb wechseln, wobei man das Schadensmodell auch nie aus den Augen verlieren sollte. Denn dieses wirkt sich maßgeblich auf das weitere Vorankommen aus. Schnell wird klar, nicht der schnellste Spieler gewinnt hier, sondern der mit dem meisten Geschick und Gefühl, und genau in diesem Punkt unterscheidet sich “Overpass” derzeit von Genrevertretern, das hier frischen Wind hinein bringt.

Knallharte Physik

Am Ende der Demorunde stand eine wirklich harte Arbeit, die uns abwechslungsreiche Hindernisse, enge Kurven und Hügel, aber auch Speed-Abschnitte abverlangte. Dass das alles nicht auf Anhieb so leicht von der Hand ging, ist momentan noch der Physik geschuldet, aufgrund dessen man den Titel auch auf das nächste Jahr verschoben hat. Hier möchte Zordix AB eine bessere Balance zwischen Anspruch und Herausforderung finden, um den Frustfaktor wohl nicht unnötig herauszufordern.

Ansonsten zeigt sich “Overpass” als klassischer Racer mit einer Kampagne, Multiplayer, Split-Screen und Hotseat, Ranglisten und alles was dazu gehört. Auf der technischen Seite stellte man außerdem schon eine Optimierung für die PS4 Pro und Xbox One X in Aussicht. Details dazu folgen allerdings erst noch.

Insgesamt hinterlässt  “Overpass” einen interessanten Eindruck, weil es eben mal was anderes ist. Hier geht es nicht unbedingt nur um die schnellste Zeit (obwohl im Grunde ja auch), sondern um viel Geschick, abwechslungsreiche Rennen und knackige Herausforderungen. Wer als Racing-Enthusiast also mal nach einer echten Alternative zu GT, NfS & Co. sucht, wird mit “Overpass” definitiv fündig.