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Warum auf Sony warten? Den besten 3D-Sound auf PS5 gibt es auch so schon

By Mark Tomson 12 comments
7 Min Read

Es sollte der große Wurf auf der PS5 werden, bei dem man endlich das Thema Sound in Spielen ernst nimmt und auf das nächste Level hievt. Groß waren die Versprechen mit 3D-Sound und der Tempest-Engine, denen Sony nach wie vor jedoch nur unzureichend nachkommt.

Geblieben ist davon bisher nur wenig, ganz im Gegenteil wird das Thema totgeschwiegen. Seit über einem Jahr gibt es kein Update mehr dazu, weshalb auch einstige und markige Werbesprüche wie „3D AudioTech-Engine der PS5 ist Zukunft des Gamings“ nur noch schwach in den Ohren nachhallen hört.

Es geht einfach nicht voran

Inzwischen wartet man schon seit zwei Jahren vergeblich darauf, dass Sony sein Versprechen vom großen Kinosound aus kleinsten Lautsprechern erfüllen wird. Dass das technisch gesehen schon viel zu hohe Ambitionen waren, war mir – und jedem, der sich mit der Materie nur ein bisschen auskennt – von vornherein klar. Stattdessen zwingt man die Spieler unter lästige Kopfhörer, die bei mir regelmäßig die Ohren zum Glühen bringen und somit nur ungern getragen werden. Mit dem Upgrade von 3D-Sound auf TV-Lautsprecher unternahm man zwar einen weiteren Schritt, hier muss man allerdings schon mächtig tricksen – oder einen festen Glauben daran haben – dass es wirklich so toll funktioniert wie angepriesen. Praktische Tests zeigen mehr das Gegenteil.

Warum mich dieses Thema aktuell so nervt? Ganz einfach, die letzten zwei Monate wurde ich gezwungenermaßen wieder auf die unterste Ebene oder in die Steinzeit des audiophilen Genusses gestuft. Schnell wurde mir klar, wie billig man hier abgespeist und das Potenzial regelrecht vergeudet wird. Ein neues Heimkino sollte her, aber wie jede Branche steckt auch diese in Lieferschwierigkeiten und Produktionsengpässen. Hieß also abwarten bis lieferbar. Bis dahin blieb also nur der “f(k)einste” Genuss aus den TV-Lautsprechern oder über Kopfhörer, die ich wie erwähnt nicht mag. Beides überzeugt trotz 3D-Audio-Versprechen nicht wirklich – der TV wirkt kraftlos und bei Kopfhörern muss man schon angestrengt hinhören, um einzelne Sounds überhaupt räumlich zu orten. Von den TV-Lautsprechern ganz zu schweigen. Ungenügend beschreibt es noch ganz nett.

Die “Verzweiflung” war zwischenzeitlich so groß, dass übergangsweise eine Soundbar hier Einzug hielt. Dank an Sennheiser an dieser Stelle, die mit der Ambeo Max gleich das Beste lieferten, das der Markt derzeit hergibt. Immerhin: kraftvoller Sound, tiefe Bässe und zumindest ein Gefühl von dem, was einmal das Ziel sein soll. Dass man aber auch mit einer Soundbar noch nicht ganz dort ankommt, wo man eigentlich hin will, liegt zum einen an deren Natur, da Soundbars oftmals nur mit einer Virtualisierung arbeiten (also genau dem, was Sonys 3D Sound ist), und zum anderen, dass auch Soundbars ebenfalls noch nicht von der Tempest-Engine unterstützt werden. Sie sind dennoch die derzeit beste Option, wenn der eigene Geldbeutel nicht ganz so viel her gibt.

Marantz Cinema 50 (2022)
Marantz Cinema 50 (2022)

Echter 3D Sound nur mit einem Heimkino

Wie Weihnachten im November! Endlich sind die neuen Heimkino-Verstärker lieferbar, die neuste Generation mit bombastischem Kinoversprechen für Zuhause. Das gilt nicht nur für Filme, auch Spiele, die auf PS5 immerhin mit dem Mindeststandard 5.1 ausgeliefert werden, profitieren enorm davon. Den Rest erledigt das Heimkino, das über die letzten Jahre darauf perfektioniert wurde, räumlichen 3D-Sound aus allen möglichen Formaten zu zaubern. Dolby Atmos, DTS:X, Auro 3D und sogar Sonys eigenes Format 360 Reality Audio – alles aus einer Box.

Dass das so gut und auch fast nur mit einem Heimkinosystem funktioniert, ist den aufwendigen Einmessverfahren zu verdanken – das, was Sony mit dem Dualsense Controller simuliert oder jedes große Kino mit sich bringt – die euer Zimmer individuell vermessen und räumlichen 3D-Sound punktgenau liefern. Hier jetzt ins Detail zu gehen, wäre jedoch ein anderes und komplexes Thema.

Und in der Praxis? Nach der gut zweimonatigen Durststrecke in Sachen Sound könnte ich kaum glücklicher sein. Endlich wieder 3D-Sound in Spielen – Gegner, die sich aus allen Ecken orten lassen, Autos, die von hinten an einem vorbeifahren, Regentropfen von oben – man ist mitten im Geschehen, spürt jeden Schlag und Tritt, jede Kollision wird durch den kraftvollen Subwoofer physisch wahrgenommen. Das ist nicht nur einfach fantastisch und am ganzen Körper spürbar, es hebt das Spielgefühl auf eine ganz andere Ebene und trieb mir in den ersten Sekunden ein wahres Grinsen ins Gesicht, nachdem die erste Druckwelle durchs Zimmer rauschte. Die physische Präsenz von Lautsprechern um einen herum ist nun mal das Non-Plus-Ultra um echten 3D Sound zu kreieren. Wohlgemerkt, dass dies auf PS5 alles noch mittels Upscaling stattfindet. Sollte es Sony endlich mal schaffen, auch Heimkinosysteme nativ mit der Tempest-Engine zu versorgen, wäre das sozusagen das iTüpfelchen. 

Dass Sony in Sachen 3D-Sound durchaus liefern kann, zeigt sich an deren 360-Reality Format, das vorrangig bei Musik zum Einsatz kommt. Neben Kopfhörern werden auch hier Soundbars und Heimkinos unterstützt – das bitte also so schnell wie möglich auch mit der Tempest-Engine. Man darf es gerne als Wink mit dem Zaunpfahl verstehen, dass man immerhin schon zwei Jahre nach Release endlich Gas in der Hinsicht geben und das Thema nicht einfach aussitzen sollte.

Etwas übel nehme ich es Sony trotzdem, dass man nicht auf bewährte Technologien wie Dolby Atmos oder DTS:X setzt, das hätte zumindest das unnötige Warten erspart und eine bereits marktreife Lösung präsentiert. Microsoft schafft es ja schließlich auch! 

Nun ist ein vollwertiges Heimkino sicherlich auch eine Kostenfrage und keinesfalls mit dem ganzen Kopfhörer-Geraffel zu vergleichen. Wer das Beste will, muss aber wohl aber übel investieren, wird am Ende aber auch überaus belohnt und lernt echten Sound zu schätzen und zu genießen! Für meinen Teil möchte ich jedenfalls nichts anderes mehr!

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