TEST: Zone of the Enders HD Collection – Der Kult Mech-Shooter in HD!

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Ein Urgestein der Mech-Geschichte meldet sich zurück. „Zone of the Enders“ erscheint in überarbeiteter HD-Fassung für die PlayStation 3. Der zweite Erfolgstitel aus der Feder von „Metal Gear Solid“-Erfinder Hideo Kojima ist aktiongeladen, wie eh und je, doch ob der Titel nach knapp 11 Jahren immer noch überzeugen kann, oder ob es sich nur um einen schlecht umgesetzten Versuch handelt, mit demselben Produkt ein zweites Mal Geld zu machen, werden wir für euch herausfinden.

Zone of the Enders 1

„Zone of the Enders“ 1 spielt in der Welt des 22. Jahrhunderts, in der die Menschheit es geschafft hat, den Weltraum zu besiedeln. Als junger Leo Stenbuck gelangt ihr auf der Flucht vor übergroßen militärischen Kampfrobotern, sogenannten Orbital Frames, welche die Siedlung angreifen, durch Zufall in den Frame-Prototypen Jehuty und aktiviert diesen. Leo ist von nun an dessen „Frame-Runner“. Gemeinsam müssen sie gegen ihre Gegner kämpfen und ihre Feinde besiegen, um die Kolonie zu retten.

Leo wird dabei vor eine doch recht klein geratene Palette an Aufgaben gestellt. Er muss Gegner besiegen, um neue Waffen oder Passwörter freizuschalten oder ist damit beschäftigt, einen Weg zu finden, Absperrungen zu überwinden. Dabei begibt er sich stets durch dieselben 5 Stages, in welchen immer wieder neue und stärkere Frames auf ihn warten. Zwischendurch trifft der Runner auch auf Bossgegner, deren Schwachpunkt erst gefunden werden muss, bevor sie vernichtet werden können.

Den Spieler erwarten eine Menge Aktion und viele schnelle Gefechte, bei denen es arg hektisch auf dem Bildschirm werden kann. Von den im Vorfeld groß angeprangerten Grafikproblemen ist dabei aber nichts zu erkennen, auch wenn das Spiel teilweise mit unter 60 Frames pro Sekunde arbeitet. Die Überarbeitung in HD sieht sehr gut aus und macht Lust auf mehr.

Auch die Steuerung geht in den Kämpfen sehr leicht von der Hand und bietet ein gutes Gefühl. Insgesamt besitzt „Zone of the Enders“ eine hervorragende Spieldynamik und wirkt auch nach 11 Jahren nicht langweilig oder eingerostet. Die Dialoge zwischen dem kindlichen Leo und der kühlen KI Jehutys bringen uns immer wieder zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken, wenn Leo die KI davon überzeugen will, dass Tod und Zerstörung nicht der einzige Weg zum Ziel ist.
Ein nettes Extra ist der enthaltene Versus-Modus, der nach dem Beenden der Story freigeschaltet wird. (Tja, hier muss man noch was tun für seine Belohnung!) Im Versus-Modus kann man alleine oder mit seinen Freunden 1 gegen 1 antreten, um herauszufinden, wer der bessere Frame-Runner ist.

Die einzigen Kritikpunkte sind die doch recht kurze Handlung, die man mit Glück und Geschick an weniger als einem Tag abschließen kann und die ziemlich karg gestalteten Level, die häufig sehr trist und langweilig aussehen- aber so war das vor 11 Jahren nun mal. Dafür bietet das Spiel eine sehr gute Atmosphäre und jede Menge Aktion, von welcher es ja auch hauptsächlich lebt.

Zone oft he Enders: The 2nd Runner

Weiter geht’s mit „Zone of the Enders: The 2nd Runner“. In diesem stoßt ihr als Dingo Egret, der als eine Art Minenarbeiter auf einem Mond des Jupiters für das Militärunternehmen BRAHAM nach dem überaus energiereichen Erz „Metatron“ sucht, auf den Orbital Frame Jehuty, der in der Handlung nach Ende des ersten Teils dort von Leo Stenbruck im Eis versteckt wurde. Als er von BRAHAM-Truppen angegriffen wird, versteckt auch Dingo sich -wie einst Leo -in Jehuty und aktiviert diesen dadurch unabsichtlich. Von nun an kämpf Dingo gegen die BRAHAM-Truppen, um sie ein für alle Mal zu vernichten. Selbst wenn er dabei auf verschiedene Probleme und Überraschungen trifft, die sein Leben verändern…

Spieltechnisch unterscheidet sich „The 2nd Runner“ kaum von seinem Vorgänger. Wieder sind die Kämpfe unglaublich schnell und dynamisch gestaltet, dennoch ist alles sehr übersichtlich geblieben und lässt sich sehr leicht steuern. Auch die Kampfmethoden haben sich zum Vorgänger kaum geändert. Der größte Unterschied besteht wohl darin, dass die sogenannten „Burst-Angriffe“ (eine Art stärkerer Spezialangriff) ebenso wie der Schild und die Sekundärwaffen, die im Laufe des Spiels freigeschaltet werden, keine Munition mehr verbrauchen, sondern an der „Batterie“ des Jehuty ziehen. Diese kann jedoch jederzeit eigenständig wieder aufgeladen werden. Außerdem gibt es noch mehr freischaltbare Sekundärwaffen, die die Kämpfe stark beeinflussen können.

Anders als beim ersten Teil sind die Levels diesmal sehr detailreich und aufwendig entworfen. Auch mit vielen verschiedenen Effekts wie Staub, der durch die Luft wirbelt und großen Explosionen wurde nicht gegeizt. Die Dialoge und Cutscenes werden im Anime-/Comicstil dargestellt, was sich gut in die gesamte Atmosphäre eingliedert. Allerdings geschieht dies alles auf Kosten der flüssigen Bilddarstellung. Wenn der Bildschirm überfüllt ist, wird das Spiel langsam und fängt an zu stocken. Ein spielerischer Nachteil entsteht dadurch nicht, aber es ist wirklich traurig und völlig unverständlich, wie ein Titel, der auf der PS2 nur so vor flüssigen, bildgewaltigen Kämpfen geglänzt hat, nun auf der stärken Konsole versagt. Einfach nur schade. Dafür wurde auch hier die Portierung auf HD gut umgesetzt und sieht sehr gut aus.

Der Storymodus ist auch in „The 2nd Runner“ nicht der einzige Spielmodus. So steht bereits von Anfang an ein VR-Training zur Verfügung, was stark an das Pendant aus der „Metal Gear Solid“- Reihe erinnert. Noch dazu wird nach Beenden der Story wieder ein VS-Modus freigeschaltet. Also viel Potential, sich auch nach der Story noch mit dem Spiel zu beschäftigen.

Ein nettes Extra …

Es ist fast wie ein Déjà-vu. Damals, im Februar 2003, erschien „Zone of the Enders:The 2nd Runner“ mit einer Demo zu „Metal Gear Solid 2“. Für viele wahrscheinlich ein wesentlicher Kaufgrund. Nun, knapp 9 Jahre später, erscheint die „Zone of the Enders HD-Collection“. Und was beinhaltet sie? Eine Demo zu „Metal Gear Rising: Revengeance! Man kann ein komplettes Level inklusive Boss-Gegner testen und nach Herzenslust alles kurz und klein säbeln. Wenn das nicht ein tolles Extra ist.

Fazit

“Also, irgendwie bin ich mir nicht ganz sicher. Auf der einen Seite gefällt mir die „Zone of the Enders HD-Collection“ ziemlich gut. Die HD- Umsetzung ist gut gelungen und das Gameplay macht immer noch unglaublich viel Vergnügen, selbst nach 11 Jahren. Besonders der erste Teil ist sehr flüssig und macht einen guten Eindruck. Auch der zweite Teil glänzt mit einer guten Grafik und einer imposanten Umgebungsdarstellung.
Auf der anderen Seite ist es zum Heulen, dass ausgerechnet der zweite Teil solche Probleme mit der Framerate besitzt, wodurch leider viel Dynamik verloren geht. Trotzdem ist die „Zone of the Enders HD-Collection“, wenn man diese mit nur zwei Spielen überhaupt so nennen kann, gut gelungen und erweckt einen der bedeutendsten PS2-Titel wieder zum Leben. Die HD-Portierung ist auch positiv umgesetzt worden, was bei anderen Titeln nicht gelungen ist (bestes Beispiel: das Silent Hill Debakel). Sowohl Fans, als auch mögliche Neuentdecker werden eine Menge Spaß mit diesen Titeln haben.”

Geschrieben von Patrick Held

Entwickler: Kojima Productions
Publisher: Konami
Release: erhältlich

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