Preview: In Sound Mind – Horror mit visuellem Makel

Das Horror-Genre ist inzwischen fest verbunden mit Spielen und brachte über die Jahre und Generationen hinweg alle möglichen Ausrichtungen hervor. Mit den neuen Konsolen erhofft man sich nun, dass man das Genre wieder ein Stück voran bringen kann, was man sich auch bei Entwickler We Create Stuff denkt. Diese arbeiten derzeit an dem psychologischen Horrorspiel In Sound Mind, das bewusst die Last-Gen Konsolen überspringt. 

In einer Entwickler-Session konnten wir kürzlich einen neuen Blick auf In Sound Mind werfen, wo neben der bereits erhältlichen PC-Demo ein brandneuer Abschnitt vorgestellt wurde. Wo man auf der einen Seite interessante Ansätze erkannte, blieben auf der anderen jedoch einige Fragen zurück.

 In Sound Mind

Worum geht es in In Sound Mind?

Im Spiel schlüpft man in die Rolle des Psychologen Desmond, der versucht den seltsamen Vorkommnissen in der einst ruhigen Stadt Milton Haven auf den Grund zu gehen. Vor ihm liegen unzählige archivierte Akten von verstorbenen Patienten, sowie Aufzeichnungen, die ihre eigenen lebensechten und surrealen Mysterien bereithalten. Anhand verschiedener Geschichten gilt es nun Antworten zu finden und den Bedrohungen, die zuweilen eurer Fantasie entspringen, zu entkommen.

Milton Haven zeigt sich dabei als recht klassischer Schauplatz von Horrorspielen – eine amerikanische Kleinstadt, die in Teilen an Vorlagen wie Alone in the Dark oder Silent Hill erinnert. Aber auch die Resident Evil-Serie hatte einige Einflüsse auf In Sound Mind, vor allem die jüngsten Spiele. Man durchsucht verfallene Gebäude mit einer Taschenlampe, bekommt etwas Küsten-Atmosphäre zu spüren und wird immer wieder mit schaurigen Szenen konfrontiert. Den psychologischen Aspekt bringt man damit ein, dass man surreale und abstrakte Welten betritt. Im Fall der gezeigten Demo war dies eine Welt, die völlig zersplittert dargestellt wurde, während über uns so etwas wie ein Wal entlang flog.

 In Sound Mind leuchturm

Ungewöhnlicher Look

Auffällig war während der Präsentation vor allem eines, dass man entgegen anderer Horrorspiele sehr viel mit auffälligen und bunten Lichteffekten spielt. Ob Nebel, der empor steigt, eine Katze mit leuchtenden Augen, oder Gegner, die von einem bunten Schweif umgeben sind – dies erinnert alles ein wenig an die damaligen Ghostbusters-Filme und dem Stand damaliger Animationstechnik. Unheimlich, aber nicht wirklich düster. Laut Lead-Producer Ido Tal hat dies damit zu tun, dass man jedem Setting ein Thema geben wollte, das auch einen markanten Wiedererkennungswert hat. Das erstreckt sich laut We Create Stuff auch auf den Soundtrack, der unter anderem Originalmusik von The Living Tombstone umfasst, auf dessen Zusammenarbeit man mit In Sound Mind sehr stolz ist.

Spielerisch setzt man ebenfalls auf einen erprobten Mix aus Erkundung, Schleichen, Kämpfe, Platformer-Abschnitte und Action, bei denen der Spieler stets die Kontrolle über seinen Charakter hat. Wie in einem kürzlichen Interview schon erwähnt, wird es in In Sound Mind kaum Zwischensequenzen geben, da dies für We Create Stuff weniger gruselig sei, als wenn man diesen Albtraum selbst erlebt, also im spielerischen Part. Wie man mit den individuellen Situationen umgeht, liegt dabei ganz beim Spieler.

 In Sound Mind spiegelscherbe

Dazu hieß es damals:

“Der Unterschied ist die Spielerinteraktion, die man in dieser Erfahrung hat. Selbst in einem linearen Story-Spiel macht es einen Unterschied aus, die Fähigkeit zu haben, mit Situationen umzugehen.”

Ansonsten liegen vor einem eine Mischung aus einzigartigen Rätseln, fordernden Bosskämpfen und neuen Ansätzen. Einer davon ist zum Beispiel die Spiegelscherbenmechanik, bei der man Rätsel und Hinweise nur dadurch erkennt, in dem man durch eine Spiegelscherbe sieht was hinter einem passiert, was so aber nicht wirklich sichtbar ist. Unter anderem wurde damit ein zuvor versperrter Weg offenbart oder Hinweise gestreut.

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Individuelle Geschichten

Ein besonderer Fokus liegt außerdem auf den Tapes, die im Spiel gefunden werden können. Jedes dieser Tapes führt euch zu einer neuen Geschichte einer anderen Person, in ein neues Gebiet und offenbart auch neue Mechaniken. Sobald man eines dieser Tapes einlegt, verändert sich die Umgebung um euch herum, die Zeit wird zurückgedreht und eure Ermittlungen finden anscheinend in der Vergangenheit statt.

Insgesamt hat man sich für In Sound Mind durchaus Gedanken gemacht und tief in die Trickkiste des psychologischen Horrors gegriffen. Die Story klingt interessant und das Setting lädt zum Erkunden ein. Ob es sich am Ende auch so zusammenfügt, wie erhofft, wird man sehen, wenn der Titel erhältlich ist.

 In Sound Mind

Das gefällt uns nicht

Kritisch ist zum jetzigen Zeitpunkt vor allem der visuelle Aspekt, den ich mir nicht ganz erklären kann. Nochmal zur Erinnerung: In Sound Mind erscheint für die Next-Gen Konsolen und den PC, ist optisch aber bestenfalls in der PS3 Ära zu verorten. Wieso und weshalb das so ist, kann wohl nur We Create Stuff erklären. Bleibt zu hoffen, dass es am Ende nicht der Punkt ist, der dem Titel trotz seiner interessanten Ideen das Genick bricht … auch wenn Grafik nicht immer alles ist. Mit potenter Hardware als Antrieb möchte man allerdings schon was zu sehen bekommen. Immerhin sprach man zuvor von “beängstigenderen Welten mit mehr Echtzeiteffekten, die bislang nur auf kostspieliger Hardware realisierbar waren.” Das passt leider nicht so ganz mit der uns vorgestellten Demo zusammen.

Eindruck: Ausbaufähig