Rocksteady unter Beschuss wegen Schikane am Arbeitsplatz, emotionales Video aufgetaucht

Nach Ubisoft ist es nun Entwickler Rocksteady, die unter Beschuss wegen Schikanen und Fehlverhaltens insbesondere gegenüber Frauen am Arbeitsplatz stehen. Ein emotionales Video einer ehemaligen Writerin befeuert die Diskussion zudem erheblich.

Eigentlich freut man sich gerade auf die Premiere von Suicide Squad: Kill the Justice League, das Rocksteady in dieser Woche auf dem DC FanDome Event vorstellen möchte. Überschattet wird das Ganze jedoch von einem Bericht von The Guardian, wonach es auch bei Rocksteady seit Jahren zugehen soll, als seien weibliche Angestellte dort Freiwild. Bis auf eine Art Aufklärungsstunde mit den Mitarbeitern sei aber nie etwas passiert.

Hierzu heißt es bei The Guardian:

„Der Brief vom November 2018, der von 10 der 16 weiblichen Mitarbeiter des Unternehmens zu diesem Zeitpunkt unterzeichnet wurde, warf Beschwerden über Verhaltensweisen auf, darunter ‚Beleidigungen in Bezug auf die Transgender-Community‘ und ‚abfällige oder sexuelle Erörterung einer Frau mit anderen Kollegen‘ sowie sexuelle Beschwerden über Belästigung ‚in Form von unerwünschten Angeboten, Blicken auf Körperteile einer Frau und unangemessenen Kommentaren im Büro'“.

Rocksteady besteht aus über 200 Mitarbeitern, darunter nur 16 Frauen zu diesem Zeitpunkt, wodurch sich eine eindeutige Domäne in dem Studio abzeichnet. Wie schon bei Ubisoft soll auch dies zu gewissen Entscheidungen in Spielen wie Batman geführt haben, etwa die sexualisierte Darstellung von Poison Ivy und Harley Quinn.

Emotionales Video einer Writerin

Kaum wurde die Story publik gemacht, meldet sich die ehemalige Writerin, Kim MacAskil, mit einem emotionalem Video zu Wort, die bis 2019 bei Rocksteady tätig war. Darin erklärt sie, dass der überwiegende Teil bei Rocksteady aus sehr talentierten Menschen besteht, die einem das Gefühl geben, dass man mit einbezogen wird. Das Unternehmen an sich sei aber geradezu „unfähig“ mit Situationen in Bezug auf sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz umzugehen.

Im Folgenden wurden verschiedene Situationen beschrieben, wie weibliche Angestellte, die auf der Toilette weinen, nachdem sie mehrfach angefasst wurden, männliche Kollegen würden sich bei den Chefs beschweren, wenn ihre Ideen von Frauen abgelehnt werden, oder betrunken damit rum prahlen, dass sie mit der und der geschlafen hätten. Selbst aus den höheren Chefetagen würde man ein solches Verhalten beobachten.

Letztendlich hatte MacAskil mehrfach eine Art Beschwerdebrief verfasst, mit dem Ergebnis, dass ihr abgeraten wurde, diesen jemals zu veröffentlichen, da sie sonst als eine Art Ärgernis im Unternehmen angesehen werden könnte und ihre Karriere damit gen null läuft. Obwohl diese persönlichen Vorfälle schon Jahre zurückliegen, sollen ein paar Anrufe ausreichen, um zu belegen, dass sich seitdem nichts bei Rocksteady geändert habe. Das mache sie nur noch wütend, heißt es. Daher habe sie auch darum geben, dass ihr Name aus den Credits von Suicide Squad gestrichen wird, da sie nicht damit in Verbindung gebracht werden möchte.

Rocksteady selbst hat sich noch nicht zu diesen Vorwürfen weiter geäußert, was nach dem Video aber bald passieren dürfte.

Update: Anbei eine erste Reaktion der Rocksteady Mitarbeiter, die damals teilweise involviert waren, aber nicht genannt werden möchten. In einem Brief auf Twitter schreiben diese, dass sie sich etwas hintergangen mit der Story von The Guardian fühlen, da Teile davon einheitlich beschlossen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Zwar könne man bestätigen, dass es solche Vorfälle gegeben habe, allerdings würde Rocksteady aktiv daran arbeiten und bietet jedem Mitarbeiter entsprechende Gesprächsrunden und Meetings an. Dennoch räumt man ein, dass solche Dinge in der Industrie angesprochen werden sollten.

Das vollständige Statement der Mitarbeiter, noch nicht offiziell von Rocksteady, gibt es nachfolgend:

Update: Anbei das offizielle Statement von Rocksteady.