TEST: Final Fantasy: Type-0 HD – Ein kleiner Ausblick auf die Zukunft

Das lang erwartete „Final Fantasy XV“ steht bald in den Startlöchern, sodass man vorab alle Fans bereits auf die neuen Konsolen locken möchte und als kleinen Vorgeschmack den PSP-Port „Final Fantasy: Type-0 HD“ veröffentlicht. Square Enix geht ganz offen damit um, dass man zunächst die Fan-Base aufbauen möchte, um „Final Fantasy XV“ später zum Erfolg zu führen. Gleichzeitig möchte der Entwickler und Publisher die Wartezeit zum „Hauptspiel“ mit dem Handheld-Port versüßen sowie einigen Fans zeigen, in welche Richtung sich Teil 15 entwickeln wird.

Politik statt kitschige Romantik

109Zu meiner großen Überraschung entfaltet sich die Story von „Final Fantasy Type-0 HD“ schon von Anfang an als ernsthaft und völlig anders als zuvor, wo es nur darum ging mit einem bunten Charakter, auf einem Chocobo besattelt, bunte Federn einzufangen. Dieses Mal gibt es feurige Schlachten und dramatische Szenen, die ausnahmsweise sogar Blut zeigen. Auch die erzählerische Perspektive ändert sich in Sachen Thematik, zumal es nicht nur um eine 3-köpfige Gruppe Jugendlicher geht, sondern um eine ganze Nation, die in einem Krieg zu versinken scheint. In der Welt von Orience sind Kristalle eine wundersame Machtquelle, die jedem der vier Völker eine spezifische Besonderheit verleihen. Eine Nation kann beispielsweise riesige Machina (Kampfroboter usw.) konstruieren und befehligen, die anderen können auf Magie zugreifen und gar Esper beschwören. Scheinbar ist die Magie mehr wert, weshalb das Imperium die Magier-Nation „Rubrum“ angreift und aus diesem Grund ein unglaublich großer Krieg entfacht wurde. Die Rubrum-Magierklasse mit der speziellen Bezeichnung „Zero“ (deshalb wohl auch der Name), bestehend aus insgesamt 14 Schülern, die allen Kräften trotzen und den Krieg damit für sich entscheiden können. Als Spieler übernehmen wir die Kontrolle über die gesamte Klasse und versuchen den Spagat zwischen dem Schulleben und den militärischen Einsätzen zu halten. Die Geschichte wird dabei spannend gehalten, da man stets hinter das Gehemnis der Klasse „Zero“ kommen möchte und dieser Aspekt für einen großen Motivationsschub im Fortgang der Story sorgt

Mehr Kampfaction als erwartet

Der größte Wiedererkennungswert von „Final Fantasy Type-0 HD“ ist mit Abstand das Kampfsystem, welches überhaupt nicht nach einem typischen Final Fantasy-Spiel aussieht. Sogar der aktuelle Teil 13 sieht dagegen rundenbasierter aus. Mit einem 3-köpfigen Team, den wir aus 14 Schülern auserwählt haben, geht es in unterschiedliche Missionsabschnitte, die unterschiedliche Ziele haben können. In unserem Beispiel wäre es das Zurückerobern eines benachbarten Gebietes und die Auslöschung sämtlicher Feinde – hört sich doch einfach an, oder ? Ist es auch, zumal die Areale zum Kämpfen sehr eng und in einigen Gebieten linear sind. In den Kämpfen selbst ist Timing das A und O – eure Gegner können im anvisierten Zustand mit roter bzw. gelber Farbe leuchten, was sie bei unserem Angriff tötet oder zumindest stark verletzt. Hier kommt es sehr an euren Charakter und dessen Art zu kämpfen an – Distanzkämpfer brauchen selbstverständlich mehr Zeit um ein Ziel zu treffen, weshalb man immer vorausschauend auf die Knöpfe drücken sollte.

Die Nahkämpfer hingegen müssen sehr wendig sein, können aber auch sofort zuschlagen, wenn der richtige Zeitpunkt zum Töten des Gegners gekommen ist. Ihr werdet durch dieses System quasi gezwungen euren Gegner und seine Verhaltensweisen kennenzulernen, um den richtigen Zeitpunkt zum Zuschlagen abzupassen. Diese Kampftechnik ist im schweren Schwierigkeitsgrad sehr fordernd und macht auch auf normaler Schwierigkeit noch sehr viel Spaß, weshalb die Kämpfe meiner Meinung nach nie langweilig werden können.

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Zeit ist Geld

Zeit ist ein wichtiger Faktor in „Final Fantasy Type-0 HD“ , da wir zwischen den Missionen recht wenig davon haben und viele Leute angesprochen werden müssen. Heißt; wenn ihr mit einem gekennzeichneten Charakter redet, verliert ihr zwei Stunden von eurem Zeitkonto und müsst am Ende erst auf das Ende eurer Mission warten, bis ihr erneut genügend Stunden habt. Dieses Spielprinzip erinnert mich stark an die Persona-Reihe, da wir pro Tag nur eine limitierte Anzahl an Cut-Scenes auslösen können.

Ob das jedem so gefällt ist fraglich, für mich bleibt dieses System allerdings eine Balance zwischen den stressigen Kämpfen und den teils langweiligen Schulzeiten. Die Schulphasen können aber auch interessant sein, wenn man zusätzliche Informationen rund um die Klasse Zero und ihrer Schule sammeln möchte. Vom Inhalt her ist „Final Fantasy: Type-0 HD“ daher wie erwartet nicht sonderlich umfangreich, wenn man es mal mit anderen PS4-Spielen vergleicht.

Optische Frische mit einem Hauch von Enttäuschung

Sobald ich die Disc eingelegt und mich in den Kampf gestürzt habe, sah ich bereits die grafischen Veränderungen in „Final Fantasy Type-0 HD“ und die Tatsache, dass es von der Optik her genauso aussieht wie das kommende „Final Fantasy XV“. Ich meine damit nicht die Grafik an sich, sondern eher die starke Dynamik und verbesserten Animationen, wenn ich die Kamera und meinen Charakter bewege. Die Texturen sind deutlich hochskaliert worden und im Gegensatz zu dem kleinen PSP-Bildschirm viel schärfer. Zwar sind hier und da sowie vor allem an den Gesichtern der NPCs noch eine gewisse Unschärfe zu erkennen, allerdings hält sich das alles in Grenzen. Die gleiche Portierung hätte man zwar auch früher auf die PS3 für weniger Geld machen können, aber es war wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt für Square Enix

Die Beleuchtung und auch unsere Hauptcharaktere sehen hingegen sehr gut aus und haben durch die hochaufgelösten Texturen detailreiche, jedoch etwas emotionslose Gesichter. In den Zwischensequenzen merkt man die teils fehlende Kantenglättung in den Haaren oder Gesichtaccesoires bei den Nebencharakteren, was im Gesamtbild der HD-Portierung ein deutlicher Dorn im Auge ist. Ich denke, dass Square Enix eine viel bessere HD-Umsetzung hätte machen können, was wohl aber aufgrund der knappen Zeit bis zum Release von „Final Fantasy XV“ nicht möglich gewesen ist. Bleibt zu hoffen, dass die Kantenglättung und andere Grafik verbessernen Maßnahmen via Patch nachgereicht werden.

148Soundtechnisch gibt es fast nicht zu meckern – die klassischen Final Fantasy-Themen sind intergriert und hinterlassen nostalgische Spuren, während man mit Ace & Co. durch weite Landschaften streift und per Zufallsprinzip verschiedene Monster tötet. Die Soundtracks in den Zwischensequenzen und besonders im Intro sind verdammt episch und sorgen für Gänsehaut pur. Trotz der guten Akustik, lässt die deutsche Lokalisierung mit ihren Untertiteln zu wünschen übrig, da man als durchschnittlicher Englisch-Kenner den Gesprächen auch ohne Untertiteln folgen und so auch einige Fehler in der Übersetzung findet. Darüber hinaus ist auch die englische Vertonung alles andere als pünktlich, wenn wir das Timing der Gespräche und die Lippen-Synchronisation beobachten. Fast in jedem Gespräch reden der Charakter oft nach, obwohl die Lippen sich nicht mehr bewegen – ein unschöner Makel.

Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix
Release: 20. März 2015
Offizielle Homepage: www.finalfantasytype0.com

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TEST: Final Fantasy: Type-0 HD – Ein kleiner Ausblick auf die Zukunft
„Final Fantasy Type-0 HD ist weiterhin ein sehr guter Handheld-Ableger, jedoch nur ein etwas überdurchschnittlicher Konsolen-Titel mit dem Namen „Final Fantasy“. Aufgrund der Herkunft des Titels, ist der Umfang auch der größte Kritikpunkt. Storytechnisch gibt es keinerlei Mängel, weshalb die Geschichte sehr spannend und zugleich motivierend ist. Die Kämpfe und das Erkunden neuer Gebiete machen Spaß, haben allerdings eine Einschränkung, was die Weitläufigkeit der Gebiete angeht .. zumindest für einen Final Fantasy-Titel. Grafisch bewährt sich der Sprung in die aktuelle Generation schon jetzt – was bis auf kleinere Makel auch für den Sound gilt. Ein netter Einstand der Serie auf den aktuellen Konsolen, der sich mit Final Fantasy XV hoffentlich vollständig entfaltet.“
8.2
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