TEST: Murdered Soul Suspect – Auf der Jagd nach dem eigenen Mörder

Eigentlich ist es doch immer dasselbe: Man versucht als toller Held seine Ziele zu erreichen, ohne dabei zu viel Schaden zu nehmen oder gar zu sterben.

„Murdered-Soul Suspect“ geht da etwas anders vor. Nach nicht einmal 20 Sekunden stürzt man als Ronan O’Conner aus einem Fenster und wird anschließend erschossen. Wo normalerweise ein Respawn ansteht, geht hier überhaupt erst alles richtig los, denn „Murdered-Soul Suspect“ ist kein gewöhnliches Detektivspiel, sondern hebt sich in manchen Punkten deutlich von der Masse ab. Doch kann das Erlebnis alla „Ghost- Nachricht von Sam“ überzeugen oder wird es hier schnell das Zeitliche segnen?

Bevor es richtig losgeht, erfährt man in kurzen Sequenzen etwas über das Leben des Protagonisten; ein Junge von der Straße, der sich mit Diebstählen über Wasser hält, bis er sein Leben schließlich nach dem Tod seiner geliebten Frau überdenkt und Detektiv wird, der durch seine raue und aufmüpfige Art jedoch wenig Freunde unter seinen Kollegen findet.
Jedes Erlebnis wird durch ein Tattoo verdeutlicht, diese erscheinen dann nach und nach im Intro.

Nach dem Tod hat Ronan nur ein Ziel: Seinen Mörder und somit auch endlich seinen Frieden finden. Dieses Ziel kann er selbstverständlich nur durch ausführliche Beweisaufnahme erreichen. Dabei stehen ihm seine neu gewonnen Geisterkräfte zur Verfügung, wie etwa durch Wände zu gehen oder die Gedanken von beteiligten Personen lesen zu können und sie so zu beeinflussen, dass sie an die gewünschten Informationen denken. Allerdings muss er sich nun auch mit anderen Geistern beschäftigen und sich vor verlorenen Seelen in Acht nehmen. So kämpft sich Ronan O’Conner seinen Weg durch das unheimliche Salem, um seine letzte Aufgabe abzuschließen und seinen Weg aus der Zwischenwelt ins Licht zu finden.

Gameplay und Steuerung

Wer jetzt von einem anspruchsvollen und herausfordernden Gameplay ausgeht, der wird leider ein wenig enttäuscht sein, denn was sich nach einem guten Detektiv-Krimi-Spiel anhört, entpuppt sich als stupides Sammeln von Informationen ohne große Herausforderung. Wenn man einen Fall abschließen und seine gewonnenen Informationen auswerten will, kann man getrost nach Trail- and – Error vorgehen, ohne irgendwelche großen Veränderungen oder Schwierigkeiten zu erleben. Um das Spiel ein wenig umfangreicher zu gestalten, lassen sich an den unterschiedlichsten Stellen Gegenstände aufdecken, die uns mit Hintergrundinformationen über wichtige Charaktere oder besondere Vorkommnisse im kleinen Örtchen Salem berichten. So erfährt man etwa durch Tagebucheinträge, die im Laufe der Zeit gesammelt werden, etwas über Ronans Frau. Zudem muss verschiedenen Geistern geholfen werden, ihre unerledigten Aufgaben abzuschließen, damit diese armen Seelen ihren Frieden finden können.

Wer einer bösen Seele begegnet, dem bleiben im Grunde ein paar Möglichkeiten: Entweder versteckt man sich in Rückständen alter Geister und springt zwischen diesen hin und her, lenkt die Seelen mit Krähen ab und schleicht sich vorbei, oder aber man löscht sie durch ein wirklich winziges Quick-Time Event aus und hat ein für alle mal Ruhe. Doch auch das stellt keine wirkliche Herausforderung dar und wird so gut wie nie fehlschlagen.

Sollte man sich im Vorfeld schon mal einen Überblick darüber verschaffen wollen, ob vielleicht eine böse Seele hinter der nächsten Wand wartet, der kann sich durch eine Art Röntgenblick eine Übersicht über Feinde und mögliche Verstecke verschaffen. So bleiben (unerwünschte) Überraschungen aus.

Geister können laut vorherrschender Meinung nur in Häuser eintreten, deren Türen oder Fenster geöffnet sind. Das muss auch Ronan erfahren. Glücklicherweise kann er in den Körper von Katzen schlüpfen, um durch schmale Eingänge und Lüftungsschächte zu kriechen und über Mauern oder Kisten zu klettern. Durch diese Idee kommt ein wenig willkommene Abwechslung in den sonst doch eher stumpfen und gleichbleibenden Spielaufbau auf.

Unterstützt wird man dabei von der wirklich sehr einfach gestalteten Steuerung. Im Grunde gibt es nur zwei wesentliche Tasten, mit denen man seine Fähigkeiten einsetzen kann. Diese werden auch immer wieder eingeblendet, wenn es eine mögliche Verwendung gibt. Die Steuerung ist sehr intuitiv, prägt sich schnell ein und ist durch ihre schlichte Steuerung auch perfekt für Remote-Play per PS Vita geeignet, welches selbstverständlich auch von diesem Titel unterstützt wird.

Insgesamt sind Steuerung und Gameplay sehr solide. Zwar gäbe es durchaus noch einiges, was man hätte besser oder abwechslungsreicher gestalten können, trotzdem schafft es „Murdered-Soul Suspect“ den Spieler eine lange Zeit zu beschäftigen und kann sich durch diese besonderen Fähigkeiten, die ein Geist besitzt, von anderen Titeln absetzen.

Sound, Grafik und Atmosphäre

Was die Atmosphäre angeht, hat Square Enix ein absolutes Fleißsternchen verdient. Wer sich abseits der eigentlichen Story ein wenig mit Entdeckungsreisen beschäftigt, der kann durch die vielen Hintergrundgeschichten eine tiefe Bindung zu allen Beteiligten aufbauen. Man versteht besser, warum Ronan in einer Situation so reagiert, wie er es tut und versteht, warum er zu diesem aufmüpfigen, draufgängerischen Detektiv geworden ist. Man ist erschrocken, wenn man sich selbst dabei zusieht, wie man erschossen wird und tief bestürzt, wenn einem Geister begegnen, denen ein schreckliches Schicksal zuteil wurde.

Unterstützt wird diese tolle Atmosphäre von den guten Soundeffekten, die immer passend auf die Situationen abgestimmt sind und jeden Moment gut untermalen. Auch die Synchronisation ist gut umgesetzt worden, auch wenn sich die belauschten Gedanken immer und immer wiederholen. Das ist jedoch durchaus zu verkraften, zumal man sich hier hochkarätige Synchronstimmen wie die von Ben Affleck an Bord geholt hat.

Auch grafisch ist nicht viel am Titel zu beanstanden. Die Figuren sehen alle sehr gut aus, ihre Bewegungen wirken „lebendig“ und sind flüssig. Auch die Umgebung ist detail- und abwechslungsreich gestaltet worden und kann dadurch überzeugen. Schade nur, dass das alles durch wirklich dumme Fehler wieder etwas gemindert wird. So finden manche Gespräche einfach nicht statt, egal wie oft man diese aktivieren will. Einziger Ausweg ist da ein absoluter Neustart, was wirklich mehr als ärgerlich ist. Schade sind auch immer wieder Bugs, durch die Kisten auf einmal halb in einer Wand stehen oder sich die angezeigten Missionsziele einfach nicht mehr ändern. Das ist besonders ärgerlich, wenn man sich mit Nebenmissionen beschäftigt hat und nicht mehr genau weiß, was man für die Story erledigen sollte. Das sind jedoch alles keine Probleme, die sich nicht mit einem Patch beheben lassen würden.

Entwickler: Airtight Games
Publisher: Square Enix
Release: 06. Juni 2014
Offizielle Homepage: www.murdered.com

[asa]B00JPECMT4[/asa]

TEST: Murdered Soul Suspect – Auf der Jagd nach dem eigenen Mörder
„Murdered-Soul Suspect“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man sich von Genrevertretern abhebt und damit auch noch überzeugen kann. Durch das hohe Maß an Hintergrundinformationen lässt sich eine schnelle und gute Bindung aufbauen und man wird tief in das Spiel hineingezogen. Einzig und allein die kleinen Bugs sorgen für einen gehörigen Dämpfer und schaden dem Spaß ein wenig. Hoffentlich ist hierfür ein Patch schon in Arbeit. Wer aber Lust hat auf ein gekonntes Krimi-Adventure mit interessantem Setting und einfachen Herausforderungen wird um diesen Titel nicht herumkommen.“
7.4
Share this Article
Leave a comment
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
Checkbox
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
0
Dein Kommentar dazu interessiert uns!x
()
x