TEST: New Little King´s Story – Kleiner König ganz groß?

New Little Kings Story erschien am 27.September exklusiv für die PS Vita. Bereits 2009 erblickte der kleine König das Licht auf Nintendos Wii. Wir schauen, wie sich das Remake auf der Vita schlägt.

In New Little Kings Story spielt ihr den jungen König Corobo, der den Dämonenkönig aus seinem Königreich vertreiben muss. Bei einem Angriff wurde das Schloss Alpoko zerstört und die sieben Prinzessinnen in magischen Lichtsäulen gefangen genommen. Zusammen mit einer Handvoll treuer Recken konntet ihr gerade noch so aus eurem Schloss fliehen. Um euren Feind zu schlagen, müsst ihr euer Königreich neu errichten und die Prinzessinnen aus ihren Käfigen befreien.

Aller Anfang ist schwer

Und so sitzt ihr also in einem kleinen Dorf, eurem neuen Königreich und zu Hause – ohne eine Armee und ohne Geld. Eure erste Aufgabe besteht also darin, eure Staatskasse aufzufüllen. Unterstützung erhaltet ihr von einigen Bürgern, die sich bereits in eurem Dorf niedergelassen haben. Diese könnt ihr in eure Leibgarde einberufen, die dann für euch Löcher ausgraben oder dicke Holzbalken beseitigen. Genauso könnt ihr sie in den Kampf gegen allerlei Monster schicken, die in der riesigen Welt von New Little Kings Story auf euch warten.

Mit eurem hart erarbeitetem Geld baut ihr euer Königreich aus: Angefangen bei einer einfachen Kaserne und einem Bauernhof baut ihr später riesige Areale mit weiteren Siedlungen, Zünften, Schulen, Restaurants und Theater zu. Natürlich müssen diese Areale von sogenannten „Hütern“ hart erkämpft werden.

Mit dem Erbauen von verschiedenen Gebäuden können die Bürger verschiedene Berufe erlernen. So bildet ihr zum Beispiel Soldaten, Bauern, Handwerker oder Bogenschützen aus. Insgesamt könnt ihr auf ein Repertoire aus 14 verschiedenen Berufen zugreifen. Das Besondere hierbei ist, dass jeder Beruf für sich spezielle Fähigkeiten hat: Während Soldaten für den Nahkampf ausgebildet wurden, greifen Bogenschützen aus der Ferne an; Bauern reißen winzige Spalten zu riesigen Löchern auf, in dem größere Schätze versteckt sind. Handwerker bauen euch Brücken und Treppen, mit denen ihr unbekannte Gebiete erforschen könnt. Steinmetze und Holzfäller räumen riesige Steine bzw Bäume aus dem Weg, die den Zugang zu weiteren Arealen blockieren. Mit diesem Wissen im Gepäck müsst ihr eure Leibgarde zusammenstellen, um möglichst beschwerdefrei durch das Königreich laufen zu können.

Im weiteren Verlauf der Geschichte gesellen sich eine Krankenschwester, ein Pastor und ein Alchimist hinzu. Während Ersteres für die Behandlung von kampfunfähigen Bürgern zuständig ist, könnt ihr in der Kirche zwei Bürger, die sich verliebt haben, verheiraten, um damit Nachwuchs zu zeugen. Mithilfe des Alchimisten werden mächtige Waffen und Rüstungen erstellt, die ihr auch zusammen mit euren Freunden via „Matching Alchemy“ schmieden könnt.

Strategie als Erfolgsfaktor

Die Steuerung beschränkt sich auf drei wesentliche Kommandos: Angreifen, Zurückziehen und Formation ändern. Mit diesen Befehlen ausgerüstet stellt ihr euch den finsteren Monstern entgegen. Man merkt früh, dass das Spiel nicht nur aus wildem Gekloppe besteht, sondern strategisches Denken Grundvoraussetzung für den Erfolg ist (Pikmin lässt grüßen). Auf Basis von verschiedenen Verhaltensmustern eurer Feinde müsst ihr beurteilen können, wann und vor allem mit wem angegriffen wird. Vor allem bei den Hütern und den Säulenwärter ist der Schwierigkeitsgrad anspruchsvoll gestaltet. Bei Bedarf kann dieser zu Anfang des Spiels in „Schwer“, „Normal“ oder „Einfach“ geändert werden.
Mithilfe des Touchscreens lassen sich Ziele zum Angriff markieren oder Personen oder auch ganze Gruppe zur Leibgarde einberufen. Das Spiel spielt sich deutlich besser mit dem Touchscreen, da präzisere Eingaben als mit den Buttons möglich sind. Abgesehen davon und von der Karte erfolgt die Steuerung hauptsächlich mit den Knöpfen. Das rückseitige Touchpad wird nicht mit einbezogen. Über den rechten Analogstick führt ihr die Kamera, während ihr mit dem Linken durch die Welt reist. Allerdings ist die Kameraperspektive vom Spiel her auf eine Sichtweise beschränkt, was vor allem in engen Gassen, wo man die Kamera nicht drehen kann, für Frust sorgt.

Quests, Hüter und Wärter

Wie bereits geschrieben, besteht die Haupthandlung in der Rettung der gefangenen Prinzessinnen. Abseits davon könnt ihr Subquests erfüllen, die sich in eurem Kummerkasten finden lassen, sowie euer Königreich ausbauen, indem ihr die Hüter der jeweiligen Areale besiegt. Alle Dinge, die ihr während eurer Reise findet, landen zuerst unter die Rubrik Kriegsbeute – egal ob Stein oder Schwert. Erst wenn ihr euer Thron besteigt, werden die Schätze geschätzt. Und erst dann erhaltet ihr die gefundene Ausrüstung. So gestalten sich die Questbewältigung sowie die Schatzsuche recht mühsam, da viele und vor allem lange Wege gegangen werden müssen. Das Questsystem ist zudem sehr eintönig, da ihr ausschließlich auf Monsterjagd geht, die immer an denselben Orten stattfindet. Eine willkommene Abwechslung bieten die Säulenwärter, die ihr zum Teil minispielartig besiegen müsst. Ein Wärter lässt sich zum Beispiel nur besiegen, indem ihr mit eurer Leibgarde einen Flipperautomaten simuliert und ihn so an eine bestimmte Stelle schießt. Habt ihr eine Prinzessin gerettet, steht sie euch im weiteren Verlauf zur Verfügung und hilft mit speziellen Fähigkeiten wie Angriffsbonus oder Heilung aus.

Neben dem Questsystem bietet das Spiel in Form von Level weitere Rollenspielelemente. Mit den gefundenen Ausrüstungsteilen könnt ihr eure Leibgarde einkleiden und verstärken. Das Auffinden von bestimmten Bürgern gestaltet sich allerdings sehr aufwendig, da sie sich in der ganzen Stadt verteilen. Zwar gibt es mit dem „königlichen Balkon“ eine Möglichkeit, Bürger zu sich zu rufen, allerdings ist diese Funktion nur bedingt zu gebrauchen, da erstens nur Gruppen aufgerufen werden können und zweitens die Personen bei Aufruf einer anderen Gruppe wieder verschwinden. Daher beschränkt man sich während des Spiels auf seine „Stammleute“, die man mit einem einfachen Ruf schnell zusammen hat. Speichern könnt ihr fast durchgängig über das Startmenü. Nebenher habt ihr die Möglichkeit, euch über Herausforderungen mit anderen Spielern auf Basis einer Rangliste zu messen. Als kleinen Gimmick haben die Entwickler ein Minispiel in Form von Ping Pong eingebaut.

Bunte Welt in Slow Motion

Die Geschichte von New Little Kings Story wird hauptsächlich in Dialogen geführt, die zum Teil sehr witzig geführt sind. Allerdings kämpft das Spiel stark mit Rechtschreibfehlern, Übersetzungslücken und einer zu kleinen Schriftart. Die bewundernswerten 2D-Zeichnungen der Figuren während der Gespräche sind sehr detailliert gezeichnet. Zusammen mit der bunten und liebevoll gestalteten Spielwelt sowie einem stimmungsvollen Soundtrack kann der Spieler voll in das Spiel abtauchen.

„Kann“ deshalb, weil New Little Kings Story mit ungewohnten Frame-Einbrüchen zu kämpfen hat – und zwar durchgehend. Flüssiges Spielen ist absolut nicht möglich und das Spielerlebnis leidet deutlich darunter. Vor allem bei vielen bewegten Objekten spürt man, dass nicht sonderlich viel Arbeit in Codeoptimierung gesteckt wurde.

TEST: New Little King´s Story – Kleiner König ganz groß?
"New Little Kings Story hätte ein richtig gutes Spiel werden können. Das Spielprinzip überzeugt mit einer Mischung aus „Die Siedler“ und „Pikmin“ und lässt absolut keine Langeweile aufkommen, auch wenn das Quest-System sehr eintönig ist. Im Spieldesign verstecken sich einige Albernheiten, die dem Titel einen gewissen Witz mitgeben. Der Soundtrack ist stimmungsvoll und die wirklich toll gezeichneten 2D-Figuren während der Dialoge sind ein Augenschmaus. Allerdings verscherzt es sich Konami mit einem üblen Port, der mit starken Übersetzungsfehlern sowie einer unbefriedigenden Frame-Rate zu kämpfen hat, was letztendlich aufzeigt, wie wenig Mühe man sich bei diesem Port gemacht hat."
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