TEST: Doom 3 VR-Edition – Ein VR-Höllentrip

Mit Doom 3 VR Edition bringt Bethesda eine Doom 3 VR-Version exklusiv für PlayStation VR, wie der Name unschwer erkennen lässt. Ob das Komplettpaket, das die beiden Expansions „Resurrection of Evil“ und “The Lost Levels” beinhaltet, auch mit voller Immersionskraft überzeugen kann oder eher ein Hintergedanke ist, der sich als Höllentrip offenbart, erfahrt ihr in unserem Kurztest.

Doom 3 kann mit den anderen Spielen in der Doom-Reihe kaum verglichen werden. Die Anfänge der Doom-Serie setzen viel Wert auf schnelles Gameplay und verschachtelte Level mit Dutzenden von Geheimnissen, die dazu einluden, die Levels bis in Detail zu erkunden, während eine Story praktisch nicht existent ist. Doom 2016 (unser Review) und Doom Eternal (unser Review) sind vergleichsweise nah am Original, das Gameplay ist schnell, es gibt viele Geheimnisse, während eine interessante Story durch viele Textelemente eingearbeitet wurde, die man jedoch auch ignorieren kann, wenn man möchte.

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Das etwas andere DOOM

Doom 3 ist im Vergleich mit den anderen Teilen der Reihe ein starker Kontrast, der das Augenmerk auf die Story legt. Dutzende von Zwischensequenzen unterbrechen ständig das Gameplay, es gibt Figuren, die große Rollen in der Geschichte einnehmen, sowie jede Menge Plot-Twists, die sich in einem B-Movie Horrorfilm zu Hause fühlen würden. Wer durch Doom Eternal auf den Geschmack gekommen ist und mehr in VR möchte, wird hier daher eher nicht fündig. Stattdessen erwartet einen ein recht langsames Doom-Gemetzel mit einem Fokus auf Story, Horror und Atmosphäre. Daher erscheint die Wahl, ausgerechnet diesen Part in VR zu realisieren, auch am naheliegendsten gewesen zu sein.

Doom 3 ist also nicht unbedingt etwas für Fans der neueren Doom-Spiele, aber könnte etwas für Horror Fans sein? Nicht unbedingt! Doom 3 ist ein gutes Spiel, das von vielen Fans als schwarzen Schaf gehandelt wurde, während es ein anderes Lager als frischen Wind in der Serie sah. Oberflächlich betrachtet ist Doom 3 also super für VR geeignet. Das Spiel ist langsamer als andere Einträge der Serie, lebt von einer gruseligen und bedrückenden Atmosphäre, die sich sowohl im Sounddesign als auch im Look widerspiegelt, ist aber knapp 20 Jahre alt und noch immer ein Doom-Spiel und somit als langsameres Doom auch noch immer hektisch.

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Schlecht gealtert, selbst für VR

Schon zu Spielbeginn wird ersichtlich, das Doom 3 durch sein Alter nicht für VR geeignet ist. Für die Story wichtige Zwischensequenzen werden in regelmäßigen Abständen auf einer virtuellen Kinoleinwand präsentiert, was grundsätzlich kein Problem ist, die schiere Anzahl der Unterbrechungen kann jedoch schnell als störend empfunden werden. Abgesehen von den zahlreichen Kinoausflügen macht die Doom 3 VR-Edition auf den ersten Blick aber einen guten Eindruck. Auf seinem Rundgang durch die Mars-Forschungsstation erblickt man etliche Details, die man so vorher noch nicht gesehen hat. Gepaart mit dem brachialen Doom-Sound und der wunderbaren Geräuschkulisse kommt hier eine tolle Atmosphäre auf, bis man seinen ersten NPC sieht und sich fragt, was an der Perspektive nicht stimmt. Dann nämlich fällt auf, dass die gesamte Spielwelt nicht richtig skaliert wird. Selbst wenn man in die Einstellungen geht und seine richtige Größe anpasst, erscheint immer noch alles zu klein.

NPCs sind zum Beispiel gefühlt 140 cm groß, was sich selbstverständlich auch bei den Gegnern widerspiegelt, die einfach nur winzig ausschauen und durch eure riesig wirkenden Hände und Waffen fast schon komödiantisch wirken. Wenn es um die Kämpfe direkt geht, ist Doom 3 ein zweischneidiges Schwert, das sowohl begeistern als auch ernüchtern kann. Herausragend ist das tolle Gunplay, das in VR und in Kombination mit Rumble wirklich überzeugen kann. Besonders begeistern konnte mich hier die Shotgun, die mit jedem Schuss einen kräftigen und spürbaren Ruck auslöst.

doom 3

Wenig begeisternd ist, wie die Doom 3 VR-Edition gespielt werden möchte. Während der ersten Kämpfe ist es relativ einfach seine Gegner mit gezielten Schüssen zu erledigen, spätere Spielabschnitte verlangen jedoch ständiges Strafen und rennen von euch, um nicht getroffen zu werden. Paart man dies mit den relativen gewichtslosen rutschigen Bewegungsverhalten der Doom 3 VR-Edition, hat man einen erstklassigen Motionsickness-Cocktail. Teleportation bietet die Doom 3 VR-Edition leider nicht, wodurch man entweder einen geschmeidigen oder ruckartigen Dreh-Stil wählen muss.

TEST: Doom 3 VR-Edition – Ein VR-Höllentrip
Fazit
"Doom 3 VR-Edition ist ein Paradebeispiel dafür, das man nicht einfach ein Spiel, das sich gut in 2D spielt, in einen VR-Titel verwandeln kann. Angefangen mit der Skalierung, über die ständigen Videounterbrechungen, bis hin zu dem Kampfsystem, das gut mit Controller/Maus und Keyboard funktioniert, aber in VR Übelkeit auslöst, spricht praktisch wenig dafür, das man die VR-Version der Standardversion vorziehen sollte. Doom 3 Fans können gerne zuschlagen, sollte sich aber auf eine kleine Enttäuschung einstellen, anstatt ein Immersions-Wunder. Wer sich zum ersten Mal an Doom 3 wagt, zudem sollte lieber die Standardversion wählen, um sich möglichen einen üblen Nachgeschmack zu ersparen."
Positiv
Tolles Gunplay, das in VR überzeugen kann
Das etwas andere DOOM
Negativ
Völlig falsche Skalierung
Spielstil nicht unbedingt für VR geeignet
Lieblose Konvertierung
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