TEST: Hot Wheels Unleashed – spaßiger Racer mit Nostalgie-Faktor

Mit Hot Wheels Unleashed rauscht ende September ein waschechter Fun-Racer auf die PS4 und PS5. Mit schnellem und unkompliziertem Gameplay, tollen Umgebungen, aufregenden Fahrzeugen und mächtigem Streckeneditor möchten Milestone und Mattel junge und junggebliebene Fans der kleinen Spielzeugflitzer überzeugen. Was das Spiel euch bietet, wie sich das ganze spielt und was euch nach Release erwartet, erfahrt ihr in diesem Test!

Nostalgie: AN!

Egal, ob ihr zu denen gehört, die selbst orangene Plastikstrecken im Kinderzimmer zusammenstecken oder ob ihr nur mit großen Augen die Fernsehwerbungen verfolgt habt (so wie ich): Hot Wheels sollte wohl so ziemlich jedem ein Begriff sein. Schon seit 1968 existiert die Marke, unter der Mattel Miniaturversionen der verschiedensten Fahrzeuge (und Flugzeuge und Surfer und und und) zum Kauf anbietet. Auch ich verzichte im echten Leben natürlich nur auf den Kauf eines Ferraris, da ich das Gefühl, einen solchen zu besitzen, zu Genüge aus meiner Kindheit kenne (hust). Milestone schafft es, diese Faszination mit Unleashed nahezu perfekt auf den Bildschirm zu zaubern.

Hot Wheels unleashed
Hot Wheels Unleashed sieht wirklich fabelhaft aus!

Schon die Trailer (wer sie noch nicht gesehen hat) hinterließen offene Münder und jede Menge Vorfreude. Den Entwicklern ist es wirklich gut gelungen, die Plastizität der kleinen Flitzer einzufangen. Die verschiedenen Materialien wie Plastik oder Metall wirken auch dank der tollen Beleuchtung absolut echt, wodurch jedes freigeschaltete Vehikel ein wenig Begeisterung hervorruft. Besondere Highlights wie das Batmobil, der DeLorean aus Zurück in die Zukunft oder der Burgertruck stechen hier natürlich heraus. Zusammen mit den tollen Umgebungen, die die Größenverhältnisse gut darstellen, entsteht ein sehr originelles Bild. Statt über echte Rennstrecken flitzen wir hier eben mit kleinen Spielzeugautos durch den Keller, die Garage oder einen Wolkenkratzer. Genügend Abwechslung zu anderen Racern ist also definitiv vorhanden.

Nostalgie: AUS!

Setting und Präsentation sind das eine. Hier überzeugt Hot Wheels Unleashed auf ganzer Linie. Der zweite Stützpfeiler ist natürlich das Gameplay. Vorab sei gesagt: Auch dieses ist grundsätzlich wirklich gelungen. Jeden Spielertyp wird es aber wohl nicht langfristig überzeugen können. Hot Wheels Unleashed ist ein relativ simpler (aber keinesfalls zu einfacher) Fun-Racer. Die Rennen dauern meist zwischen einer bis fünf Minuten. Die Fahrzeuge steuern sich ein wenig unterschiedlich, im Grunde läuft es aber auf einen Mix aus Drifts und Boosts hinaus. In den Kurven driftet ihr, was nach einiger Eingewöhnung ganz ordentlich funktioniert. Dadurch sammelt ihr Boost, den ihr dann möglichst clever einsetzen könnt. Je nach gewähltem Fahrzeug unterscheidet sich die sammelbare Boostmenge, sowie die Art des Einsatzes. Die meisten Kurven haben kleine Wände an der Außenseite (so wie die Vorbilder in der Realität), sodass ihr nicht jedes Mal von der Strecke fliegt, wenn ihr euch verbremst.

Hot Wheels
In den Rennen geht es hoch her.

Einfach an der Bande kleben und boosten funktioniert nur teilweise, da ihr eine Menge Speed verliert und weniger Boost sammelt. Später kommen dann auch vermehrt Strecken hinzu, in denen die Banden fehlen und ihr dementsprechend vorsichtiger fahren müsst. Das Kerngameplay macht Spaß, wenn ihr es aber einmal gemeistert habt, bietet es nur wenig Herausforderungen. Zum Glück gibt es aber immer wieder spezielle Bauteile, wie etwa Riesenspinnen, feuerspeiende Drachen oder Windräder, die das Ganze ein wenig auflockern und immer für eine Überraschung gut sind. Wer einfach ein bisschen Spaß alleine oder in der Gruppe haben möchte, der wird hier definitiv fündig, Spieler mit stärkerem Kompetitivem Anspruch könnten aber schnell die Motivation verlieren. Ein etwas zugänglicheres und für ein jüngeres Publikum ausgelegtes Trackmania solltet ihr also nicht erwarten.

Spielmodi und Umfang

Zur Auswahl stehen euch neben der Kampagne noch schnelle Rennen gegen die KI, im Splitscreen oder Online. Außerdem könnt ihr im Trackbuilder eigene Strecken bauen oder die Strecken von anderen ausprobieren. Zu guter Letzt habt ihr noch die Möglichkeit, eigene Lackierungen für eure Autos zu erstellen und euren eigenen Keller nach euren Wünschen einzurichten.

Die Kampagne ist recht simpel und kommt ohne Geschichte daher. Auf einem Straßenteppich (cool!) wählt ihr nacheinander verschiedene Events aus. Es gibt Rundenrennen, Zeitrennen, Punkt-zu-Punkt-Rennen und spezielle Bossevents. Letztere haben es richtig in sich, die Strecken sind ziemlich lang, bieten jeweils eine besondere Herausforderung und gehören definitiv zu den besten im Spiel. Um ein oder mehrere neue Events freizuspielen, müsst ihr mindestens dritter werden, um das Event vollständig abzuschließen, müsst ihr gewinnen bzw. eine besondere Zeit schlagen. Darüber hinaus gibt es ein paar Geheimnisse auf der Map, die ihr erst später freischalten könnt. Die Umgebungen der Events sind relativ zusammenhangslos über die Karte verstreut, wodurch für Abwechslung gesorgt ist. Die Kampagne hat mich gut unterhalten und die Menge an Events ist doch recht ordentlich. Leider gibt es keinen roten Faden oder ähnliches. Wir starten in jedem Rennen auf dem letzten Platz und fahren gegen zufällig ausgewählte Gegner ohne Persönlichkeit. So fühlt es sich mehr wie ein Abklappern der Events ab als nach echtem Fortschritt. Dieses Problem teilt sich Hot Wheels bekanntermaßen mit vielen anderen Rennspielen.

Hot Wheels
Die Events sind abwechslungsreich.

Im Laufe der Kampagne schalten wir immer wieder neue Strecken für den Solomodus, Fahrzeuge für unsere Sammlung, Streckenteile für den Editor und Zufallskisten frei. Diese können wir einlösen und so neue Fahrzeuge freischalten.

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Die Duelle gegen menschliche Gegner machen im Splitscreen durchaus Spaß, auch wenn dadurch ein bisschen der Wuselfaktor der anderen Rennen verloren geht. Online war im Testzeitraum naturgemäß noch nicht viel los, hier muss der Release zeigen, ob Milestone flüßige Rennen anbietet.

Der eigentliche Star

Der Streckeneditor ist für viele sicherlich ein heimlicher Star des Spiels. Immerhin können wir hier, ohne auf den Preis zu achten, die Strecken erstellen, die wir uns immer vorgestellt haben. Dazu stehen die verschiedenen Umgebungen aus dem Singleplayer zur Verfügung. Die Bedienung mit dem Gamepad ist anfangs etwas anspruchsvoll, es wird aber schnell klar, dass der Trackbuilder ein wirklich mächtiges Tool ist. Ich bin schon gespannt, welche Kreationen andere Spieler in Zukunft damit zaubern werden. Ein konstanter Nachschub an Strecken sollte aber definitiv gesichert sein.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: neue Streckenelemente werden durch das Abschließen von Kampagnenevents freigeschaltet. Bei einigen besonderen Teilen ist das durchaus verständlich, ärgerlich ist es aber trotzdem. Wer am liebsten Strecken bauen und mit seinen Freunden darauf fahren möchte, muss trotzdem mühsam die ganze Kampagne durchspielen, um das wirklich coole Zeug freizuspielen. Das dauert natürlich nicht ewig und macht auch Spaß, so ganz verständlich ist diese Entscheidung aber dennoch nicht.

Hot Wheels
Neue Strecken kommen von der Community.

Was bringt die Zukunft?

Hot Wheels Unleashed macht von Beginn an klar, dass der Release noch nicht das Ende der Reise sein soll. Ein Season Pass ist schon angekündigt, genauso wie saisonale Herausforderungen und Erweiterungen. Einige Fahrzeuge werden wohl gratis hinzugefügt werden, andere nur in Form von DLCs. Auch der Editor soll neue Teile bekommen und die Entwickler versprechen außerdem neue Umgebungen für das Spiel. Die Produktpalette von Hot Wheels bietet natürlich einen nahezu endlosen Nachschub an Fahrzeugen, dass die Entwickler davon Gebrauch machen, ist nur folgerichtig.

Es wird aber interessant sein, zu sehen, wie die weitere Monetarisierung des Spiels aussehen wird. Man bekommt im Verlauf der Kampagne einige Autos umsonst. Darüber hinaus gibt es auch ein paar Überraschungskisten, weitere können für 500 Münzen gekauft werden, die wir ebenfalls durch Events oder durch das Verkaufen von schon gezogenen Fahrzeugen sammeln können. In meinen Kisten waren ein paar wirklich tolle Wagen dabei, daneben habe ich aber auch jede Menge „langweilige“ Kisten teilweise mehrere Male gezogen. Alle 66 zur Verfügung stehenden Fahrzeuge habe ich aber noch nicht gesehen. Der Shop ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht Online, weshalb abzuwarten bleibt, wie genau sich das Ganze nachher gestaltet.

Anmerkung: Lootboxen werden nicht gegen Echtgeld angeboten, wie zuvor von uns spekuliert. Somit kann man sich wohl alles In-Game verdienen.

TEST: Hot Wheels Unleashed – spaßiger Racer mit Nostalgie-Faktor
Fazit
"Hot Wheels Unleashed ist ein spaßger Fun-Racer, der die Faszination der Vorlage sehr gut einfängt. Das Gameplay eignet sich für Einsteiger und funktioniert gut, bietet aber wenig echten Tiefgang. Der Umfang ist ordentlich und durch den mächtigen Trackbuilder dürfte für ausreichend Streckennachschub gesorgt sein. Nostalgiker und neue Fans der Kult-Racer können daher bedenkenlos zugreifen!"
Pro
Kurzweiliges Racing
Klasse Look
Umfangreicher Editor
Contra
Gameplay schnell zu meistern
Möglicherweise Lootboxen
Editor muss erst freigespielt werden
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