TEST: The Legend of Heroes – Trails of Cold Steel

Mit der Legend of Heroes Serie steuert Falcom seit Jahren erstklassige RPGs zum Spielemarkt bei, die vor allem durch ihre Figuren, Geschichten und Kampfsystem glänzen. Das typische “Legends of Heroes“ Spiel wird für gewöhnlich in mehrere Spiele unterteilt, die inhaltlich eine Geschichte erzählen, dies trifft auch bei „Trails of Cold Steel“ zu. Das erste Kapitel ist nun endlich in Europa erhältlich, an der Übersetzung des zweiten Teils wird momentan noch gearbeitet, während der dritte Teil in Entwicklung ist. Wie sich der Auftakt der Trilogie in der Praxis schlägt, erfahrtihr in unserem Test.

Über Falcom ..

Euch trifft keine Schuld, falls euch Falcom kein Begriff ist. Falcom besteht schon seit den frühen 1980er Jahren, entwickelte jedoch nur wenige Konsolen-Spiele selbst und entschied sich bewusst für den PC-Markt. Falcom wird daher heute als einer der Pioniere auf dem japanischen PC-Markt gesehen. Mit dem Erfolg der PSP wurden viele Spiele des Entwicklers für den Handheld portiert und erschienen folgend für PlayStation-Systeme und Windows-PC.

Interessante Geschichte mit langer Anlaufphase …

„Trails of Cold Steel“ erzählt eine interessante Geschichte, die allerdings eine lange Anlaufphase braucht, um in Fahrt zu kommen. Protagonist der Geschichte ist Rean Schwarzer, ein junger Mann aus der Provinz, der gerade sein erstes Schuljahr an der berühmten Thor Militärakademie antritt. Sein erster Tag an der neuen Schule hält jedoch schon Überraschungen parat. Rean findet sich in der Klasse VII wieder, die gerade erst gegründet wurde. Darüber hinaus werden hier Schüler aus Volk und Adel zusammengewürfelt. Eine unbequeme Entscheidung, mit der sich einige Schüler nicht anfreunden können, zumal der Adel und das gewöhnliche Volk Vorurteile hegen.

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Klasse VII ist jedoch in einer weiteren Hinsicht besonders. Diese wird als Feldstudie für ein neues Militärgerät genutzt, das die Schlachtfelder revolutionieren könnte, der neuen Orbment Einheit “Arcus”. Gewöhnliche Orbment Einheiten erlauben es dem Nutzer Magie zu verwenden, indem die Einheit mit entsprechenden Quarzen ausgestattet wird, Arcus verbindet darüber hinaus die Nutzer eines Teams. Ein Team, das Arcus Einheiten verwendet, kann “fühlen” was ihre Kameraden vorhaben und wo sie sich befinden, womit theoretisch sehr komplexe Taktiken möglich sind.

Trials of Cold Steel ist in den ersten 20 Stunden ein typisch japanisches JRPG, das, wie so viele Genrevertreter, an einer Schule spielt. Die erste Hälfte des Spiels widmet sich Klasse VII und dem Schulleben, stellt Erebonia, das Land in dem die Geschichte spielt und seine Menschen vor. Dramatischere Wendungen nimmt das Spiel nach knapp 20 Stunden, bis dahin ist es jedoch ein langer Weg.

!!!SPOILER Warnung:Wer mit dem langatmigen Start leben kann, darf sich auf ein Ende gefasst machen, das alles andere als zufriedenstellend ist. Hier wird einem ein riesiger Cliffhanger vorgesetzt, der bis zum Erscheinen des nächsten Kapitels ungelöst bleibt.

Originelles Kampfsystem …

Kämpfe werden in „Trails of Cold Steel“ in einem Zug-basierten System ausgetragen. Jeder Aktion wird ein Verzögerungswert zugeordnet, der beeinflusst, wann die Figur wieder am Zug ist. Grundsätzlich sollte man Gegner angreifen, die bald an der Reihe sind, um so seinen Angriff fortzusetzen. Des Weiteren hat man es mit einem dynamischen Schlachtfeld zu tun. Figuren bewegen sich ständig und Waffen haben eine bestimmte Reichweite, was auch auf Arts (Magie) und Crafts (Waffentechniken) zutrifft. Erfüllt man während der Kämpfe bestimmte Konditionen, erhält man im Gegenzug einen Multiplikator für Erfahrungspunkte. Spielt man taktisch und besiegt Gegner z. B. mit nur einem Schlag oder erleidet keinen Schaden, erhält man deutlich mehr Erfahrung.

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Um neue Fertigkeiten zu erlernen, müsst ihr euch dem Arcus widmen, das in Verbindung mit Quarzen neue Arts und Crafts freischaltet. Größeren Einfluss haben die Meisterquarze, seltene Steine, die das Layout des Acrus beeinflussen. Meisterquarze schalten wie gewöhnliche Quarze neue Fertigkeiten frei, müssen dazu jedoch gelevelt werden und gewähren euren Figuren unterschiedliche Boni. Besiegte Gegner stellen z. B. einen bestimmten Satz eurer HP oder TP her, während ein anderer Quarz eine Spielfigur pro Kampf für 10% der maximal HP wiederbelebt.

Superangriffe bringt „Trails of Cold Steel“ in form von S-Breaks. S-Breaks benötigen mindestens 100 CP (Craftpoints), verwenden alle überschüssigen Punkte, erhalten bei 200 Punkten einen Bonus und können jederzeit eingesetzt werden. S-Breaks können Spielfiguren das Leben, Kämpfe schnell beenden oder deren Ausgang kippen und sollten daher mit bedacht verwendet werden.

Der letzte große Punkt ist das Linksystem, das es erlaubt Gegner als Gruppe zuzusetzen. Um eine Link-Aktion auszuführen, müsst ihr die Verteidigung des Gegners brechen. Generell sind schwammige Gegner empfindlich gegenüber Schwertern, während stark gepanzerte Feinde Lanzen fürchten. Welche Aktionen nach einem Bruch zur Verfügung stehen hängt dabei von dem Bindungsgrad der Figuren ab, der am effektivsten gesteigert wird indem ihr Zeit mit euren Klassenkameraden verbringt.

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Grafisch auf mittelmäßigem Level…

Wer Uncharted und Co. gespielt hat, weiß das die PlayStation 3 grafisch ansprechende Spiele abliefern kann. „Trails of Cold Steel“ bewegt sich in dieser Hinsicht allerdings auf mittelmäßigem Niveau. Verwunderlich ist dies nicht, da das Spiel ursprünglich 2013 erschien und erst jetzt für PlayStation 3 und Vita entwickelt wurde. Erfreulicherweise leistet sich das Spiel keine technischen Schwächen. Die Framerate liegt stabil bei 30 Bildern und Texturen sind durchweg von gleichbleibender Qualität.

Hervorragende Vertonung und klasse Soundtrack …

Abseits von Kampfsystemen und Geschichten ist Falcom vor allem für seine ausgezeichneten Soundtracks bekannt. Ruhige Stücke wechseln sich hier mit aufreibenden Kampfsongs ab. Stilistisch wird hier ein weites Repertoire geboten, das von klassisch, über Ambient zu Rock reicht.

Ebenfalls hervorragende ist die Vertonung der Figuren, was für JRPGs eine Seltenheit geworden ist. Alle Sprecher liefern eine ausgezeichnete Arbeit ab und bringen ihren Text stimmig rüber. Die Entscheidung Reans Meinung in einigen Passagen nur in Textform wiederzugeben ist allerdings verwirrend, besonders wenn man sich hier den Umfang des Voiceovers vor Augen führt, von dem es reichlich gibt.

Entwickler: Nihon Falcom
Publisher: Nis America
Release: erhältlich
Offizielle Homepage: www.trailsofcoldsteel.com

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TEST: The Legend of Heroes – Trails of Cold Steel
The Legend of Heroes: "Trails of Cold Steel" ist ein JRPG das vor allem durch seine interessante Geschichte, das gute Kampfsystem, Sound und Vertonung glänzt. Grafisch bewegt sich das Spiel, das ursprünglich 2013 erschien und mit der PlayStation Vita im Hinterkopf entwickelt wurde, selbst für PS3 Standards nur auf durchschnittlichem Level. Wer auf der Suche nach einer guten Geschichte und Kampfsystem ist, kann mit "Trails of Cold Steel" nichts falsch machen und findet hierin einen guten Titel für die dahinscheidende Generation.
8.4
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