Ubisoft äußerst sich zu jüngsten Vorwürfen der sexuellen Belästigung in den eigenen Studios (Update)

Nun ist die Debatte über sexuelle Belästigung auch in der Gaming-Industrie angekommen, nachdem jüngst gegen verschiedene Mitarbeiter schwere Vorwürfe erhoben wurden. Publisher Ubisoft reagiert darauf nun mit einem Statement.

Angestoßen wurde die Debatte zuerst um dem Designer Chris Avellone, der seine Position dazu missbraucht haben soll, um weibliche, meist viel jüngere Teammitglieder zu bedrängen. Nur wenige Tage später gab es auch Vorwürfe gegen den Assassin’s Creed Creative Director, Ashraf Ismail, dem Untreue und Fehlverhalten vorgeworfen werden.

Bei Ubisoft untersucht man diese Vorfälle nun und schreibt in einem ersten Statement:

„Zu den jüngsten Vorwürfen gegen bestimmte Ubisoft-Teammitglieder: Wir möchten uns zunächst bei allen Betroffenen entschuldigen – es tut uns wirklich leid. Wir sind bestrebt, ein integratives und sicheres Umfeld für unsere Teams, Spieler und Communities zu schaffen. Es ist klar, dass wir dies in der Vergangenheit nicht erreicht haben. Wir müssen es besser machen.

Wir haben zunächst mit Unterstützung spezialisierter externer Berater Untersuchungen zu den Vorwürfen eingeleitet. Basierend auf den Ergebnissen sind wir fest entschlossen, alle geeigneten Disziplinarmaßnahmen zu ergreifen. Da diese Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind, können wir keine weiteren Kommentare dazu abgeben. Wir prüfen auch unsere bestehenden Richtlinien, Prozesse und Systeme, um zu verstehen, wo diese versagt haben, und um sicherzustellen, dass wir unangemessenes Verhalten besser verhindern, erkennen und bestrafen können.

Wir werden zusätzliche Maßnahmen, die wir in den kommenden Tagen ergreifen, mit unseren Teams teilen. Unser Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, auf das unsere Mitarbeiter, Partner und Communities stolz sein können – eines, das unsere Werte widerspiegelt und für alle sicher ist.“

In den beiden aktuellen Fällen wurden die Mitarbeiter umgehend von ihrer Arbeit freigestellt oder diese beendet. Ob sich das auf laufende Entwicklungen auswirkt, ist derzeit noch unklar.

Update: Als weitere Reaktion hat Ubisoft offenbar erste Führungskräfte und mehrere Angestellte beurlaubt, die über die vergangene Woche wegen Fehlverhaltens beschuldigt wurden. Dazu gehören wohl Tommy François und Maxime Béland, beide als Vice President bei Ubisoft Games Development beschäftigt. Ubisoft selbst möchte dies jedoch nicht weiter kommentieren, da die Untersuchungen dazu derzeit laufen.

Parallel dazu häuft sich aber auch die Kritik an Ubisoft von den eigenen Mitarbeitern, die nicht glauben, dass der Publisher geeignete Maßnahmen bei solchen Vorfällen ergreifen wird. So wurden wohl in der Vergangenheit bereits Vorfälle gemeldet, die dann quasi im Nichts verliefen. Das Vertrauen in die Personalabteilung sei daher etwas beschädigt.