Naughty Dog: Dass Sony hier den Rotstift ansetzt, kommt wenig überraschend

By Mark Tomson 7 comments
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Die Playstation-Sparte von Sony befindet sich im Sparmodus. Das trifft auch das renommierte Entwicklerstudio Naughty Dog („Uncharted“, „The Last of Us“) – allerdings weniger überraschend, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Sony den Rotstift bei den PlayStation Studios ansetzt. Nun ist es so weit und rund 900 Mitarbeiter müssen gehen. Vordergründig werden die wirtschaftlichen Umstände in der gesamten Branche genannt, die trotzdem nicht jedes Studio bei PlayStation treffen. Explizit wurde allerdings Naughty Dog genannt, das einer Neubewertung unterzogen und im Anschluss verkleinert wird.

PS4-Erfolge sind für Naughty Dog vorbei

Im vergangenen Jahrzehnt hat Sony massiv in die Entwicklung neuer Spiele und Marken investiert. Ob „Horizon Zero Dawn“, „Days Gone“ oder „Ghost of Tsushima“, allesamt zählten ausnahmslos zu den besten Spielen der Playstation 4-Generation. Während einige der Studios dahinter ihren Lauf auf der PS5 in gewisser Weise fortsetzen konnten, geht der einst leuchtende Stern der PlayStation Studios in dieser Generation ziemlich unter.

Wer sich jetzt die Frage stellt, warum ausgerechnet Naughty Dog? Das lässt sich wohl leichter damit beantworten: warum nicht Sony Bend oder Sucker Punch oder die Santa Monica Studios? Ganz einfach, diese haben vielversprechende Projekte in der Pipeline und scheinen damit auf Kurs zu sein.

The Last of Us Multiplayer sollte das Prestige-Projekt von Naughty Dog auf der PS5 werden
The Last of Us Multiplayer sollte das Prestige-Projekt von Naughty Dog auf der PS5 werden

Ganz ehrlich, was hat Naughty Dog in dieser Generation schon bahnbrechendes hervorgebracht oder gar in Aussicht? Das Remake zu „The Last of Us: Part I“ und das gefühlt zu späte Remaster von „The Last of Us: Part II“. Beide Spiele standen ganz sicher nicht für das, was man von der PS5-Generation erwartet oder was im Vorfeld versprochen wurde. Stattdessen wurden kostspielige Anstrengungen im Live-Service-Genre unternommen, die inzwischen eine bittere Bruchlandung hingelegt haben. Nicht, dass dieser Ansatz kein Potenzial hatte, stattdessen hätte Naughty Dog etwas machen können, in dem sie Erfahrung haben und das ein garantierter Erfolg geworden wäre. Dass man an einer neuen IP arbeitet, die den Erfolgskurs von „Uncharted“ oder „The Last of Us“ auf der PS5 fortsetzen soll, davon ist im inzwischen vierten Jahr der Konsole leider auch nicht so viel zu merken.

Sinnbild für hohe Kosten und Risiken

Naughty Dog steht damit sinnbildlich für die zu hohen Kosten in der Spieleentwicklung und den zugleich hohen Risiken des Scheiterns. Das Studio beschäftigt hunderte von Entwicklern, hat über die Jahre sicherlich schon Millionen über Millionen „verbrannt“ und wird vermutlich auch in absehbarer Zeit nichts liefern, wofür sie bisher immer gefeiert wurden. Dass Sony hier nicht schon früher die Notbremse gezogen hat, dürfte alleinig dem riesigen Vertrauensbonus geschuldet sein, den das Studio genoss. Dieser dürfte nun aufgebraucht sein – und das zu Recht.

Das bedeutet aber nicht, dass das Studio in Zukunft gar keine Spiele mehr entwickeln wird oder gar aufgelöst wird. Wenn man ein wenig zwischen den Zeilen der heutigen Bekanntgabe von Sony liest, wird Naughty Dog auf ihre wesentliche und bisher immer erfolgreiche Arbeit zurechtgestutzt – und das dürfte nach all der Zeit ein echter Lichtblick sein – für das Studio, für die Fans, und natürlich für Sony.

Man kann Naughty Dog nur wünschen, dass sie schnell zu alter Stärke zurückfinden. Ob das in absehbarer Zeit sein wird, daran möchte man derzeit jedoch etwas zweifeln. Immerhin deutete das Studio zuletzt die Rückkehr zu starken Singleplayer-Erfahrungen an.

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