Mit „Eternal Strands“ bringt das neu gegründete Studio Yellow Brick Games sein mit Spannung erwartetes Debüt auf den Markt. Das Spiel kombiniert bekannte Gameplay-Elemente und lässt sich dabei von absoluten Größen wie „Monster Hunter“, „Zelda“ und „Shadow of the Colossus“ inspirieren. Die Mischung aus actionreichen Kämpfen, epischen Bosskämpfen und einer offenen Welt könnte das Potenzial haben, eine breite Spielerbasis zu begeistern.
Doch kann das ambitionierte Projekt die hohe Messlatte erreichen, die von diesen Vorbildern gesetzt wird? Wie gut gelingt die Umsetzung der Ideen in der Praxis und wird „Eternal Strands“ langfristig fesseln? In unserem Test nehmen wir das Spiel unter die Lupe und klären, ob es mit seinen großen Vorbildern mithalten kann oder als misslungene Kopie in die Geschichte eingeht.
Eine Welt voller Magie und Rätsel
Die Handlung von „Eternal Strands“ entführt euch in eine lebendige, magische Welt, in der die Weber, Meister der reinsten Magie, Elementarkräfte erschaffen können. Ihr schlüpft in die Rolle von Brynn, einer jungen, talentierten Magierin, die zusammen mit ihrer Gruppe die Geheimnisse der Enklave erforscht – ein mysteriöser Ort, der seit 50 Jahren niemandem zugänglich war. Euer Ziel ist es, nicht nur den Ruf der Magier wiederherzustellen, sondern auch die Ursache einer verheerenden magischen Katastrophe zu entdecken, die die Welt in Chaos stürzte.
Die Spielwelt von „Eternal Strands“ beeindruckt von Anfang an durch ihre Tiefe und Vielfalt. Jeder Schritt in dieser farbenfrohen Welt fühlt sich wie eine Entdeckung an. Die Erkundung ist ein fesselndes Abenteuer: Verborgene Schätze, anspruchsvolle Rätsel und dynamische Interaktionen mit der Umgebung sorgen dafür, dass jeder Winkel der Welt neue Geheimnisse preisgibt. Ob bei der Lösung von Rätseln oder der Entdeckung von verborgenen Bereichen – das Spiel belohnt eure Neugier auf jedem Schritt des Weges.
Die Mischung aus packender Erzählung und einer Welt voller Entdeckungen schafft eine Atmosphäre, die sowohl herausfordernd als auch faszinierend ist. Mit jeder neuen Entdeckung wird klar, dass „Eternal Strands“ nicht nur ein Abenteuer, sondern auch ein tiefgehendes Erlebnis ist, das Spieler in seinen Bann zieht.
Magiesystem und Gameplay: Kreativität gefragt
Brynn beherrscht eine beeindruckende Form der Magie, mit der sie ihre Umgebung aktiv beeinflussen kann. So wird Wasser zu Eis, Pflanzen entflammen und selbst massive Objekte lassen sich telekinetisch bewegen. Diese Magie ist nicht nur im Kampf von entscheidender Bedeutung, sondern auch beim Lösen komplexer Rätsel von großem Nutzen. Sie ermöglicht eine kreative Herangehensweise, die den Spieler dazu anregt, verschiedenste Lösungswege zu entdecken.
Während der Reise begegnet Brynn vielen Gegnern, deren Besiegung wertvolle Materialien hinterlässt. Diese Ressourcen können zur Verbesserung ihrer Ausrüstung verwendet werden, wobei seltene Materialien höhere Werte bieten, aber auch schwerer zu erlangen sind. Diese Mechanik fordert kontinuierlich Entscheidungen: Wie optimiert man seine Rüstung und Ausrüstung für die bevorstehenden Herausforderungen? Das ständige Abwägen von Risiken und Belohnungen sorgt für eine tiefe strategische Ebene.
Ein weiteres Highlight sind die spektakulären Bosskämpfe, die stark an „Shadow of the Colossus“ erinnern. Hier ist nicht nur rohe Kraft gefragt, sondern auch Geschicklichkeit: Um die gigantischen Gegner zu besiegen, müsst ihr an ihnen hochklettern und ihre Schwachstellen gezielt angreifen. Doch der Kampf ist nicht nur eine Prüfung des Könnens, sondern auch des Timings, denn das Wetter und die Tageszeit können den Ausgang beeinflussen. So kann ein Kampf bei sengender Hitze besonders gefährlich werden, da Feuerangriffe der Bosse verstärkt werden, während Brynns Eiszauber kaum Wirkung zeigt. Diese dynamischen Elemente sorgen für noch mehr Spannung und verlangen eine flexible Taktik.
Technik und kleine Hürden
Technisch läuft „Eternal Strands“ größtenteils stabil, doch es gibt einige Schwächen, die den Spielfluss beeinträchtigen. Die Feuerbogenwaffe, eine der ersten im Spiel, sorgt beim Abfeuern magischer Pfeile zunächst für kurze Ruckler. Diese verschwinden jedoch nach mehrmaligem Einsatz, was auf ein temporäres Problem hinweist.
Ein weitaus gravierenderes Problem ist die unnatürlich wirkende Physik. Besonders bei schnellen Richtungswechseln hat die Spielfigur Brynn eine Trägheit, die an das Gleiten auf Eis erinnert. Dies erschwert die präzise Steuerung und sorgt für Frustration. Besonders störend wird dieses Phänomen in Bosskämpfen, wenn ihr an einem Gegner hochklettert und plötzlich durch unerklärliche Physikinteraktionen mehrere Meter weggeschleudert werdet. Die Kämpfe selbst sind ebenfalls von chaotischen Elementen durchzogen: Feinde, die sich auf brennendem Boden befinden, können überraschend meterweit in die Luft katapultiert werden. Solche unerwarteten, unkontrollierbaren Bewegungen stören den Spielfluss und wirken unpoliert.
Diese technischen Mängel trüben das Spielgefühl und die Immersion, ohne jedoch das gesamte Erlebnis zu ruinieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler vor dem offiziellen Release die entsprechenden Anpassungen vornehmen, um das Spielerlebnis zu optimieren und diese Probleme zu beheben.