Die verlorene Legende: Fallout-Erfinder bestätigt Verlust des ursprünglichen Quellcodes

Fallout ist verloren. Wie der ursprüngliche Quellcode verloren ging und welche Auswirkungen dies auf die Gaming-Industrie hat. Ein wichtiger Blick auf die Bedeutung der Spielkonservierung.

Mark Tomson
[@] PlayFront since 2022 | based in London | Pixels, hardware & the occasional controversy
3 Min Read

Die Welt des Gaming hat einen schmerzhaften Verlust erlitten. Der ursprüngliche Quellcode und die Originalgrafiken des ersten Fallout sind mittlerweile verschollen. Tim Cain, der Erfinder der legendären Serie, hat kürzlich die traurige Wahrheit verkündet: Das Fundament eines der bedeutendsten Rollenspiele der Videospielgeschichte ist unwiederbringlich verloren. Doch was hat zu diesem Verlust geführt, und warum ist das ein Problem für die gesamte Branche?

Wie Fallouts Ursprung für immer verloren ging

Cain erklärte, dass ihm bei seinem Ausscheiden aus dem Entwicklerteam von Interplay im Nachhinein aufgetragen wurde, alle Archivalien zu vernichten. „Du musst alles zerstören, was du hast“, hieß es damals, und er gehorchte. „Mein gesamtes Archiv. Frühe Designnotizen, Code für verschiedene Versionen, Prototypen, der gesamte GURPS-Code – alles weg.“ Die Verantwortung für eine mögliche Archivierung hätte eigentlich bei Interplay selbst liegen müssen, doch das Unternehmen versäumte es, eine ordnungsgemäße Sicherung vorzunehmen.

Wie sich später herausstellte, war dies kein böser Plan oder eine Falle, sondern schlichtweg ein Fehler. Als Interplay Jahre später versuchte, die Originaldateien zurückzuerhalten, stellte sich heraus, dass „sie es versäumt haben“. Cain dachte zuerst, es sei ein Trick, um ihn in eine rechtliche Falle zu locken. Doch es war die bittere Realität: Der Quellcode und damit ein bedeutendes Stück Videospielgeschichte waren unwiederbringlich verloren.

Warum Spielekonservierung entscheidend ist

Was bedeutet dieser Verlust für die Videospielbranche? Der Fall von Fallout zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, Spiele nicht nur als Konsumprodukte zu sehen, sondern als Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Während große Unternehmen die Wichtigkeit der Konservierung erkannt haben und daran arbeiten, Spiele zu erhalten, bleibt der Verlust des ursprünglichen Fallout-Codes ein mahnendes Beispiel. Auch PlayStation hat die Relevanz erkannt und arbeitet an der langfristigen Bewahrung von über 200 Millionen Dateien aus drei Jahrzehnten Gaming-Geschichte.

Der Verlust des Fallout-Quellcodes erinnert uns jedoch an die fragilen Grundlagen der Gaming-Kultur. Es reicht nicht aus, Spiele zu verkaufen und zu genießen – es muss auch dafür gesorgt werden, dass diese Erlebnisse für kommende Generationen zugänglich bleiben. Der Fall von Fallout unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Archive von Spieldaten zu erstellen, und einen langfristigen Plan zur Sicherung dieser digitalen Kunstwerke zu entwickeln. Ein Warnsignal, das die gesamte Branche nicht ignorieren darf.

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