Die Übernahme von Activision-Blizzard durch Microsoft im Jahr 2023 für stolze 75 Milliarden Dollar sollte eine Revolution für den Xbox Game Pass einleiten. Stattdessen zeigt ein aktueller Bericht, dass Activision Microsofts ambitionierte Ziele bislang kaum unterstützt hat. Finanziell haben sich die Zahlen durch den Zukauf hingegen positiv entwickelt.
Game Pass: Wachstum bleibt hinter den Zielen zurück
Microsoft plante, mit der Übernahme seinen Spielekatalog zu erweitern und die Abonnentenzahlen des Game Pass in die Höhe zu treiben. Doch die Realität sieht anders aus: Der Umsatz des Game Pass stieg bis Juni 2024 lediglich um 5,7 %, weit unter dem internen Ziel von 11 %. Die Wachstumsprobleme sind so gravierend, dass der Game Pass nicht mehr als Messgröße für das Gehalt von Microsoft-CEO Satya Nadella herangezogen wird.
Laut dem Bericht erwartete Microsoft nicht nur einen Boom bei den Abonnements, sondern hoffte auch, dass die Übernahme andere Entwickler dazu bewegen würde, die Azure-Server des Konzerns zu nutzen. Doch auch hier blieb der Erfolg aus.
Denny Fish, Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors, bezeichnete Activision sogar als „enttäuschend“: „Es ist ein Geschäft, das zwar eine gewisse Stabilität bietet, aber stark von großen Veröffentlichungen wie Call of Duty abhängt – ein Modell, das zu extremer Volatilität führt.“
Strategiewechsel: Mehr Plattformen, weniger Fokus auf Xbox
Das schleppende Wachstum des Game Pass zwingt Microsoft zu unkonventionellen Maßnahmen. So erscheinen zunehmend First-Party-Spiele auf Konkurrenzplattformen wie der PlayStation 5. Gleichzeitig klagen Entwickler über technische Hürden bei der Arbeit mit der Xbox Series S, was die Attraktivität der Plattform weiter mindert.
Trotz der Herausforderungen setzt Microsoft weiter auf seinen Game Pass und plant spannende Neuerungen. Beim Xbox Developer Direct im Januar werden Highlights wie Doom: The Dark Ages vorgestellt. Zudem soll im Jahr 2025 eine enge Verzahnung von Xbox und Windows auf Handheld-PCs realisiert werden.
Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den Game Pass zum Erfolg zu führen, bleibt abzuwarten. Microsoft hat noch einige Hürden vor sich und es ist unklar, ob sie sich mit der Xbox über die reinen Zahlen auf dem Papier hinaus in der Branche durchsetzen können.