Thomas Mahler, der kreative Kopf hinter Ori and the Blind Forest und No Rest for the Wicked, hat sich in einer Reihe von Statements zur neuen, offenen Xbox-Strategie geäußert. Der Mitbegründer von Moon Studios lobt Microsofts Ansatz, Gaming zugänglicher und plattformübergreifender zu gestalten, und zeigt sich überzeugt, dass Sony dieser Strategie folgen wird.
Microsofts Phil Spencer hatte erst am Wochenende erklärt, er wolle die Xbox zur dominierenden Plattform machen, was sich nicht unbedingt nur auf die Hardware beziehe, sondern auch darauf, dass die Xbox von überall erreichbar sein werde.
Der Weg von Xbox sei richtig
Mahler führt aus, dass er den Kurs von Xbox-Chef Phil Spencer für absolut richtig hält. Rückblickend erklärt er, warum sich Moon Studios damals gegen eine Partnerschaft mit Microsoft entschieden hat: „Wir wollten sicherstellen, dass No Rest for the Wicked auf allen Plattformen verfügbar ist, inklusive Multiplayer und Crossplay.“
In einer pointierten Analogie zieht Mahler Parallelen zur Filmindustrie: „Es wäre doch verrückt, wenn man bestimmte DVDs nur auf Sony-Playern oder andere nur auf Samsung-Playern ansehen könnte. Warum sollte das bei Spielen anders sein?“ Für Mahler liegt die Zukunft in der Vereinheitlichung. Die Hardware von Xbox Series X und PlayStation 5 sei mittlerweile nahezu identisch, ebenso wie ihre Controller. Daher sieht er keinen technischen Grund, Spiele nicht plattformübergreifend anzubieten.
Ein zentraler Punkt seiner Argumentation ist die Zugangshürde: „Die Einstiegskosten sind immer noch zu hoch. Eine Konsole für 500 Dollar ist für viele ein Hindernis. Wenn Spiele wirklich für alle zugänglich sein sollen, brauchen wir eine Lösung, die es ermöglicht, mit jedem Bildschirm und einem Controller zu spielen.“
Langfristig bleibt Sony keine Wahl?
Mahler zeigt sich überzeugt, dass Sony langfristig denselben Weg einschlagen wird. Die Konsolenindustrie müsse sich öffnen, um endlich über die Grenze von 150 Millionen Spielern hinauszuwachsen. Dabei betont er, dass es nicht darum gehe, den Konsolenkrieg weiter zu befeuern: „Es ist sinnlos, einem großen Unternehmen die Daumen zu drücken, nur damit es mehr verkauft. Am Ende geht es doch darum, die Liebe zu Spielen zu teilen.“
Auch Nintendo nimmt Mahler in den Blick. Der japanische Konzern werde weiterhin seinen eigenen Weg gehen, was er jedoch als völlig legitim betrachtet. Ob Sony in Zukunft tatsächlich eine ähnliche Strategie verfolgen wird, bleibt abzuwarten. Doch Mahlers Überzeugung bringt frischen Wind in die Diskussion und zeigt, dass Gaming mehr sein kann als ein Wettbewerb um Marktanteile – nämlich eine grenzenlose Plattform für alle.