Nintendo hatte es sich so schön ausgemalt: Palworld soll verschwinden, am besten gestern. Denn nach Ansicht des Konzerns verstößt der Survival-Hit von Pocketpair gegen etliche Patente und kopiert schamlos das hauseigene Pokémon-Franchise. Doch das US-Patentamt sieht das ganz anders und hat 22 von 23 Patentansprüchen der Japaner mit einem müden Lächeln vom Tisch gewischt. Ein juristischer Genkidama gegen Nintendo? So sieht es aus.
Nintendo vs. Palworld – Das Drama beginnt
Als Palworld Anfang 2024 im Early Access startete, hätte Nintendo wohl nicht gedacht, dass sich das Spiel binnen weniger Tage millionenfach verkaufen würde. Doch genau das geschah: Vier Millionen Einheiten in drei Tagen, über zwei Millionen gleichzeitige Spieler auf Steam. Die Mischung aus niedlichen Monstern, Survival-Elementen und – ja – Knarren, entfachte schnell hitzige Diskussionen. Ist das noch kreative Eigenleistung oder dreiste Pokémon-Kopie? Nintendo ließ sich fast ein halbes Jahr Zeit, um diese Frage offiziell mit einer Klage zu beantworten.
Im September 2024 war es dann soweit: Nintendo zog gegen Pocketpair vor Gericht. Die geforderte Schadenssumme? So gering, dass selbst eingefleischte Nintendo-Fans ins Grübeln kamen, ob es hier tatsächlich um Geld oder doch nur um verletzte Ehre ging. Schon damals hielten Experten die Erfolgsaussichten der Klage für eher bescheiden – und nun wissen wir: Sie hatten recht.
US-Patentamt macht kurzen Prozess
Laut Gamesfray hat das US-Patent- und Markenamt bereits im Dezember 2024 fast alle der 23 vorgebrachten Patentansprüche abgeschmettert. Die Begründung? Nicht neuartig genug. Ein weiteres Indiz dafür, dass Nintendo hier vielleicht etwas übermotiviert zur Sache ging. Nur ein einzelner Patentanspruch wurde nicht direkt abgelehnt, sondern nur mit Einwänden versehen – aber auch der hängt in der Schwebe, da er auf bereits abgelehnte Punkte aufbaut. Kurz gesagt: Nintendo hat den Kampf um seine Patente in der ersten Runde krachend verloren.
Nintendo ist nicht gerade bekannt dafür, klein beizugeben. Ob Emulatoren oder YouTuber – wer den Gaming-Giganten herausfordert, bekommt es mit einem Dickschädel der Extraklasse zu tun. Es ist also fast sicher, dass Big N gegen diese Entscheidung Einspruch einlegen wird. Doch selbst wenn es gelingt, den verbliebenen Patentanspruch wasserdicht umzuformulieren, dürfte es ein langer, zäher Rechtsstreit werden. Palworld bleibt also erst einmal, wo es ist – zur Freude der Fans und zum Ärger von Nintendo.