Die Umsätze mit physischen Videospielen sind im Jahr 2024 in Großbritannien dramatisch zurückgegangen, wie aktuelle Daten der Entertainment Retailers Association (ERA) belegen. Insgesamt sanken die Einnahmen der Videospielbranche um 4,4 % auf 4,6 Milliarden Pfund. Besonders hart getroffen: der Markt für physische Spiele, der mit nur noch 324,4 Millionen Pfund ganze 35 % weniger Umsatz verzeichnete als noch im Vorjahr.
Digitale Spiele stabiler, aber nicht unverwundbar
Während der physische Markt deutlich einbrach, schnitt der digitale Markt zwar besser ab, verzeichnete jedoch ebenfalls einen Rückgang von 1 %. Insgesamt wurden hier 4,29 Milliarden Pfund umgesetzt. Die Details zeigen ein gemischtes Bild: Download-Verkäufe für PCs sanken um 5 %, für Konsolen sogar um 15 %. Mobile und Tablet-Spiele stiegen hingegen leicht um 2,6 %, und Abonnements konnten mit einem Wachstum von 12 % punkten.
Die Gründe für den Rückgang bei physischen Spielen liegen auf der Hand. Digitale Geschäftsmodelle bieten den Entwicklern klare Vorteile, von niedrigeren Produktionskosten bis hin zu einer breiteren Zielgruppe. Trotzdem glaubt ERA-Chef Kim Bayley an eine Zukunft für physische Spiele: „Trotz der Attraktivität digitaler Geschäftsmodelle für Entwickler glauben wir, dass physische Spiele immer noch eine Rolle spielen werden.“
Ferner ist Großbritannien in Bezug auf die Digitalisierung ein extrem fortschrittliches Land und nicht etwa mit Deutschland zu vergleichen. Wer physische Spiele auf Disc sucht, muss diese entweder online bestellen oder ziemlich weit fahren, da die meisten Händler ihre entsprechenden Abteilungen aufgelöst haben. Lediglich HMV oder GAME sind noch die bekanntesten Anlaufstellen.
Highlights und Ausblick
Das erfolgreichste Spiel des Jahres war EA Sports FC 25, das beeindruckende 2,9 Millionen Exemplare verkaufte – davon rund 80 % digital. Der Markt blickt jedoch optimistisch in die Zukunft: 2025 verspricht ein aufregendes Jahr zu werden, mit großen Veröffentlichungen wie Grand Theft Auto 6 und dem lang erwarteten Nachfolger der Nintendo Switch.
Die Hoffnung liegt darauf, dass diese Highlights den Markt beleben können. Besonders Nintendo wird genau beobachtet, da der neue Switch-Nachfolger spätestens bis März 2025 angekündigt werden soll. Ob sich die Branche erholen wird, bleibt abzuwarten, doch die Spielefans dürfen sich schon jetzt auf ein spannendes Jahr freuen.