Rocksteady Studios hat das letzte Inhaltsupdate für „Suicide Squad: Kill the Justice League“ veröffentlicht und damit das Kapitel eines der umstrittensten Spiele der jüngeren Vergangenheit geschlossen. Mit Season 4, Episode 8 endet nicht nur die aktuelle Story, sondern auch die Ära des aktiven Supports für das Spiel – weniger als ein Jahr nach seiner Veröffentlichung.
Die Entscheidung, den Hauptsupport einzustellen, kommt nicht überraschend. Nach mehreren Verzögerungen und einem durchwachsenen Start wurde Suicide Squad von Kritikern verrissen und enttäuschte auch kommerziell. Der Verlust von 200 Millionen US-Dollar für Publisher Warner Bros. spricht Bände.
Offline-Modus als letzter Versuch
Spieler können nun jedoch aufatmen – zumindest teilweise. Das Update führt einen Offline-Modus ein, der die Hauptkampagne sowie sämtliche saisonalen Inhalte ohne Internetverbindung verfügbar macht. Das ist ein seltener Schritt für ein ursprünglich als Live-Service-Spiel konzipiertes Projekt, aber wohl auch ein Eingeständnis des Scheiterns.
„Alle Online-Funktionen bleiben weiterhin verfügbar, und die Spieler können ihre Abenteuer mit Freunden fortsetzen“, versicherte Rocksteady. Doch dieser Versuch, die Fans zu besänftigen, dürfte für viele zu spät kommen. Alle Informationen zum Offline-Mode hat der Entwickler unter diesem Link zusammengefasst.
[Spoiler] Chaos und Kontroversen
Das Finale des Spiels sorgt für mehr Stirnrunzeln als Befriedigung. Die Enthüllung, dass alle „gestorbenen“ Mitglieder der Justice League in Wahrheit nur Klone waren, wirkt wie eine hastig eingefügte Retcon, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Warum haben die „echten“ Helden nichts unternommen, während Brainiac das Chaos regierte? Warum wird Wonder Woman, die im Spiel von einem Klon-Superman getötet wurde, komplett ignoriert?
Die Zwischensequenz, ein simpler 2D-Motion-Comic, lässt keinen Zweifel daran, dass hier am Budget gespart wurde. Anstatt eines epischen Finales hinterlässt das Spiel ein Gefühl der Leere – passend zu seinem turbulenten Lebenszyklus.
Ein unrühmliches Erbe
Die Fans sind sich einig: Rocksteady hat mit Suicide Squad: Kill the Justice League einen klassischen Fehlgriff gelandet. Vom Desaster der frühen Leaks – etwa Batmans Tod – bis hin zur ungeschickten Umsetzung des Live-Service-Formats blieb kaum ein Fehler aus. Das Spiel reiht sich nun in die Liste der größten Gaming-Flops der letzten Jahre ein, ein schmerzlicher Kontrast zu den gefeierten Batman: Arkham-Spielen desselben Studios.
Für Rocksteady und Warner Bros. bleibt nur die Hoffnung, aus diesem Desaster zu lernen. Ob das nächste Projekt – Gerüchten zufolge ein Hogwarts Legacy Director’s Cut – eine Wiedergutmachung bringt, bleibt abzuwarten. Bis dahin bleibt Suicide Squad: Kill the Justice League ein abschreckendes Beispiel dafür, wie viel schiefgehen kann, wenn ein Spiel an seiner Zielgruppe vorbeientwickelt wird.