Das war es also. Monolith Productions, das Studio hinter der gefeierten Shadow of Mordor-Reihe, ist Geschichte. Mit ihm stirbt auch das in Entwicklung befindliche Wonder Woman-Spiel, das sich offenbar nicht einmal ansatzweise in einem spielbaren Zustand befand. WB Games zieht den Stecker, bevor noch mehr Geld in das Projekt fließt – über 100 Millionen Dollar sind bereits versenkt. Aber warum?
Ein Hauptproblem soll die Integration des Nemesis-Systems gewesen sein. Monoliths innovatives Feature, das Feinde eine Art Gedächtnis verpasst, passte einfach nicht zu Dianas Abenteuer. Ein Neustart ohne dieses System? Zu spät, sagte Warner Bros. Discovery. Doch die Absage trifft nicht nur das Studio, sondern auch Fans, die sich endlich auf ein Solo-Spiel mit der Amazonen-Kriegerin gefreut hatten.
Batman. Batman. Und noch mehr Batman.
Wer sich in den Kommentarspalten von Reddit & Co. umschaut, sieht vor allem eines: Frustration. „Wir bekommen einfach nichts“, bringt es ein User auf den Punkt. Denn während Wonder Woman auf der Strecke bleibt, bleibt Batman der unangefochtene Liebling von WB Games. „Suicide Squad: Kill the Justice League“ war eine Bruchlandung, und was macht WB Games? Kehrt reumütig zu Batman zurück.
„Noch ein Batman-Spiel? Was für eine Überraschung!“ kommentiert ein User sarkastisch. „Ich wette, in zehn Jahren gibt es mehr Batman-Spiele als McDonald’s-Filialen.“ Und WB Games-CEO David Zaslav macht keinen Hehl daraus: Der Fokus des Unternehmens liegt auf sicheren Marken wie „Hogwarts Legacy„, „Mortal Kombat“ – und natürlich Batman.
Diana, die ewige Nebenfigur?
Die Entscheidung ist besonders bitter, weil Wonder Woman in Videospielen seit jeher ein Schattendasein fristet. Mal als Nebencharakter in Suicide Squad, mal als Teil eines Ensembles in Injustice – doch ein eigenes AAA-Spiel? Fehlanzeige. Dabei hätte das Potenzial des Charakters ausgereicht, um einen echten Hit zu landen.
WB Games scheint sich jedoch nur noch an das zu klammern, was garantiert Millionen einspielt. Finanzielle Flops der letzten Jahre haben das Unternehmen vorsichtiger gemacht – und Diana Prince bleibt auf der Strecke. Doch während Batman weiter durch Gotham flattert, dürfte für Wonder Woman-Fans nur eines sicher sein: Geduld bleibt die härteste Superkraft.