Das Ende von PlayStation, wie wir es kennen? Netflix mit gewagter These

Netflix prophezeit das Ende der Konsolen – doch die Verkaufszahlen sprechen eine andere Sprache. Ein riskantes Urteil oder nur PR-Taktik?

Mark Tomson
[@] PlayFront since 2022 | based in London | Pixels, hardware & the occasional controversy
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Netflix hat sich mit seinem Einstieg in die Videospielbranche nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Trotz großer Ambitionen und dem Aufkauf des renommierten Night School Studios (Oxenfree) sowie der Gründung eines internen Entwicklerteams namens Team Blue musste das Unternehmen schnell feststellen, dass Gaming nicht nur ein Nebenschauplatz ist, den man mal eben mitnimmt.

Netflix und Gaming: Ein teures Experiment mit bitterem Beigeschmack

Das Ergebnis? Entlassungen bei Night School Studio Anfang des Jahres, die komplette Schließung von Team Blue Ende letzten Jahres – und vermutlich eine schmerzhafte Erkenntnis: Videospiele sind eine teure Angelegenheit, und schnelles Geld ist hier nicht zu holen.Trotz dieser Rückschläge hat Alain Tascan, seines Zeichens Chef der Gaming-Sparte bei Netflix, eine durchaus kontroverse Meinung zur Zukunft der Branche. In Chris Drings Podcast und der Fachzeitschrift „The Game Business“ äußerte Tascan die kühne These, dass Konsolenspiele keine große Rolle mehr in der Zukunft des Gamings spielen werden. Heißt im Klartext: PlayStation wird es in der jetzigen Form nicht mehr geben.

„Sehen Sie sich die jüngere Generation an. Träumen Acht- und Zehnjährige von einer PlayStation 6? Ich bin mir nicht sicher. Sie wollen mit jedem digitalen Bildschirm interagieren, egal welcher, egal wo, sogar im Auto“, so Tascan. Konsolen seien ein Relikt vergangener Zeiten, ein starres Modell, das die Gaming-Welt eher einschränkt als beflügelt.

Natürlich bringt Tascan einiges an Erfahrung mit – schließlich war er zuvor bei Epic Games tätig. Dennoch könnte man argumentieren, dass Netflix‘ Gaming-Abenteuer bisher nicht unbedingt als Blaupause für den Erfolg taugt. Der Streaming-Riese hat noch kein einziges Spiel veröffentlicht, das auch nur annähernd mit den großen Namen der Branche konkurrieren kann. Vielleicht wäre also etwas weniger Prophetentum und etwas mehr Realitätssinn angebracht.

Konsolen sind tot? Warum Sony, Microsoft und Nintendo anderer Meinung sind

Ja, Gaming ist heute plattformübergreifender denn je. Mobile Games, Cloud Gaming und flexible Zugänge zu Spielen sind ein wachsender Markt. Aber Konsolen einfach abzuschreiben? Das dürfte Sony, Microsoft und Nintendo wohl anders sehen – und die Verkaufszahlen der aktuellen Generation sprechen ebenfalls eine andere Sprache.

Netflix sollte sich vielleicht erstmal darauf konzentrieren, ein wirklich erfolgreiches Spiel auf den Markt zu bringen, bevor man die Gaming-Zukunft umschreibt. Konsolen sind vielleicht nicht das Nonplusultra der Branche, aber sie so einfach zu ignorieren, könnte sich als gewaltige Fehleinschätzung herausstellen.

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