PlayStation VR2 – Preissenkung? Klar, aber Käufer seien nach wie vor gewarnt

PSVR2: Beeindruckende Technik zum reduzierten Preis, aber ohne echte Exklusivtitel und magere Unterstützung – eine Plattform mit unsicherer Zukunft, die zum Risiko werden kann.

Niklas Bender
Freelancer und Editor-in-Chief bei PlayFront.de seit 2022. Liebe die PS5, zocke quer durch alle Genres und eine Schwäche für humorvolle Texte – Sarkasmus inklusive.
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Ab März wird die PS VR2 zu einem Preis von 449,99 Euro erhältlich sein – ein Schritt, den viele schon lange erwartet haben, aber trotzdem kaum jemand überrascht. Denn auch wenn die Preissenkung auf den ersten Blick wie ein freundliches Angebot erscheint, fühlt es sich eher nach Schadensbegrenzung an. Die Frage bleibt: Wer möchte ein VR-Headset, wenn die exklusiven Must-Have-Titel fehlen?

Technisch betrachtet bleibt die PS VR2 eine beeindruckende Hardware. Sie bietet 4K-OLED-Panels, Eye-Tracking, Foveated Rendering und haptisches Feedback – alles, was das VR-Herz höher schlagen lässt. Wer bereits eine PS5 besitzt, erhält hier ein leistungsstarkes Headset, das nun zu einem noch attraktiveren Preis zu haben ist. Alles klingt eigentlich ziemlich gut, oder?

Geld allein löst keine Probleme

Aber dann kommt das Problem mit den Spielen. Sony versucht, die Probleme der PS VR2 mit Geld statt mit Kreativität zu lösen – und genau das ist das Problem. Auch wenn die Technologie den neuen Preis mehr als rechtfertigt, die Zukunftsaussichten tun es nicht. Und das kann nur als Warnung verstanden werden.

Denn während „Horizon Call of the Mountain“, „GT7“ und „Resident Evil Village VR“ die Liste der Exklusivtitel schmücken, ist die Auswahl an hochkarätigen VR-Erlebnissen insgesamt mager. Es fehlt ein kontinuierlicher Strom solcher Erlebnisse, um die Kunden bei der Stange zu halten. Es scheint, als habe Sony selbst kaum noch Interesse an der eigenen Hardware – und das ist das bisher fatalste Signal, das von der PS VR2 ausgeht.

Natürlich versuchen Third-Partys, diese Lücke zu füllen. Spiele wie „Metro Awakening“, „Phasmophobia“ und „Alien: Rogue Incursion“ brachten jüngst immerhin frischen Wind. Und es werden auch noch ein paar gute Spiele kommen, wenn man an „Wanderer: The Fragments of Fate“ denkt. Doch auch das reicht nicht aus, um die PS VR2 als eine wirklich unverzichtbare Plattform zu etablieren. Klar, es gibt immer wieder Indie-Schätze, aber diese Titel werden wohl nicht massenhaft VR-Headsets verkaufen.

Lohnt es sich wirklich?

Sonys halbherziges Engagement für die PS VR2 macht die Entscheidung, das Headset zu kaufen, zu einer schwierigen Empfehlung. Ja, der neue Preis mag attraktiver erscheinen, und die Technik ist nach wie vor hervorragend. Doch die Frage bleibt: Lohnt es sich wirklich, in eine Plattform zu investieren, für die Sony offenbar nicht mehr die nötige Unterstützung aufbringt?

Ein weiteres Problem bei der PlayStation VR2 ist die oftmals mangelnde technische Optimierung vieler Spiele. Es gibt zahlreiche Titel, die entweder immer noch mit MotionSickness kämpfen oder die versprochenen grafischen Standards nicht erreichen. Oft fühlt es sich so an, als würde der Entwickler das Projekt nach einem schnellen Release einfach auf Eis legen – Updates sind eher die Ausnahme als die Regel. Das ist besonders frustrierend, wenn man das Gefühl hat, für ein Produkt gezahlt zu haben, das weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Und anders als bei der Konkurrenz von MetaQuest gibt es bei der PlayStation VR2 keinerlei Rückgaberechte, falls man mit einem Spiel oder dem gesamten VR-Erlebnis nicht zufrieden ist. Bei MetaQuest kann man Spiele innerhalb einer bestimmten Frist zurückgeben, was für viele Käufer ein beruhigendes Sicherheitsnetz darstellt. Bei der PS VR2 hingegen bleibt man auf den Käufen sitzen, auch wenn sie alles andere als das halten, was versprochen wurde. Diese Kombination aus technischer Mängelhaftigkeit und fehlender Rückgabemöglichkeit sorgt für wenig Vertrauen und lässt die VR-Erfahrung eher wie ein Glücksspiel erscheinen – mit der Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler am Ende eher enttäuscht als begeistert ist.

Meta Quest ist für den Einstieg die bessere Wahl

Für PS5-Besitzer könnte sich der Kauf der PS VR2 daher weiterhin nur bedingt lohnen, während der PC-Adapter von Sony immerhin eine Nutzung am PC ermöglicht, was die Vielseitigkeit und die Auswahl der Spiele steigert. Diejenigen, die neu in die VR-Welt sind, dürfte jedoch die Meta Quest 3 eine weitaus verlockendere Wahl sein. Mit einem Preis von 330 Euro und ohne Kabelsalat bietet es ein genauso gutes, wenn nicht sogar besser unterstütztes VR-Erlebnis.

Trotz des attraktiveren Preises bleibt die PS VR2 zwar ein beeindruckendes Stück Technik, das jedoch nicht ohne Risiko ist. Ein Rabatt ändert wenig daran, dass die Zukunft dieser Plattform immer noch unsicher ist. Wer sich darauf einlässt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er möglicherweise in ein Produkt investiert, das die langfristige Unterstützung von Sony nicht genießen wird.

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