Anti-Woke-Sturm in der Spieleindustrie – Kingdom Come: Deliverance 2 trotzt der Kontroverse

Im Windschatten der Anti-Woke-Debatte: Kingdom Come: Deliverance 2 bleibt unbeirrt. Auswirkungen auf Verkaufszahlen und Vorbestellungen hat das keine.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Der Wind dreht sich, und nicht nur im Weißen Haus mit Donald Trump als neuer US-Präsident, sondern auch in der Spieleindustrie. Eine neue Welle von Anti-Woke-Stimmungen hat sich entfaltet und scheint nicht nur die politischen Landschaften zu beeinflussen, sondern auch die virtuelle Welt der Videospiele.

Dies zeigt sich besonders an der Reaktion auf Kingdom Come: Deliverance 2. Einige Spieler sind mit bestimmten Inhalten des Spiels unzufrieden, was zu Behauptungen über stornierte Vorbestellungen und sinkende Verkaufszahlen geführt hat. Doch der Autor des Spiels, Daniel Vávra, hat diese Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt, dass diese Gerüchte schlichtweg nicht wahr seien.

Marktverhalten sei völlig normal

Im Zentrum der Kontroverse steht eine Behauptung, dass Kingdom Come: Deliverance 2 möglicherweise in Saudi-Arabien verboten werden könnte, weil es eine gleichgeschlechtliche Romanze enthält. Vávra konterte diese Behauptung und erklärte, dass das Verkaufs- und Rückgabeverhältnis der Vorbestellungen des Spiels genauso stabil geblieben sei wie vor der Kontroverse. Doch auch die Frage, warum das Spiel in den Steam-Charts an Position verloren hat, beantwortete Vávra mit der Feststellung, dass zahlreiche andere Spiele ebenfalls Rabatte erhielten und daher die Verkaufszahlen von Kingdom Come im Vergleich zurückgingen. Für das Spiel Monster Hunter: Wilds, das keine derartigen Kontroversen auslöste, zeigte sich ein ähnliches Phänomen.

Vávra wies auch darauf hin, dass Kingdom Come: Deliverance 2 keine Szenen beinhalte, die nicht übersprungen werden können, und gleichgeschlechtliche Romanzen schon im ersten Teil des Spiels vorkamen. Eine weitere Kritik richtete sich gegen die Einführung einer schwarzen Figur im neuen Spiel, woraufhin Vávra erklärte, dass die Stadt, in der diese Figur auftaucht, deutlich vielfältiger sei als die Dörfer des ersten Teils.

Kritik ist nicht neu, juckt den Entwickler aber nicht

Die Kontroverse rund um Vávra ist nicht neu. Bereits beim ersten Teil von Kingdom Come: Deliverance wurde er wegen seines angeblich mangelnden Fokus auf Diversität kritisiert. Ironischerweise stellt er sich jedoch oft auf die Seite jener Spieler, die gegen eine zunehmende Diversifizierung in Spielen sind, was die aktuelle Situation besonders paradox erscheinen lässt. Bereits im Dezember sorgte Vávra für Aufsehen, als er Dragon Age: The Veilguard aufgrund seiner „Wokeness“ ins Visier nahm – ein Spiel, das von vielen der gleichen Spieler abgelehnt wird, die nun gegen Kingdom Come: Deliverance 2 wettern.

Trotz der hitzigen Debatten bleibt unklar, ob Vávra und sein Team mit den Anti-Woke-Kritikern in der Spielergemeinde einen echten Trend anstoßen oder ob es sich nur um eine vorübergehende Empörung handelt. Die Verkaufszahlen von Kingdom Come: Deliverance 2 scheinen zumindest in keinem dramatischen Einbruch zu enden – zumindest nicht nach den derzeit verfügbaren Daten. Ein spannendes Bild für die Zukunft der Spieleindustrie, in der der Wind für die Entwickler zunehmend kälter zu wehen scheint, wenn sie nicht der richtigen Strömung folgen.

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Nico
1 Jahr zuvor

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat die Wokeness im Game nur Auswirkungen, wenn man sich bewusst dafür entscheidet und wenn man mal ehrlich ist, haben die Leute früher auch oft alles gebumst, was nicht bei 3 aufm Baum war. Daher ist mir das in dem Spiel ziemlich egal – auf der anderen Seite würde ich aber niemals Geld für das aktuelle Dragon Age ausgeben, die haben den Bogen mehr als 1x total überspannt.

Crydog
1 Jahr zuvor

Na auf wokes….Spaß mk1 kriegt nach den neusten leaks den ersten pinken ninja damit ist der regenbogen komplett…komisch wie manche Entwickler auf Diversität s…… und hohe verkaufszahlen einspielen währende andere Beratungsresistent sind und immer noch ein drauf setzen und verlieren damit Treue Käufer

Giuseppe La Rocca
1 Jahr zuvor

Beste perfekt!!!!

Mark Westside
1 Jahr zuvor

Das Problem der Anti-Woke-Bewegung ist, dass sie alles als woke sieht, wo eine Frau, ein Schwarzer oder Homo zu sehen ist. Ein Problem wird es meiner Meinung nach, wenn die Integration nicht ins Spiel passt und einer Agenda unterliegt (siehe Veilguard’s „So, I’m non-binary“). Beim neuen Spiel von Naughty Dog wurden ja auch gleich die Stimmen laut, weil es eine Frau ist.

Zurück zu Kingdom Come: Homosexuelle Menschen gibt es sei eh und je – auch im Böhmen des 15. Jahrhunderts. Vávra hat ja auch gesagt, dass sich die Charaktere klar sind, dass es eine verbotene Sünde ist. Schwarze haben sich zu der Zeit ebenfalls in Europa befunden.
Der erste Teil hat mir zumindest sehr gut gefallen und ich fand alles recht authentisch. Ich bin erstmal zuversichtlich, dass der zweite ebenfalls hält, was er verspricht.

Eine Trendwende ist glaube ich dennoch eingetreten. Die Spiele der nächsten Jahre (allen voran AAA) werden die Wokeschraube zurückdrehen.

Last edited 1 Jahr zuvor by Mark Westside
Seb Giberyen
1 Jahr zuvor

Solange es keine Quest gibt wo ein Charakter zugibt, das er lieber nobinär ist und mit Hem angesprochen wird oder sonstigen Genderkack,
ist es mir egal.
Im Mittelalter wurde eh alles geb*** was nicht 3 auf dem Baum war.

Nicolas Wagner
1 Jahr zuvor
Reply to  Seb Giberyen

Seb Giberyen doch ist inkludiert, darf natürlich nicht fehlen. So war das halt damals im Mittelalter

Seb Giberyen
1 Jahr zuvor
Reply to  Nicolas Wagner

Nicolas Wagner Nehmen die sich jetzt alle Dragon Age Veilguard als Vorbild oder ist das neuer Trend?

Nicolas Wagner
1 Jahr zuvor
Reply to  Nicolas Wagner

Seb Giberyen Wahrscheinlich gab’s eine Checkliste vom Studio vorgeschrieben dass die woke Themen die dabei sein müssen. Das man das ganze dann als Historisch verkauft ist schon ziemlich dreist. Die dürften gesehen haben wie das für Veilguard geendet hat und haben das deswegen wahrscheinlich nicht früher öffentlich gemacht

Seb Giberyen
1 Jahr zuvor
Reply to  Nicolas Wagner

Nicolas Wagner finde ich zwar dreist und absurd.
Dann wird es kein Kauf für mich.
Veilguard hat schon für mich die Grenzen überschritten und ein realistisch und historisches Mittelalter Spiel soll so ein Schwachsinn nicht unterstützen.

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