Ein Remaster, das keiner gefordert hat? Days Gone Remastered ist offiziell, doch statt Begeisterung herrscht Verwirrung. Denn ein erstes Vergleichsvideo macht es den Fans nicht gerade leicht, die versprochenen Verbesserungen zu erkennen. Und das weckt eine alte Frage: Warum gibt es Remaster, die kaum jemanden interessieren, während echte Fan-Wünsche scheinbar ignoriert werden?
Technische Verbesserungen – aber für wen?
Creative Lead Kevin McAllister preist im offiziellen PlayStation-Blog die Verbesserungen an: bessere Grafiktreue, größere Sichtweite des Laubs, verbesserte Schatten- und Lichtqualität, Tempest 3D Audio, VRR-Unterstützung und natürlich volle Kompatibilität mit der PS5 Pro. Klingt auf dem Papier beeindruckend, aber in der Praxis? Schwer zu sagen.
Denn schon das ursprüngliche „Days Gone“ profitierte enorm von der Abwärtskompatibilität auf der PS5 und bot seidenweiche 60 FPS bei guter Bildqualität. Der aktuelle Grafikvergleich, der sich auf Zwischensequenzen konzentriert, zeigt daher kaum einen sichtbaren Unterschied – was die Frage aufwirft: Warum sollte man dafür noch einmal Geld auf den Tisch legen?
Ist das Remaster wirklich unnötig?
Die Verbesserungen kommen eher im Gameplay zur Geltung. Eine größere Sichtweite, bessere Lichteffekte – das merkt man erst richtig, wenn man selbst auf dem Motorrad durch die Zombie-Apokalypse rast. Zudem bietet das Remaster neue Zugänglichkeitsfunktionen und den zusätzlichen „Horde Assault“-Modus, der durchaus für frischen Spaß sorgen könnte.
Aber seien wir ehrlich: Viele Fans sind genervt, weil es sich erneut nach einem Schnellschuss und eine kleine Mogelpackung von Sony anfühlt. Während Spieler sehnsüchtig auf ein Bloodborne-Remaster oder „Days Gone 2“ warten, investiert man Ressourcen in eine überarbeitete Version eines Spiels, das auch ohne Upgrade noch top aussieht. Die Sorge, dass solche Projekte Entwicklungskapazitäten blockieren, ist zwar verständlich, aber nicht unbedingt zutreffend – in diesem Fall scheint vor allem das Support-Studio Climax mit der Arbeit betraut gewesen zu sein.
Letztlich ist „Days Gone Remastered“ wohl eines der unspektakulärsten Remaster-Projekte der letzten Jahre. Es schadet niemandem, es verhindert kein anderes Spiel – aber es begeistert eben auch nur wenige. Für eine Upgrade-Gebühr von 10 Euro (nicht für alle) kann man es mitnehmen, muss man aber nicht. Wirklich bitter ist eher die Gewissheit, dass Sony trotz all der Aufmerksamkeit, die das Spiel immer noch bekommt, weiterhin kein Interesse an einer Fortsetzung zeigt. Ein echtes „Days Gone 2“ wäre doch der bessere Weg gewesen, oder? Vielleicht öffnet das Remaster endgültig die Türen dafür.