Fans von „Call of Duty: Black Ops 6“ sind mal wieder „begeistert“ – und zwar auf die denkbar zynischste Weise. Der neueste Aufreger? Der Premium-Belohnungstrack des zeitlich begrenzten Squid Game-Events. Für schlappe 1.100 Call of Duty-Punkte (umgerechnet 9,99 Euro) kann man sich eine Handvoll digitaler Goodies sichern, die weder das Portemonnaie noch die Spielerherzen wärmen. Ein Schnäppchen – zumindest im Vergleich zu einem Trip in die echte Hölle.
Kapitalismus pur oder eine echte Tragödie?
Lasst uns das zusammenfassen: Der Preis entspricht dem saisonalen Battle Pass, aber der Gegenwert? Eher so wie die Gewinne bei einem Münzautomaten mit kaputter Auszahleinheit. Spieler haben ein knappes Zeitfenster vom 2. bis 24. Januar, um diesen digitalen Taschenspielertrick zu „genießen“. Ach ja, und im Gegensatz zum Battle Pass gibt’s keine Möglichkeit, die eingesetzten Punkte zurückzugewinnen. Kapitalismus pur, oder wie Squid Game es nennen würde: eine echte Tragödie.
Das Timing könnte kaum schlechter sein. Spieler sind ohnehin schon gereizt wegen der überbordenden Mikrotransaktionen, die in „Call of Duty: Black Ops 6“ eine eigene Disziplin zu sein scheinen. Doppelte XP-Token? Geschichte. Anti-Cheat? Mehr Loch als Käse. Stabilität im Online-Modus? Haha, guter Witz. Doch statt diese Probleme zu beheben, scheint Activision sich entschieden zu haben, dass der wahre Feind nicht die Hacker, sondern die dicken Geldbörsen der Spieler sind.
Beim Squid Game-Event verliert vor allem der Geldbeutel
Und dann ist da noch die Ironie: ein Event basierend auf Squid Game, einer Serie, die den Kapitalismus kritisiert – während man selbst versucht, aus allem Kapital zu schlagen. Reddit-Nutzer haben diesen Punkt nicht übersehen und fragen sich, ob jemand bei Activision die Serie überhaupt gesehen hat. Wahrscheinlich nicht, denn sonst wäre der Preis vielleicht ein bisschen weniger grotesk.
Natürlich ist das Squid Game-Event nur die Spitze des Eisbergs. „Call of Duty: Black Ops 6“ scheint aktuell mehr mit Monetarisierung als mit Innovation zu glänzen. Die Spieler merken es – und lassen ihren Frust online raus. Aber hey, warum sich über eine kaputte Verbindung im Singleplayer ärgern, wenn man stattdessen darüber nachdenken kann, wie man die nächste virtuelle Hose für 20 Dollar kauft?
Vielleicht liegt die wahre Botschaft von „Call of Duty: Black Ops 6“ ja in der Übersetzung des berühmten Squid Game-Satzes: „Möge der Bessere gewinnen.“ In diesem Fall ist das Activision, und der Verlierer – na ja, ihr wisst schon. Game over, Fans.