In der Gaming-Branche sorgt aktuell eine hitzige Debatte um den Einsatz künstlicher Intelligenz für Aufsehen. Der neueste Schauplatz: Apex Legends. Sämtliche französischen Synchronsprecher des Spiels verweigern die zukünftige Zusammenarbeit aufgrund neuer Vertragsklauseln, die eine Abtretung ihrer Stimmrechte für KI-Training verlangen.
Wraith-Actress zieht die Reißleine
Die Synchronsprecherin Pascale Chemin, die seit sechs Jahren die französische Stimme der Legende Wraith ist, machte die brisante Situation öffentlich. In einem Instagram-Post erklärte sie, dass sie – zusammen mit allen 31 weiteren Synchronsprechern – einen zusätzlichen Vertrag erhalten habe. Dieser stamme direkt vom Publisher und fordere neben Vertraulichkeit auch die Übertragung der Rechte an ihrer Stimme.
Nach einer Prüfung durch ihren auf audiovisuelle Medien spezialisierten Anwalt kam Chemin zu dem Schluss, dass diese Klauseln inakzeptabel seien. Schweren Herzens erklärte sie daraufhin, dass sie ihre langjährige Rolle aufgeben müsse. Doch sie betonte zugleich, dass sie niemanden zwingen könne, ihrem Beispiel zu folgen.
Einheitlicher Widerstand der Sprecher
Die Entscheidung fiel jedoch kollektiv: Kein einziger der 31 Synchronsprecher unterschrieb das Addendum. Damit bleibt der französische Voice Cast von Apex Legends geschlossen bei seiner Ablehnung und setzt ein klares Zeichen gegen die fortschreitende Kommerzialisierung ihrer Stimmen durch KI.
Chemin hofft auf eine Einigung zwischen dem Aufnahmestudio und dem Publisher, um unter fairen Bedingungen weiterarbeiten zu können. Ähnliche Verträge seien auch in anderen Ländern verschickt worden, was auf eine branchenweite Entwicklung hindeutet.
KI – ein wiederkehrendes Problem
Laut Chemin sei dies nicht das erste und sicher nicht das letzte Mal, dass Synchronsprecher mit fragwürdigen Vertragsbedingungen konfrontiert werden. Die aktuelle Entwicklung reiht sich in eine wachsende Liste von Fällen ein, in denen Studios versuchen, mit der Hilfe von KI langfristig Kosten zu sparen – auf Kosten der Kreativen.
Ob Electronic Arts auf die Forderungen der Sprecher eingeht oder lieber alternative Lösungen sucht, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass der Widerstand gegen den ungezügelten Einsatz von KI in der Gaming-Branche weiter wächst.