Chance verpasst: Assassin’s Creed Shadows und die überraschend geringe Einsicht auf Spieler-Kritik

Die Verzögerung von Assassin’s Creed Shadows basiert nicht auf Spielerfeedback. Ubisoft nutzt die Zeit, um das Spiel zu verfeinern, verpasst jedoch eine einmalige Gelegenheit.

Niklas Bender
Freelancer und Editor-in-Chief bei PlayFront.de seit 2022. Liebe die PS5, zocke quer durch alle Genres und eine Schwäche für humorvolle Texte – Sarkasmus inklusive.
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Die Verschiebung von „Assassin’s Creed Shadows„, das ursprünglich für 2024 geplant war, hat in den letzten Wochen zahlreiche Spekulationen und Diskussionen ausgelöst. Viele Spieler und Beobachter vermuteten, dass Ubisoft die Entscheidung getroffen hatte, um die Story des Spiels noch einmal grundlegend zu überarbeiten, besonders im Hinblick auf die immer wieder aufkommenden Kontroversen rund um Themen wie DEI und „Wokeness“ im Gaming und um die historische Genauigkeit anzupassen. Letzteres hatte man eigentlich in Aussicht gestellt. Doch Charles Benoit, der Game Director von „Assassin’s Creed Shadows“, hat nun endgültig klargestellt, dass dies nicht der Fall ist.

Stattdessen gab Benoit zu verstehen, dass die Verzögerung in erster Linie auf den Wunsch zurückzuführen sei, den Parkour-Mechanismus zu verfeinern, der eine zentrale Rolle im Gameplay von „Assassin’s Creed Shadows“ spielt. In einem Gespräch mit IGN erklärte er, dass der Fokus auf die komplexen japanischen Dächer und die dafür notwendigen Anpassungen in den Bewegungsanimationen gelegt wurde. Laut Benoit war die Herausforderung, den Parkour so flüssig und realistisch wie möglich zu gestalten, größer als ursprünglich angenommen. Dies führte zu einer zusätzlichen Entwicklungszeit von einem Monat, die das Team nun dafür nutzt, die Bewegungen der Spielfigur zu perfektionieren.

War alles nur eine „Lüge“ oder ein Missverständnis?

Die jüngsten Aussagen kommen überraschend, schließlich hieß es noch im Oktober: Das Team „habe sich intensiv mit den Bedenken auseinandergesetzt, die sowohl während der internen Tests als auch nach den ersten Rückmeldungen der Spieler aufgekommen waren“. Im Mittelpunkt stand die Darstellung von Yasuke, der historischen Figur, die im Spiel eine zentrale Rolle spielt. Laut Quellen „wurden Änderungen an seiner Geschichte und Darstellung vorgenommen, um den historischen Fakten besser gerecht zu werden“ und gleichzeitig den Charakter in das „Assassin’s Creed“-Universum zu integrieren.

Doch trotz der massiven Erwartungen und der bereits erwähnten Kontroversen war es nicht die Geschichte, die einer grundlegenden Überarbeitung bedurfte, sondern die Spielmechanik. Das Spiel, das in Japan angesiedelt ist, enthält eine detaillierte Darstellung der Architektur, insbesondere der berühmten Dächer, die der Protagonist Yasuke und seine Mitstreiter mit beeindruckender Parkour-Geschwindigkeit erklimmen müssen. Diese Architektur, die speziell an die japanische Ästhetik angepasst wurde, erforderte nicht nur zusätzliche Animationsaufwände, sondern auch eine ganze Reihe von Programmierungen, die die fließenden Bewegungen und Interaktionen auf diesen Dächern gewährleisten sollten.

Yasuke bleibt zentraler Part der Handlung

Trotz der Spekulationen und Gerüchte, die rund um die Geschichte von „Assassin’s Creed Shadows“ kursierten, bestätigte Benoit, dass es keine wesentlichen Änderungen an der Erzählung gab. Die Erzählung rund um Yasuke, den schwarzen Samurai, bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil des Spiels. Tatsächlich wurde im kürzlich veröffentlichten Story-Trailer deutlich, dass Yasukes Hintergrund und seine Rolle in der Geschichte des Spiels unverändert sind. Dies stellt klar, dass die Verzögerung keineswegs genutzt wurde, um politische oder kulturelle Themen aus der Story zu entfernen oder zu ändern.

„Assassin’s Creed Shadows“ bleibt also ein Spiel, das sowohl durch seine innovative Spielmechanik als auch durch eine tiefgründige Geschichte glänzen soll – und die Verschiebung scheint lediglich der Feinarbeit gewidmet zu sein, um diese Elemente perfekt zu kombinieren. Der zusätzliche Monat könnte sich am Ende zwar als genau die richtige Entscheidung herausstellen, das Ignorieren der Kritik könnte all diese Bemühungen jedoch zunichtemachen.

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